Mama mit schlafendem Baby auf dem Schoß mit Hund

Warum latente Müdigkeit so wunderschön ist

Latente Müdigkeit und warum sie so schön ist…

Die latente Müdigkeit – ich hatte ja keine Ahnung, was auf mich zukommen wird. Jetzt, wo ich diesen Artikel schreibe, bist du 6 Monate alt.

Kurz bevor du auf die Welt kamst, schrieb mir eine Bekannte und Neu-Mama „Schlaf noch soviel du kannst!“ und ich hab die Aussage etwas belächelt.

Dann kamen die ersten Nächte mit dir im Krankenhaus. Da war alles noch unwirklich und aufregend. Ich konnte dort kaum ein Auge zu tun. Dazu wusste ich noch gar nicht, wie oft du trinken musst/möchtest oder wie ich dir sonst helfen kann. Nach 3 Nächten im Krankenhaus ging es dann endlich mit dir nach Hause. Es war ein Freitagnachmittag.

Wie es ja empfohlen wird, solltest du eigentlich NEBEN unserem Bett in deinem eigenen Bettchen schlafen. Aber ich habe das nicht übers Herz gebracht. Es kam mir vor, als wärst du so unendlich weit weg, obwohl es nur eine Armlänge war. Dazu die Angst vor einem Atemstillstand.

So schliefst du die ersten 6 Lebenswochen in meinem Bett, umringt von meinen Armen.


Ich schlief auf der Seite, völlig unbequem und gegen meine eigentliche Schlafposition. Dazu immer noch bedacht: Mama mit schlafendem Baby auf dem Schoß mit Hund

  • liegt er hoch genug
  • atmet er noch
  • nicht das meine Decke über ihn rutscht
  • atmet er noch
  • ist ihm warm genug
  • atmet er noch
  • bekommt er genug Luft
  • atmet er noch

So in etwa verbrachten wir dann deine ersten 6 Lebenswochen.


Du, dieses winzige, zerbrechliche Wesen neben mir.

Dein erster Schlafzyklus war eigentlich ganz gut. Von etwa 20/22 Uhr abends bis ca. 2/3 Uhr nachts. Danach wolltest du dann alle 1,5 – 2,5 Stunden etwas trinken. Ich dachte noch, na ja, bis 3 Uhr nachts, das ist ja prima. Wenn es dann bald 5 oder 6 Uhr wird, ist doch alles toll.

Zumal mir als Fläschchen-Mama immer gesagt wurde „Na, dann wirst du ja bestimmt keine Schlafprobleme haben, Flaschenkinder schlafen ja meist schnell durch“. AHA. 

Ich selbst war auch ein Flaschenkind. Meine Mutter, also deine Oma, erzählte mir auch, ich schlief schon recht früh durch. Sie kennt daher diese ständige Müdigkeit gar nicht.

Ich wartete (und tue es noch!) von Woche zu Woche und von Monat zu Monat (NACHTRAG nach weiteren 1,5 Jahren: von Jahr zu Jahr…), dass du also mal durch schläfst. Nun bist du 6 Monate alt und dein Schlafzyklus hat sich noch weiter verkürzt, anstatt verlängert.


Wer das Buch „Oje, ich wachse“ kennt, der weiß, dass Babys diese verschiedenen Entwicklungsphasen und Sprünge im ersten Lebensjahr durchmachen. Je nach Phase, verändern sie sich, ihren Entwicklungsstand, lernen neue Dinge dazu und entwickeln neue Fähigkeiten.

Zu mancher dieser Phasen gehört auch ein verkürzter Schlafzyklus. Sie werden eher wach. Das kann ich gerade nur bestätigen. Inzwischen sieht es bei uns so aus, dass du gegen 20 Uhr ins Bett gehst. Wir gehen dann mit. „Früher“ legte ich dich hin, summte dir etwas vor, du schliefst ein und das war´s.

An dich!   Warum latente Müdigkeit wunderschön ist und wie ich den Baby Schlafzyklus erlebe

Jetzt lege ich dich hin und es dauert ca eine Stunde, in der du dich drehst und wendest, quengelst, schnullerst, schmust, bis du endlich in den Schlaf gefunden hast und ich dich in dein eigenes Bettchen legen kann.

Seit einigen Wochen liegst du gerne auf der Seite und drückst dein Gesicht am liebsten in ein Kissen. Natürlich achten wir darauf, dass deine Nase frei bleibt und dich trotzdem einkuscheln kannst.

Gegen Mitternacht möchtest du dann meistens das erste Mal etwas trinken. Danach wieder und weiterhin alle 1,5 – 2,5 Stunden. Zwischen 3 und 5 Uhr wirst du so unruhig, da donnern die Beine rauf und runter. Dann hole ich dich zu uns ins Bett. Lege dich auf meine Seite, so dass dein Papa nicht so doll gestört wird.

Du drehst deinen Kopf zu mir und schläfst weiter. Zumindest bis zur nächsten Phase…. Manchmal habe ich das Glück und du schläfst bis 7 Uhr (wenn auch nicht in einem Stück). In letzter Zeit wirst du aber oft gegen 5.30 – 6 Uhr wach. Da dein Papa dann aber sowieso aufsteht und ich immer mit wach werde, stehen wir danach dann auch häufig auf. Manchmal döst du noch etwas weiter, während ich mich fertig machen kann, manchmal auch nicht….

