Warum wir den Kindergarten wechseln

Warum wir den Kindergarten wechseln

Unser Sohn kam vor einem Jahr, mit 2 Jahren in die Krippe und seine Eingewöhnung verlief sehr holprig. Erst folgte ein Wechsel der Erzieherin, der ihn aus der Bahn warf und insgesamt hat er fast ein halbes Jahr gebraucht, bis er wirklich „angekommen“ ist. Er brauchte es, dass ihn jemand abholt, im wahrsten Sinne des Wortes. Das ihn jemand in Empfang oder sogar kurz in den Arm nimmt. Ich musste auch erst lernen, wie das Abgeben des eigenen Kindes am besten für ihn funktioniert.

So war der Abschied für ihn von mir ok, er fügte sich in sein Schicksal und ich bin mir sicher, dass er durchaus schöne Vormittage dort verbrachte.

Im April begann damals die Eingewöhnung, aber erst ab Herbst lief es endlich besser und ich hatte das Gefühl, er fühlt sich nun wohler.

Ich höre oder lese öfter mal, es gibt sie durchaus, die Kinder, die voller Elan und Freude in den Kindergarten laufen. Bei uns war es nicht so.

Dennoch war der morgendliche Abschied für ihn nun ok, er läuft in den Raum und sucht sich etwas zum Spielen oder Kontakt zu den Erzieherinnen.

Noch heute, 10 Monate später, ist morgens seine erste Frage: „Heute keine Kita?“

Er legt keinen Wert auf die anderen Kinder, obwohl er sie durchaus interessant findet. Laut und wild mag er nicht. Einmal kam ich spontan, um ihn viel früher abzuholen. Die anderen Kinder spielten, er saß allein auf seinem Bett und guckte ein Buch an. Natürlich ist das vollkommen in Ordnung, das beschreibt ihn auch gut. Ich weiß, dass er inzwischen auch gerne auf der Hochebene mit der Kinderküche spielt und ich habe ihn für die Musikschule in der Kita angemeldet, die er dort 1x die Woche vormittags besucht. Eine schöne Abwechslung, die ihm wirklich Freude macht.

Kürzlich war Puppentheater in der Kita, das hat ihm auch großartig gefallen. Er ist also nun endlich in der Krippe gut angekommen, aber es hilft ja nichts, der Wechsel in den Elementar-Bereich steht jetzt kurz bevor. In 6 Wochen wird er 3 Jahre alt.

Kindergarten wechseln

Als wir damals neu die Krippe besuchten, kam mir eine Dame lächelnd und fröhlich entgegen, wie ich heute weiß, eine Erzieherin aus dem Elementar-Bereich. Ich sagte mir damals, ich würde mir wünschen, dass er zu ihr in die Elementar-Gruppe kommt. Bauchgefühl.

Ich bin ein emotionaler Mensch und höre immer darauf, was mein Bauchgefühl mir sagt. Auch wenn mein Verstand mir signalisiert, dass das ein schwieriger Weg werden könnte.

Meine Hoffnung für den Wechsel lag also darin, dass er in diese Gruppe zu dieser Dame kommen könnte. Eine Nachfrage im Büro ergab dann schnell, dass es diese Gruppe NICHT wird.

Normalerweise erfährt man erst recht kurzfristig, welche Gruppe es wird und wann der Wechsel stattfindet. Ich fragte 2 Monate vor dem möglichen Wechsel nach, weil ich bereits im Gefühl hatte, dass es vielleicht nicht funktionieren und ich einen Plan B brauchen könnte.

Das Gespräch mit der Kita-Leitung verlief, nennen wir es mal nett, „emotional“ auf beiden Seiten. Wahrscheinlich hatten wir beide keinen guten Start, was ich sehr schade finde. Ich hätte mir ein Gespräch auf Augenhöhe gewünscht, um darüber zu sprechen, mir mein ungutes Gefühl in Bezug auf die recht großen Gruppen zu nehmen. Ich wäre bereit für Kompromisse gewesen und nach einem guten Gespräch, wer weiß, hätte ich vielleicht sogar einen Versuch in der vorgesehenen Gruppe gestartet.

Nur wenn ich mich als Elternteil aufgehoben und ernst genommen fühle, kann ich das auch für mein Kind glauben.

Gern hätte ich meinen Sohn auch einige Monate aus der Kita genommen, bis ein Platz frei wird. Organisation ist alles.

