Wie mein Baby anfing, seine Flaschen-Milch kühl zu trinken

Heute (im Juli 2018), verzeichnen wir  hier in Hamburg an die 33 Grad. Eine richtige Hitzewelle überrollt uns und ich musste gerade daran denken, heute vor 2 Jahren war mein Sohn 4 Monate alt. Es war ein genauso heißer Sommertag wie heute.

Wir stillten nicht und erwärmten daher die Baby-Milch bis dato auf ca. 38 Grad. An diesem heißen Tag aber, draußen auf der Terrasse, dachte ich mir, „das ich jetzt die Milch bei der Außentemperatur noch mehr aufwärme, ist doch irgendwie verrückt“.

Das Wasser abkochen?

Wir haben uns anfangs sehr eingelesen und zur Sicherheit einfach beschlossen, trotz der super Wasser-Qualität, unser Leitungswasser in den ersten 6 Lebensmonaten für unser Baby abzukochen.


Es sollte ca. 5 Minuten kochend auf dem Herd stehen.


Wir haben einen großen 5 Liter Topf genutzt und hatten so immer genug abgekochtes Wasser bereit. Die Flasche haben wir zum Füllen mit einer Zange in das Wasser gehalten. Die Zange und die Flaschen kamen natürlich auch die ersten Monate in den Vaporisator.

Das abgekochte Wasser stand also bereits „abgekühlt“ auf Außen-Temperatur in der Küche. Ich rührte seine Milch damit an und bot sie meinem Sohn.

Nicht wirklich überrascht war ich, als er die Milch, so wie sie war, ohne zu zögern wegzog. Da sich diese Temperaturen etliche Tage hielten, behielten wir auch dieses Ritual bei. Das abgekochte Wasser kühlte sich auf Außentemperatur herunter und genauso mixte ich die Milch-Flaschen an. Bei etwa um die 30 Grad.

Mein Sohn hatte übrigens weder Bauchweh, noch Durchfall oder andere Symtome. Er vertrug es gut. Das Unerwartete kam dann, als die Temperaturen wieder auf unter 30 Grad sanken und ich irgendwann dachte, ich wärme die Milch besser mal wieder auf.

Nix da. Das sah er anders und verweigerte von da an, mit lautstarker Untermalung, die Aufnahme von warmer Milch. Ich war zwar irritiert, hab mich aber nicht verrückt gemacht und so ließ ich ihn weiterhin seine Milch bei Zimmer-Temperatur trinken.

An einigen Vormittagen passte ja die Oma auf ihn auf. Leider hatte ich vergessen ihr mitzuteilen, dass er nach wie vor nur noch Zimmer-Temperatur annimmt und keine warme Milch mehr. Sie war dann ganz verzweifelt als ich zurückkam, weil er schrie und die (warme) Milch nicht trinken wollte. Mein Fehler. Von nun an wusste sie Bescheid und der Kleine ist tatsächlich nie wieder zur warmen Milch zurückgekehrt.

Wie es kam, dass mein #baby anfing, seine #flaschenmilch kühl zu trinken - #mamaleben #schwangerschaft Der Herbst zog ein und die Temperaturen sanken. Bis zum Abschluss seines 6. Lebensmonats habe wir das Milch-Wasser abgekocht und es stand nach wie vor konstant bei Zimmer-Temperatur im Raum. Diese beträgt aber in der Regel ja auch nur etwas über 20 Grad. So pendelte es sich dann auch ein. Im Winter, wenn wir unterwegs waren, habe ich die Flaschen in eine Isolier-Tasche gestellt, damit die Milch nicht zu kalt wird.

Weiterhin hatte er nie mit Bauchweh oder Durchfall zu kämpfen. Ich weiß, dass das sicher befremdlich auf einige von euch Mamas wirkt, aber ich habe hier, wie immer, auf mein Bauchgefühl gehört und damit sind wir gut gefahren. Natürlich waren auch andere Leute irritiert, wenn wir auswärts waren und darum baten, dass wir etwas Leitungswasser zum mixen der Baby-Milch benötigen und kein aufwärmen nötig ist. Zu dem Zeitpunkt war er natürlich schon etwas älter und

niemand musste mehr Wasser abkochen.

Dazu möchte ich sagen, dass wir hier in Hamburg ein Top Leitungswasser haben. Die Analysen und alle Informationen dazu könnt ihr euch dort anschauen.

Es mag nicht jedem gefallen, wie ich es gehandhabt habe, aber so war es und wir sind alle prima damit zurecht gekommen. Ich erzähle euch davon, um zu verdeutlichen, dass ihr nur auf euch selbst hören sollt. Wenn etwas mal nicht läuft, probiert es halt auf einem anderen Weg aus, macht euch nicht verrückt, es gibt immer verschiedene Wege für dasselbe Ziel.

