Kind umringt von Kängurus im Tierpark

Fazit zum Besuch im Tierpark Krüzen

Im Laufe der letzten Monate waren wir ja schon viel für euch unterwegs und haben Ausflugsziele in und um Hamburg für euch erkundet und getestet. Ich hatte mal gefragt, ob ihr noch Vorschläge für uns habt, denn wir kennen ja noch lange nicht alles. Eine der Antworten hieß

Tierpark Krüzen.

Der Tierpark bzw. das Örtchen Krüzen liegt im östlichen Speck-Gürtel von Hamburg. Genau in der Mitte zwischen Geesthacht, Lauenburg und Schwarzenbek. Aus Bergedorf benötigten wir daher knappe 40 Minuten Autofahrt und es war neblig. SEHR neblig.

Auf der Hinfahrt gegen 10 Uhr dachte ich im Auto noch: „wir sind sicher die einzigen Besucher heute“. Bei dem Nebel und minus 3 Grad. Aber egal. Also alle richtig dick angezogen und los ging es.

Wir trafen gegen 11 Uhr ein und neben uns parkte gerade mal ein Auto. Aber das machte ja nichts. Im Eintritts-Raum kann bereits eine große Schlange und ein Aquarium sehen und Deko-Artikel kaufen.

Fakten

Der Eintrittspreis ist knackig. 7 Euro je Erwachsener und Kinder AB 1 Jahr zahlen bereits 5 Euro. Wir zahlten also 19 Euro und kauften für den restlichen Euro eine Packung Wildtier-Futter. Unseren Ausflugs-Buggy hatten wir natürlich auch wieder dabei.

Nach unserem tollen Ausflug vor zwei Wochen zum „Freilichtmuseum Am Kiekeberg“ lag die Latte ziemlich hoch und wurde zumindest vom Eintrittspreis schon mal aus den Angeln gehauen.

Von November bis Februar ist Nebensaison und der Park hat von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. In der Hauptsaison täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr. Von Mitte Dezember bis Mitte Januar ist der Park komplett geschlossen.

Da wir Mitte Januar haben und zur Zeit ein grauer Himmel über uns ragt, habe ich nicht erwartet, dass sich der Park vor uns bunt erhebt. Dennoch finde ich bereits den Eingangsbereich nicht besonders einladend. Aber ich versuche, unvoreingenommen durch den Park zu laufen.

Direkt hinter dem Eingangsbereich habe ich das einzelne Kamel erblickt, an dem wir aber auf dem Rückweg vorbei geführt werden. Wir begannen unseren Rundgang erstmal vorbei an den Rehen und Schafen.

Tiere

Rehe zu füttern und streicheln zu können, ist an sich schon eine tolle Sache und es war gar nicht so einfach, den kleinen Mann dort wieder vorbei zu bekommen. Ein kurzer Stopp bei den Schafen und den Schweinen, führte uns vorbei an Enten und Schwänen, hin zu den Kaninchen und Streifenhörnchen.

Einige der Gehege sind leer bzw. die Tiere nicht draußen. Damit muss man natürlich rechnen, wenn man um diese Jahreszeit einen Tierpark besucht. Witzig fand ich die Waschbären, die oben im Baum zusammengerollt saßen. Ich weiß gar nicht, ob es Waschbären sind oder andere Tiere? Ich habe kein Schild gefunden.

Neben den Kaninchen habe ich ein Schild gelesen, auf dem kaum noch zu erkennen und völlig verwittert, „Pony reiten „. Das Areal dafür wäre winzig.

Die WC´s am anderen Ende des Parks sind in der Nebensaison geschlossen, sodass man nur die am Eingangsbereich nutzen kann. Inmitten des Parks befindet sich ein großes Areal mit Spielplatz für Kinder. Dort gibt es ein offenes Hasen-Gehege, in dem die Hasen gefüttert und gestreichelt werden können.

Dort steht ein Trampolin. Wenn man es im Winter schon nicht abbaut, könnte man es ja vielleicht abdecken, damit es der Witterung nicht voll ausgesetzt ist. Auch die Hüpf-Burg, aus der die Luft gelassen wurde, lag dort ziemlich lieblos herum.

Wir gingen weiter. In einem kleinen Häuschen leben die Mäuse, mit einem großen Sichtfenster für die Kleinen. Generell eine schöne Idee. Das Fenster war geöffnet, die Mäuse schliefen und waren daher nicht zu sehen. Dafür stank es ganz fürchterlich.

Kängurus

Die Galloway-Rinder standen auf ihrer Weide und wir stießen auf die Kängurus, zu denen man von zwei Seiten mit ins Gehege gehen kann. Klar, das ist eine witzige Sache. Wer möchte nicht mal ein Känguru streicheln. Sie haben weiches Fell und lange Wimpern. Sehr niedlich. Der Kleine fühlte sich dort sehr wohl und setzte sich mitten in den Matsch. Nützt ja nichts. 🙂

Wir erlebten auch noch mit, wie ein Teenager beim Zugang in das Gehege, ein Känguru aus versehen in die Schleuse ließ. Ich kann mir gut vorstellen, das hier bei Hochbetrieb gerne mal eins ausbüxt.

