So lief unsere Eingewöhnung in der Krippe im Kindergarten

So lief unsere Eingewöhnung in der KITA Krippe mit 2 Jahren

Während der Schwangerschaft war für uns völlig klar, dass der kleine Mann mit einem Jahr in die Krippe kommt. Machen ja schließlich fast alle so und was alle so machen, muss ja richtig sein. Oder? Genauso habe ich gedacht, dass der Kleine ganz klar, schon früh in seinem Bett in seinem Zimmer schläft. *lautes Lachen und Thema Familienbett

Als der Kleine dann aber geboren und einige Monate alt war, wurde mir klar, dass ich ihn auf keinen Fall mit einem Jahr zur Eingewöhnung in fremde Hände geben werde.

Er wurde bereits nach zwei Monaten stundenweise von der Oma betreut und das lief prima. Zumindest, nachdem alle Parteien sich an die neue Situation gewöhnt hatten. Für meinen Mann und mich stand fest, solange er sich nicht artikulieren kann, kommt er nicht in die Kita.

Mit einem Jahr kristallisierte sich langsam raus, dass er voraussichtlich mit 2 Jahren in die Krippe kommen wird. Es gab private Veränderungen und das Thema wurde präsent.

Es verging also noch ein Jahr, er kann sich inzwischen gut ausdrücken, kommunizieren und mir fällt das Loslassen leichter. Ich kann die Kita und die Eingewöhnung jetzt mit meinem Bauchgefühl vereinbaren.

Er ist auch zunehmen agiler geworden und hatte bisher wenig Kontakt zu anderen Kindern.

Der richtige Zeitpunkt für die Eingewöhnung.

Uns wurde relativ kurzfristig ein Platz in einer Krippe angeboten, die für uns ok war. Nicht meine Wunsch-Kita, denn das war ja ein Wald-Kindergarten, aber dennoch mit 2 km Entfernung zu Fuß erreichbar. Bei der Besichtigung gefiel mir alles gut. Obwohl dort 180 Kinder beherbergt werden, herrscht immer eine angenehme Ruhe. Das fiel mir gleich positiv auf. Bei allen Besichtigungen hätte ich ob der Lautstärke rückwärts sofort wieder rauslaufen können.

Hier verläuft sich alles gut, es gibt ein großes Außengelände für die Elementar-Kinder sowie einen eigenen Spielplatz-Bereich für die Krippen-Kinder der 4 Krippen-Gruppen. Was wir ebenfalls gut gefiel, jede Krippen-Gruppe hat ihren eigenen Essens-Raum. Diese Mini Stühle mit den kleinen Tischen. Zu süß.

Bei uns geht es bei der Betreuung um einen 5 Stunden Platz täglich. Zum Glück passte die Zeit, die ich mir überlegt hatte, genau mit den Betreuungszeiten für die 5-Stunden Kinder in der Krippe überein. Künftig soll er also von 9 Uhr bis 14 Uhr betreut werden. Wobei die „Abgabe“ zwischen 9 und 9.30 Uhr erfolgen kann.

Eingewöhnung Tag 1

Wir sollten um 9.30 Uhr dort sein. Gesagt, getan und alle Kinder waren bereits draußen. Nur 3 Kinder und die Erzieherin waren noch in der Gruppe. Diese 3 Kinder hat sie extra für die Eingewöhnung drinnen behalten, sodass die neuen Kinder sich Stück für Stück an alles gewöhnen können. Ich war an diesem Tag die ganze Zeit dabei. Er spielte auch gleich drauf los, räumte die Kisten aus, malte etwas und kuschelte mit einem Kissen. Etwas irritiert war ich, als es nach einer guten halben Stunde hieß, es reicht für heute. Er spielte doch gerade so schön. Aber gut. Zuhause angekommen, ist er auch tatsächlich in einen 2 stündigen Mittagsschlaf verfallen.

Ich muss dazu sagen, als Selbständige hatte ich völlig naiv gehofft, mit einer Woche Eingewöhnung auszukommen. Fehlanzeige! Den Zahn hat sie mir gleich gezogen. Es sind 4 Wochen angesetzt, aber wir wollten es in 2 Wochen versuchen.


Tipp! Wenn ihr es euch irgendwie einrichten könnt, plant mindestens 4 Wochen für die Eingewöhnung ein.


Tag 2

Wir starteten wieder um 9.30 Uhr, ich hielt mich im Hintergrund und schaute ihm einfach zu. Nach einigen Minuten machten wir aus, dass ich mal 15 Minuten vor die Tür gehe. Als ich zurückkam, war alles ok und es lief prima. Obwohl er gerne zu den restlichen Kindern auf das Außengelände wollte, habe ich ihn mit nach Hause locken können und er hat hier auf der Terrasse noch ordentlich gespielt. Ich war total positiv eingestellt.