Seit 5,5 Monaten habe ich (bzw. wir, denn mein Mann wird ja häufig auch mit wach) also keine Nacht mehr durch geschlafen. Ich weiß von Still-Mamis, das diese auch alle 1,5 – 2,5 Stunden wach werden und füttern müssen.

NACHTRAG: jetzt, nochmal 1,5 Jahre weiter, warten wir immer noch darauf, dass du mal durch schläfst. Wenigstens 1x die Woche wäre ja schon toll. 😉

Die Natur..

…hat es aber wohl so eingerichtet, dass Frau auch mit wenig Schlaf, einigermaßen zurecht kommt. Es ist anstrengend, mitten in der Nacht, mehrmals,wach sein zu müssen. Ich habe mich schon dabei ertappt, wie ich beim halten der Flasche eingeschlafen bin und sie mir aus der Hand sackte.

Es gibt Nächte, die stecke ich gut weg und es gibt Nächte, die sind härter als andere. Dabei sind wir ja schon dankbar, dass du niemals schreist. So haben wir keinen lauten Stress aus zu stehen. Sondern „nur“ diesen Schlafmangel.

Die Folge des Schlafmangels ist eine dauerhafte, latente Müdigkeit. Ich habe weder Lust auf Party-Nächte noch auf langes Ausgehen. Es ändert ja nichts daran, dass ich am nächsten morgen früh wieder fit sein muss.

Dieser Schlafmangel macht mich fahrig. Mir fallen Dinge aus der Hand oder ich stoße sie um. Menschen aus meinem Umfeld würden sagen, ist doch ganz normal für mich…. Aber es hat sich gesteigert.

Manchmal muss ich durchatmen, um mich wieder konzentrieren zu können.

Dich halte ich beim Tragen oder Treppen gehen, besonders fest. Aus Angst, ich könnte dich fallen lassen oder eine Stufe verfehlen.

JA, ich wünsche mir so sehr, mal wieder durch schlafen zu können. Nur 6 Stunden am Stück wären schon grandios!

Warum latente Müdigkeit trotzdem wunderschön ist?

  • So sehr mir mein Rücken von nächtlichen Verkrümmungen weh tut und meine Schultern vom Liegen und Tragen verspannt sind, so sehr berührst du morgens mein Herz, wenn du mich mit deinem zahnlosen Lächeln begrüßt.
  • So oft ich auch nachts getreten oder gestupst werde, so schön ist es, deine kleinen, warmen Baby-Füße nachts berühren und streicheln zu können.
  • So oft ich auch stöhne, wenn du mich nachts wieder weckst, so schön ist es doch, mit meiner Hand über dein schlafendes Gesicht zu streicheln.
  • So sehr deine Unruhe mich auch mal stört, so sehr genieße ich es, über deinen kleinen Rücken und Windel-Hintern streicheln zu können, deine Wärme zu fühlen, deinen Atem und zu wissen,
  • es geht dir gut, du gehört zu mir, du bist geborgen und wirst geliebt

mein Sohn – mein Baby – meine Liebe – mein Wunder

Das ist der Preis dafür, ständig müde zu sein und doch ist es trotz allem, wunderschön!
Oder wie habt ihr das erlebt?

4 Gedanken zu „Warum latente Müdigkeit so wunderschön ist

  1. Huhu, liebe Janin 🙂

    Auch ich erinnere mich noch gut an unsere Gespräche (damals, als Kolja ankam, in Öjendorf), dass wir nichts gegen ein kinderloses Dasein einzuwenden haben.

    Und nun bist Du Mama, und Ihr seid Eltern. Und obwohl ich nach wie vor keine Kinder habe, kann ich Deine Mama-Strahleaugen und Dein mit Liebe gefülltes Herz förmlich fühlen…so wunderschön ist dieser Blog über und für Deinen Sohn.

    Ich wünsche Euch alles erdenklich Liebe und freue mich sehr über all das, was wir hier noch lesen dürfen.

    Mone

    1. Ach Mone, du findest immer die schönsten Worte. 1000 Dank dafür, das bedeutet mir viel!

      Und Recht hast du, ich kann es selbst nach einem Jahr immer noch nicht ganz glauben… Drück dich

  2. Liebe Janin!

    Aus sämtlichen Zeilen lese ich Deine Liebe zu Deinem Sohn! Das freut mich so sehr! Als wir uns vor Jahren kennenlernten, konntest Du Dir noch gar nicht vorstellen, mal Mama zu werden. Ich dachte damals, dass an Dir ganz bestimmt eine großartige Mama verloren gehen würde! Und ich habe immer gehofft, dass Du doch noch Mama werden würdest! Es hat geklappt! Und ich freue mich einfach nur mit Dir! Wunderbar, wie Du die Zeit genießt! Eurer kleinen Familie wünsche ich das Allerbeste! Von Herzen und für immer! Liebe Grüße von Magdalena

    1. Liebe Magdalena, das ist das Schönste, was ich seit langem gelesen habe. Deine Worte haben mich doch tatsächlich zu Tränen gerührt… DANKE dafür! Und eine wunderschöne „Oma-Zeit“ wünsche ich dir 🙂

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