Kita-Gespräch verlief so:

Sie: „Er kommt in Gruppe X“

Ich: „Da streike ich.“

Sie: „Dann müssen Sie sich eine andere Kita suchen.“

Ich: „Genau, um diese Möglichkeit zu bedenken, frage ich ja so früh.“

Mir lag eine Gruppengröße von ca. 40+ Kindern sehr auf dem Magen und ihre Aussage dazu, ob 30 oder 40 Kinder in einer Gruppe, mache auch keinen Unterschied mehr, empfand ich nicht hilfreich.

Ich muss dazu sagen, wir haben wieder die Kurve bekommen, sie schaute nochmal nach und korrigierte sich. Er kommt nicht in Gruppe X, aber auch nicht in meine Wunsch-Gruppe (die übrigens ein Tick kleiner ist), sondern in eine dritte Gruppe. Ich war nicht glücklich darüber, aber wollte mir die Räumlichkeiten zumindest anschauen.

Mir ist bewusst, dass ein Kindergarten mit insgesamt 180 Kindern logistisch planen, die Finanzen im Auge behalten und gleichzeitig Eltern zufrieden stellen muss. Ich weiß auch, dass es nicht leicht ist, sich mit all den Eltern von all den Kindern auseinander zu setzen und sie nicht alle Wünsche berücksichtigen können.

Ein Kind da hin zu schieben zu lassen, wo gerade Platz ist, ist nicht mein Weg. Für mich müssen Rahmenbedingungen passen.

Unsere Kita besteht aus 4 Krippen-Gruppen und 3 Elementar-Gruppen. Insgesamt ca. 180 Kinder.

In jeder Elementar-Gruppe sind ca. 40 Kinder. Die, in die unser Sohn wechseln sollte, unterteilt sich selbst nochmal auf 2 x ca. 20 Kinder. Jede Gruppe hat dann 1,5 Räume innerhalb der eigentlichen Räumlichkeiten ihrer Gruppe.

Die Erzieherinnen können nichts für den schlechten Betreuungsschlüssel in Hamburg und den damit verbundenen, ziemlich großen Gruppen.

Unsere Gründe

Was mir nicht gefallen hat, sind folgende Punkte.

  • die Gruppengröße
  • zu kleines Raumangebot
  • keine Hochebenen
  • keine Rückzugsmöglichkeiten
  • er kennt kein Kind in der Gruppe
  • er hätte allein wechseln müssen (manchmal wechseln mehrere Kinder gleichzeitig)

Abgesehen davon, dass sich zwei der älteren Kinder die ganze Zeit fleißig traten (Erzieherin war im Nebenraum, kann sich ja auch nicht zerreißen), versuchte ich das Positive zu sehen. Mein Sohn spielte an der Kinderküche und die Erzieherin fanden wir sehr sympathisch.    Warum wir den #kindergarten wechseln? Ich höre auf mein Bauchgefühl. #kita #kitafrei #krippe #kleinkind

Es waren nur wenig Kinder in diesem Raum und die Vorstellung, dass 15-20 Kinder (ein paar sind ja mal in der Vorschule) sich in diesen 1,5, recht kleinen Räumen aufhalten und es keine Rückzugsorte für die ruhigeren Gesellen gibt, bereiteten mir Unbehagen.

Vielleicht klingt das alles nach Helikopter-Mama, ich gehe nach meinem Bauchgefühl. Auch wenn mein Sohn eher ruhig ist und es nicht laut um sich herum mag, kommt er mit Kindern und auch mit einer gewissen Lautstärke zurecht. Hey, es ist ein KINDERGARTEN, das ist mir wohl bewusst!

Aber ich finde, Kinder sollten auch die Möglichkeit haben, sich irgendwo zurückziehen zu können, wenn es ihnen zu laut oder wild wird.

Wir ließen unsere Eindrücke noch eine Weile sacken und hätten den Wechsel in diese Gruppe vielleicht erstmal versucht. Auf jeden Fall mit dem Gedanken, wenn es nicht funktioniert, nehme ich ihn komplett raus. Ein gutes Gefühl hatte ich die ganze Zeit aber nicht. Schon nach diesem holprigen Krippen-Start habe ich mir geschworen, ich stecke ihn nicht mehr einfach irgendwo rein, weil es halt so sein muss.

Kita – Neueröffnung

Ich bin überzeugt, es gibt andere Möglichkeiten, sodass ich mein Kind mit einem guten Bauchgefühl abgeben kann. Ich wünsche mir für ihn, dass er sich morgens auf den Kindergarten freut.

Unsere bisherige Kita ist solide, sehr sauber, tolles, selbst gekochtes Essen!, insgesamt recht ruhig und wir haben uns im Bereich der Krippe gut aufgehoben gefühlt. Das es mit dem Wechsel der Gruppen nun zu einem kompletten Wechsel der Kita kommt, war vorher nicht absehbar und ganz sicher nicht so gewollt oder geplant.