Tag 3 – es kam anders

Wieder um 9.30 Uhr angekommen, übernahm die Erzieherin ihn sofort und teilte mir mit, sie gehen nun zu den anderen Kindern nach draußen. Wie schön! Er sprach doch immer von „Kindern“ und liebt es, im Sand zu spielen. Ich sollte ihn nach 45 Minuten wieder abholen.  Es passte prima, so konnte ich genau nebenan einkaufen gehen, alles ins Auto bringen und noch ein kleines Eis in der Sonne genießen.

Als ich dann auf das Außengelände kam, sah ich ihn schon. Er saß auf dem Schoss der Erzieherin und fragte nach mir. Er sah nicht so richtig gut aus. Als er mich sah, streckte er mir gleich die Hände entgegen und wollte gehen. Sie sagte noch, nach 30 Minuten wurde es schwierig. Ich war schon verwundert, denn ich war mir sicher, dass er die 45 Minuten ohne Probleme schafft. Er kennt es ja, dass Mama „kurz“ mal zur Arbeit geht und nach 3 Stunden wieder da ist.

Zuhause angekommen, wurde er immer anhänglicher und quengeliger. Langsam ging mir ein Licht auf, eine Rotznase hatte er nämlich einige Tage schon. Fieber messen ergab 39,1! Zum Glück hat mir unsere tolle Kinderärztin erst 3 Wochen zuvor bei der letzten Untersuchung schon vorsichtshalber einen „Erkältungssaft“ mitgegeben.

Ich gehe nicht leichtfertig mit Medikamenten um, aber bei der Temperatur spricht man ja schon von Fieber und daher gab es gleich eine Dosis. Nach 2 Stunden Schlaf ging es ihm deutlich besser. Er mochte kein Mittagessen, aber eine Schale Obst und fing an zu spielen. Skeptisch blieb ich trotzdem und das zurecht. Abends ging es dann wieder bergab, die Nacht war anstrengend und bis um 2 Uhr hat er sich gewälzt.

Die Messung am nächsten Morgen, am eigentlichen Tag 4, ergab immer noch eine Temperatur von 38,1 und so entschieden wir, die Eingewöhnung zu unterbrechen und die Kita für den Tag (und wahrscheinlich auch den nächsten) abzusagen. Und das war auch gut so.

Trotz sommerlicher Temperaturen von 20 Grad und Sonne satt, verbrachten wir den Tag drinnen. Es gab bessere und schlechtere Stunden und viel Kuscheln.

Es war völlig klar, dass ich mindestens noch die zweite Woche freinehmen muss und vielleicht sogar Woche 3. Denn in Woche 2 hatte die Kita auch noch einen Schließtag und in Woche 3 gab es einen Brücken- und einen Feiertag. Uns fehlten also in 3 Wochen schon mal 5 Tage für die Eingewöhnung.

Nach Zwangspause

Woche 2, Tag 4 – 7

Montags und dienstags lief wieder alles eher schlecht als recht. Ich lieferte wieder ein weinendes Kind in der Kita ab und holte ihn nach einer Stunde, geplagt von einem schlechten Gewissen, wieder ab.

Dem Papa ging es dienstags so schlecht, dass er krankgeschrieben wurde. Ich überlegte am Mittwoch kurz, die Eingewöhnung erneut zu unterbrechen, weil wir beide (Papa und ich) nicht gesund waren. Aber ich hatte mir vorgenommen, die Woche in der Kita durch zu ziehen. Der kleine Mann und ich machten uns also auf. Begleitet von seinem Kopfkissen, welches er kürzlich zu seinem „Schnuffelkissen“ erkoren hat.  Er wollte es mit in die Kita nehmen, aber das konnte ich ihm ausreden und so wartete das Kissen im Auto. Ich ging wieder kurz einkaufen und holte ihn nach einer Stunde wieder ab.

Das gleiche Spiel am Donnerstag, wir waren immer noch bei einer Stunde der Kita Eingewöhnung am Tag 7.

Schließtag, Brücken- und Feiertag

Freitag war die Kita geschlossen, Montag folgte ein Brückentag, denn Dienstag war ein Feiertag. Wir hatten also ein langes Wochenende und die Eingewöhnung wurde 5 Tage unterbrochen.

Wir sind daher nun zwar in Woche 3, aber heute am Mittwoch, erst bei Kita-Tag 8. Ich erzähle ihm, dass er gleich zu „XY“ geht, während Papa und ich arbeiten müssen. Soweit versteht er das auch. Er zeigt öfter auf mich und sagt „Arbeit“.