Weiter ging es den Weg entlang. Vorbei an einem Affenhaus. Das Kängurus bei minus 3 Grad draußen zurecht kommen, wusste ich nicht, aber dem scheint ja so. Die Affen haben sich zusammengekuschelt und boten nicht gerade einen fröhlichen Anblick. Das Wetter lässt natürlich alles noch trister erscheinen als es sein mag, aber hier muss ich einfach sagen, auf Affen im Tierpark kann ich gut verzichten.

Wir schauten uns noch ein Emu an, das Zebra, die Lamas und Alpakas, ein Pferd, dass ständig mit seinem Huf gegen die Bretter schlug und kamen langsam zurück zum Eingangsbereich, wo uns das Kamel erwartete. Allein. Ich weiß nicht, ob Kamele gerne allein leben oder welchen Hintergrund das hat, aber traurig fand ich es dennoch. Leben nicht fast alle Tiere gerne mit einem Artgenossen? Da ich die Hintergründe für die Aufnahme des Kamels nicht kenne, möchte ich es nicht vorverurteilen. Manchmal erhält ein Tier ja auch sein Gnadenbrot in einem Tierpark.

Fazit

Mir persönlich reichen reine Wildparks mit überwiegend einheimischen oder zumindest, europäischen Tieren. Ich verzichte gut und gerne darauf, meinem Kind exotische Tiere in Zoos zu zeigen. Ich weiß, dass viele Zoos auch mit ihren Zuchtprogrammen versuchen, den Artenbestand zu halten und ich habe zu wenig Hintergrundwissen, um es zu verurteilen.

Dennoch, lieber Tierpark Krüzen, vielleicht lieber auf einige Tierarten verzichten, ein reiner Wildpark werden und diesem dafür etwas mehr „Liebe“ schenken.   Vogelspuren im Schnee im Tierpark

Ich habe den Punkt „Winter und Wetter“ mit einbezogen, trotzdem muss ich sagen, dass ich alles etwas lieblos fand. Auch wenn Nebensaison ist und vielleicht auch Personalkosten eingespart werden müssen, kann man dies doch für sich nutzen. Vielleicht mal ein paar Lichterketten oder dezente Musik im Eingangsbereich. Einfach etwas mehr „Wärme“ vermitteln.

Unser Eindrück vom Tierpark Krüzen bei Hamburg
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Man kann durchaus mal einen Vormittag oder Nachmittag mit seinen Kindern in diesem Park verbringen. Ich befürchte aber, dass Besucher, die von weiter her anreisen, diesen Park nur einmal besuchen. Selbst wir, die gerade mal 40 Min Anfahrt hatten, würden wahrscheinlich Schwarze Berge, den Barfußpark im Sommer oder sogar Karls Hof in Warnsdorf, bevorzugen.

Nichts desto trotz, vielleicht erhält dieser Park an einem schönen Sommertag nochmal eine Chance. Seid ihr in der Nähe, fahrt ruhig mal ran und macht euch ein eigenes Bild.

Man kann, muss aber nicht.

PS, falls dich interessiert, welchen Thermo-Anzug der Kleine auf den Fotos trägt, geht es hier zum Video dazu.

Falls ihr schon mal im Tierpark Krüzen wart, wie waren eure Eindrücke? Sehe ich Dinge zu eng? Ich würde mich freuen, wenn ihr mal von euren Erlebnissen erzählen mögt.

 

2 Gedanken zu „Fazit zum Besuch im Tierpark Krüzen

  1. Du hast schon Recht, sie könnten so viel mehr aus dem Park machen. Auch im Restaurant fehlt es an allen Ecken und Enden an Gemütlichkeit aber auch an Gastfreundschaft. Das Kamel ist allerdings sonst nie allein gewesen, es sind eigentlich Mutter und Kind… wie schrecklich wenn jetzt eins allein ist 🙁

    Lg

    1. Huhu, wo ich dich gerade „dran habe“.. DU hast das Büchlein gewonnen, aus der Verlosung zum Beitrag der Nürnberger Spielwarenmesse. Bitte schick mir deine Adresse 🙂

      Und vielen Dank für die Rückmeldung! Da bin ich ja froh, dass es mir nicht allein so geht. Sie könnten den Park wirklich nett machen. Eine tolle Grundlage hat er ja. Aber da ist ordentlich Luft nach oben. Das Restaurant konnte ich mir ja gar nicht anschauen und die WCs auf der anderen Seite des Parks waren auch geschlossen.

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