Falls ihr euch jetzt fragt, wie lange wir überhaupt bei der Flaschenmilch geblieben sind, erzähle ich euch auch noch kurz davon. Mit ca. 1 1/4 Jahren fing ich an, die Milch zu verdünnen. Einfach, weil er tagsüber sehr viel gegessen und dennoch viel Milch verlangt hat. Bis heute ist er ein sehr guter Esser geblieben. Von Anfang an verlief die Beikost und der Umstieg auf richtige Nahrung, problemlos.

Das Verdünnen der Flüssigkeit zog ich einige Monate durch, bis wir mit ca. 1,5 Jahren bei fast nur noch Wasser mit 1 Löffel Milch-Pulver waren (es gehörten eigentlich 8 Löffel hinein).  Ich habe immer versucht, Bedürfnis orientiert mit ihm umzugehen. Auch wenn ihr nicht stillt, könnt ihr sehr wohl Bedürfnis orientiert leben. Er schlief mit bei uns im Bett und bekam immer dann zu Trinken, wenn er danach verlangte. Was leider sehr häufig war, denn er war zwar tagsüber ein guter Esser, aber nachts ein schlechter Schläfer.

Seit ziemlich genau Anfang Januar 2018 mit 1 3/4 Jahren sind wir komplett „Milch-frei“ und er hat von da an, das reine Wasser super angenommen.

Bis heute trinken wir ausschließlich Leitungswasser. Natürlich gibt es auch mal eine Saft-Schorle, aber reine Säfte, Kuh-Milch oder geschweige denn Limonade, gibt es nicht. In seiner Kita trinkt er mittags Tee und im Winter bei uns zuhause auch.

Ich weiß, dieser Beitrag ist sicher ungewohnt zu lesen. Ein Baby, das kühle Milch trinkt, wo gibt es denn sowas? Sind wir damit wirklich alleine oder haben welche von euch auch diese Erfahrung gemacht?

 

5 Gedanken zu „Wie mein Baby anfing, seine Flaschen-Milch kühl zu trinken

  1. Witzig, dass ich gerade heute auf deinen Artikel stoße. Mein Sohn ist 3 Monate alt und seit ein paar Tagen bekommt er auch nur noch seine Milch in Zimmertemperatur…! Heute habe ich aus versehen den Wasserhahn auf wärmer gestellt und ihm die Milch lauwarm angeboten – und was soll ich sagen? Er hat sie verweigert. Erst als ich sie runter gekühlt habe, hat er sie getrunken 😉

    1. Das mit dem Timing ist ja wirklich witzig 🙂 Es scheint so, als würden es einige Babys gerade in den Sommermonaten so wollen mit der Milch. Ich hab da auch einfach auf meinen Bauch gehört und dann sind wir dabei geblieben. Wichtig ist, dass sich das Milchpulver trotzdem gut auflöst. Da unterscheiden sich die Anbieter etwas. Aber wenn ihr euch da durchprobiert, werdet ihr das richtige fingen. Alles Liebe und schön, dass du hier bist!

  2. Du bist ganz sicher nicht alleine. Bei unseren beiden Töchtern haben wir es ganz genauso gemacht. Die Kleine mit 10 Monaten trinkt seit Monaten ihre Flasche direkt mit Leitungswasser zubereitet. Kein abkochen, kein erwärmen.
    Man sagt doch auch, Das Leitungswasser das am Besten kontrollierteste Wasser ist.
    Ich habe mir ehrlich gesagt auch noch nie Gedanken darüber gemacht ob das irgendwie ungewöhnlich ist.
    Ihr schmeckt es, sie verträgt es, also bleiben wir dabei.
    Manchmal muss man einfach mal Dinge ausprobieren um zu wissen ob sie funktionieren.
    Wir trinken übrigens auch alle Leitungswasser und sparen uns damit das Wasserflaschen schleppen. 🙂
    Liebe Grüße

  3. Hallo, fand es super den artikel zu lesen. Ich habe bis zum 4. Monat gestillt und dann wurd es immer weniger bis es nicht mehr ging und dann hat er pre bekommen. Und diese wollte er von Anfang an nicht warm. Nur lauwarm. Und da wir auch eine super Wasserqualität haben, die regelmäßig kontrolliert wird hab ich es auch direkt aus der leitung genommen. Er hatte auch nie mit bauchweh oder ähnlichem zu kämpfen. Schön zu lesen,dass auch andere es so handhaben, denn auch wir wurden hin und wieder komisch angeschaut. Vielen dank für den artikel.
    Liebe Grüße

    1. Liebe Aileen, ich freue mich wahnsinnig über deine Rückmeldung! Genau solche Meldungen spornen an, weiterhin auch Beiträge zu schreiben, die andere vielleicht irritierend finden. Oft gibt es Situationen, in denen ich mich fragte, bin ich wirklich die Einzige die so denkt oder dieses oder jenes tut? Auch schwingt natürlich die Angst vor einem Shirtstorm immer mit, wenn man Dinge etwas anders angeht, als üblich. Daher ganz lieben Dank für deinen tollen Kommentar!

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