Da wir das Familienauto am Wochenende verkauft haben und die Zeit bis zum neuen Wagen nun überbrücken müssen, schieben der kleine Mann und ich die nächste Zeit also zu Fuß los. Zum Glück spielt das Wetter mit, denn es bedeutet für mich pro Tag 8 km Strecke.

Ich habe über das Wochenende neue Kraft geschöpft, der Kleine hat endlich mal wieder 2 Nächte durchgeschlafen, der Himmel ist blau und ich bin guter Hoffnung, dass es heute zumindest ohne Tränen läuft. Die Übergabe in der Kita lief gut, ohne Tränen, er winkte mir und griff direkt die Hand der Erzieherin. Wir vereinbarten eine Abholung nach 1,5 Stunden. Ich ging nebenan einkaufen und setzte mich auf einen Bordstein in der Nähe der Kita.

Beim Abholen liefen keine Tränen, ich bekam gleich eine dicke Umarmung und sie erzählte mir, dass er nach 45 Minuten ein großes Tief hatte und eine halbe Stunde geweint und nach mir gerufen hat. Kurzer Stich in mein Herz, aber er schafft das. Wir schoben gemütlich nach Hause und beginnen einen neuen Tag.

Tag 8

Der Kleine ist gut drauf, wir schoben wieder zur Kita, er hat Freude daran, dass wir während er „Fahrt“ erzählen, was so unsere Wege kreuzt. Er weiß, dass es zur Kita geht und zeigt auf mich mit dem Wort „Arbeit“. Genau. Die Übergabe lief wieder gut und heute soll er zum ersten Mal dort am Mittagessen teilnehmen. Ich brachte ihn also um 9.30 Uhr und Abholung ist für 11.45 Uhr vereinbart. Ich parkte die Karre vor Ort und stiefelte zu Fuß wieder nach Haus.

So verlief unsere Kita Eingewöhnung in der Krippe #kita #kindergarten #krippe

Hier habe ich nun zum ersten Mal eine gute Stunde Zeit, Dinge abzuarbeiten und aufzuräumen. Es ist so viel angefallen und ich schiebe alles auf die Zeit nach der Eingewöhnung. Kaum zuhause angekommen, ein bisschen geräumt, stiefelte ich auch schon wieder los, zurück zur Kita. Ich wartete wie abgesprochen an der Garderobe. Dort befindet sich der Speiseraum unserer Krippen-Gruppe. Die Erzieherin führt ihn etwas eher aus dem Raum, damit wir uns noch kurz unterhalten können. Mit dem Essen klappte alles prima. Sie möchte versuchen, dass er am nächsten Tag nach dem Essen auch in der Kita seinen Mittagsschlaf hält. Da er ein schlechter Schläfer ist, bin ich gespannt.

Tag 9

Die Abgabe lief recht gut und wir vereinbarten die Abholung für 13.45 Uhr. Morgens brachte ich ihm sein kleines Kuschelkissen mit, welches sie ihm dann zur Schlafenszeit geben. Etwas Vertrautes. Falls das klappt, habe ich mir schon vorgenommen, nach der Eingewöhnung für Zuhause ein zweites Kissen zu besorgen und eines in der Kita zu lassen.

Ich konnte 2,5 Stunden meinem Job nachgehen und wartete vor der Krippen-Tür, bis ich endlich eintreten durfte. Es sieht ja niedlich aus, wie die Kleinen verteilt im ganzen Raum auf ihren kleinen Matratzen liegen. Die meisten schlafen, andere schauen mich an und werden langsam wach. Mein Sohn freut sich. Im Gegensatz zu Zuhause, richtet er sich sofort auf, legt seinen Schnuller in meine Tasche, stopft sein kleines Kissen rein. Ok, er möchte wohl los.

Tag 10 – wieder ein Rückschritt

Seine Bezugsperson hatte nun heute Urlaub. Er musste also nicht nur den Tag mit den anderen zwei, ihm noch recht fremden Erzieherinnen verbringen, sondern auch durch diese in den Schlaf begleitet werden. Ich war gespannt. Die Abgabe klappte heute leider gar nicht gut. Auf dem Weg zur Kita war noch alles prima, als wir sie betraten, kullerten dicke Tränen mit den Worten „Mama, Arbeit“ und zeigte auf mich, während er weinte. Wieder ein Stich ins Herz.

Er wurde ganz lieb von der Erzieherin in Empfang genommen, einmal gedrückt und ich musste meinen Kloß herunterschlucken. Gerade aus der Kita raus, bestellte ich ihm sofort seinen Lieblings-Dino in Mini-Format. Ich wollte so gern eine kleine Überraschung für ihn haben, wenn er mal wieder einen schlechten Tag hat. Nicht als Bestechung, sondern als Überraschung. Gegen Mittag, beim Warten vor der Krippen-Tür lernte ich dann die erste, sehr nette Mama kennen, die ihren Sohn ebenfalls um 13.45 Uhr abgeholt. Wir werden uns also öfter sehen und verabschiedeten uns in das lange Wochenende. Es stand nämlich schon wieder ein Feiertag und ein Brückentag vor der Tür.