Aber manchmal sprechen Dinge für Veränderung.

Vor der Entscheidung, den Kindergarten zu wechseln, wollte ich den neuen Kita-Gutschein beantragen, ging zum Amt und beim Warten fiel mir EIN EINZIGER Flyer ins Auge.

Eine Kita-Neueröffnung im Laufe des Jahres.

Was es damit auf sich hat, warum mir das Konzept so gefällt und wie das Schicksal manchmal zusammenpasst, lest ihr bald im nächsten Teil meiner Kita-Serie. Es geht noch um Themen wie:

  • Wie überbrücken wir die Kindergarten freie Zeit
  • 8 Monate Kita frei – ein Privileg?
  • Was macht die neue Kita anders

Hat einer von euch auch schon mal den Kindergarten gewechselt, aus welchen Gründen auch immer? Wie sind eure Erfahrungen und wie sind eure Kinder damit umgegangen?

4 Gedanken zu „Warum wir den Kindergarten wechseln

  1. Ich finde deine Entscheidung ist richtig und ich kann es komplett nachvollziehen. Unsere Söhne sind gleich alt und er hat im September die Kita angefangen. Er freut sich jeden Tag dahin zu gehen. Meine Tochter war schwieriger wir machen gerade die Eingewöhnung. Es läuft jetzt ganz gut, am Anfang hat sie viel geweint aber nie wegen der Kita, sondern eher sie wollte mich nicht loslassen. Vielleicht diese 8 Monaten Kitafrei wird gut tun! Ich drücke euch sehr die Daumen dass es alles gut mit dem neuen Kindergarten funktioniert ich hätte in deiner Stelle auch so gemacht, wie du! Liebe Grüße aus Ungarn 🤗Sophie

    1. Hallo meine Liebe! Ich habe kürzlich auf deinem Profil geschaut, ob es etwas Neues von euch gibt. Toll, dass du dir die Zeit nimmst, den Beitrag zu lesen und hier zu kommentieren. Ich drücke dir alle Daumen für die anstehende Prüfung und eure weitere Eingewöhnung und hoffe, dass wir uns ganz bald wieder lesen! Und irgendwann auch mal sehen 😉

  2. Ja Helikopter mutti, in meinen Augen Erstlings Mutter.
    Ich habe drei Kinder und sechs Kinder großgezogen. Natürlich höre auch ich auf mein bauchgefühl und gucke das jedem Kind das richtige im leben passiert, dazu gehört die richtige Erzieherin, der richtige Lehrer und wenn das nicht passt muss man wechseln ja. Aber wenn die Mutter schon ein schlechtes gewissen hat, dass irgendwas mit der Gruppe nicht passt und das Kind auch schon sehr ruhig und sensible ist, was passiert danm? Genau er macht das gleiche wie du unsicher sein.
    Ich habe nicht die Zeit unsicher zu sein. Mein letztes kind kommt jetzt in den Kindergarten. Ich weiß nicht ob er genauso gut klar kommt wie seine Geschwister, woher soll ich es auch wissen? Bisher geht er ja noch nicht.
    Versteh mich nicht falsch aber es hört sich so an als wenn du viel auf dein Kind produzierst. Und so handelt er auch so wie du vorher dachtest.

    1. Hallo Jule, vielen Dank für deine Rückmeldung! Ich weiß was du meinst, aber dem ist nicht so.

      Ich habe mich damals sehr auf die Krippenzeit gefreut und war absolut positiv und fröhlich. Das habe ich auch weiterhin versucht, als ich ein brüllendes Kind abgeben musste, welches mich wie gesagt, täglich fragt, ob es heute nicht in die Kita muss. Nach einer ganzen Weile war es ok, (aber eben auch nur ok und nicht toll) und wir hätten es so weiter laufen lassen. Aber es stand ja nun ein Gruppen-Wechsel an und darum dreht sich dieser Artikel.

      Um mein Kind fremd betreuen zu lassen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Es mag aber sein, dass ich bestimmte Anforderungen an eine Kita habe und daher nun auch in Kauf nehmen muss, weiter zu fahren.

      Jedes Kind ist unterschiedlich, das habe ich dort auch beobachtet. Es gibt Kinder, die gehen in der Kita voll auf, rocken jeden Ausflug und machen halligalli. Und es gibt die Anderen (nicht nur meinen) und die gehen in einer großen Gruppe leichter unter. Mir ist einfach nur wichtig, dass er gerne in die Kita geht.

      Ich drück euch die Daumen, dass dein Sohn genauso gerne in die Kita geht, wie seine Geschwister.

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