Die Erzieherin erzählte mir, es lief ganz gut, aber er hätte immer vormittags Hunger und hat sogar ein halbes Brötchen bekommen. Es geht ja eigentlich nur um gute 2 Stunden, bis die Kinder Mittagessen erhalten. Dennoch, um es ihm zu erleichtern, soll ich eine kleine Snack Box fertig machen, auf die sie zur Not mal zurückgreifen können. Kein Problem. Also bekommt er künftig ein Stück Gurke, etwas Käse oder einen Apfel in die Box.

Ende der Eingewöhnung

Nach wieder 4 freien Tagen und insgesamt 3 Wochen Eingewöhnung, von denen er nur 10 Tage in der Kita war, gilt die Eingewöhnung ab dieser Woche als abgeschlossen. Ich bringe ihn nun zwischen 9 und 9.30 Uhr in die Kita und hole ihn um 13.45 Uhr wieder ab, damit ich bei ihm sein kann, wenn er aufwacht.

Heute, am Montag, hat er bei der Abgabe wieder fast geweint. Die Erzieherin hat ihn aber liebevoll abgelenkt und direkt nach draußen geführt. Das Wetter ist toll und ich hoffe, er taut bald etwas auf. Beim Abholen erzählte sie mir, dass er einen schönen Tag hatte. Ordentlich gebuddelt und draußen das Gelände erkundet. Mittag gegessen, hingelegt und geschlafen. Toll!

Die Kinder schlafen ohne Hose, also marschierten wir zur Garderobe, ich zog ihn an und wir schoben mit guter Laune wieder nach Hause. Draußen gibt es immer erstmal etwas zu trinken und falls noch vorhanden, den Rest aus der Snack Box.

Die andere Mutter berichtete mir, dass ihr Sohn jetzt noch, 6 Monate nach der Eingewöhnung, auch immer noch mal Tage hat, an denen er morgens weint. Das ist nicht sehr aufbauend, aber ich bleibe positiv. Wir werden beide langsam mit der Kita warm.

Erschwert kam leider dazu, dass die Bezugs-Erzieherin diese Woche ihren letzten Arbeitstag in der Kita hat. Das hätte ich mir anders für meinen Sohn gewünscht.

Mein Fazit

Zwei Wochen nach Ende der Eingewöhnung gibt es leider immer noch Tage, so wie heute wieder, an denen morgens bei der Abgabe weint. Ich denke, es wäre alles gut gegangen, aber sowie ein anderes Kind weint, steigt er mit ein und klammert sich an mir fest. Das ist nicht sehr aufbauen und ich hinterfrage meine Entscheidung. Ich weiß aber sowie ich ihn abhole, ist alles vergessen, er ist gut gelaunt und wir schieben nach Hause. Die Snack Box wurde übrigens nie angerührt und er bekommt seinen Apfel dann auf dem Rückweg.

  • plant genug Zeit ein und gebt sie euch
  • hinterlegt etwas Vertrautes für euer Kind
  • versucht gute Laune auszustrahlen und diese auf euer Kind zu übertragen

Die Zeit der Eingewöhnung war für uns eindeutig zu kurz. Mit meinem jetzigen Wissen, hätte ich uns gerne mindestens 4 Wochen Zeit gegeben. Dennoch bin ich stolz auf den kleinen Mann, wie er das alles wuppt und versteht.

„Papa, Arbeit – Mama, Arbeit“

Wie lief das bei euch oder steht euch die Eingewöhnung noch bevor?

 

3 Gedanken zu „So lief unsere Eingewöhnung in der KITA Krippe mit 2 Jahren

  1. Unser Sohn hat das auch schon einige Jahre
    Er ist jetzt 6 Jahre und seid ca 5 Monaten nimmt er Vitamin E und es kamen keine schübe mehr außer einmal als wir Weggefahren waren und ich das Vitamin E vergessen .

    1. Meinst du wirklich den Beitrag hier zum Thema Krippe oder vielleicht eher den zum Thema Wachstumsschmerzen? 🙂 Falls du letzteres meinst, wäre es toll, wenn du den Tipp nochmal unter den anderen Beitrag posten könntest. So kann jemand der sich dafür interessiert, die Tipps sammeln. Vielen Dank für deine Rückmeldung!

  2. Super, dann habt ihr es ja erstmal geschafft. Mit meiner kleinsten steht mir das in kürze auch bevor und ich bin auch schon leicht aufgeregt und gespannt. :0)

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