lightbox mit Text Babys Mamas schlafen nicht?

Hilfe, mein Kind schläft nicht durch

Ich muss kurz ein wenig ausholen, damit ihr die Fakten kennt und eventuell mit euren vergleichen könnt.

Schlafverhalten im ersten Lebensjahr

Die ersten 10 Monate des kleinen Matrosen verlangte er nachts mindestens alle 1,5 Stunden nach Milch. Sich an diesen Rhythmus zu gewöhnen, war hart und nervenaufreibend, aber irgendwie übersteht man das als Mutter. Mal mit mehr, mal mit weniger Kaffee…

Ich habe damals schon manchmal an mir selbst gezweifelt und dachte, „Geht es nur mir so?“, „Mache ich etwas falsch?“. WIESO kann ausgerechnet MEIN Kind nicht durchschlafen?

Meine Mutter erzählte mir, ich habe nach wenigen Tagen durch geschlafen. Dasselbe erzählt meine Schwiegermama über meinen Mann. Gibt es doch gar nicht. Was ist denn nun so anders bei uns?große Kaffeetasse maritim

Die Kinder von Anderen schlafen ja häufig durch. Denkt man. Eine Traumvorstellung für jede übernächtigte Mama. Umso mehr ich mich austauschte, umso mehr bekam ich aber heraus, dass es vielen, anderen Mamas ähnlich ging wie mir. Egal ob sie stillten oder wie ich, die Flasche gaben.

Babys, die durchschlafen, sind doch eher die Ausnahme und nicht umgekehrt!

Die meisten Babys möchten oder besser gesagt, KÖNNEN noch nicht durchschlafen.

Und auch wenn das für uns Erwachsene gerade in der Anfangszeit mehr als gewöhnungsbedürftig ist, hat die Natur das schon ganz richtig eingerichtet. Abgesehen von Hunger und Durst, lässt der Instinkt unserer Babys sie sich einfach vergewissern, ob wir noch in ihrer Nähe sind.

Die Nächte waren anstrengend, aber dafür waren die Tage einfach toll. Der kleine Mann war völlig problemlos und freundlich. Ich nahm diese kurzen Nächte also in Kauf. Verlor aber nie die Hoffnung, meinen Schlaf irgendwann wieder zu finden.

Mit 10 Monaten dann der Durchbruch. Er schlief 1, in Worten EINE Nacht durch! Yeah, was war das für ein Glücksgefühl! Ich musste mich morgens erstmal sortieren, nachschauen, ob er wirklich atmet und im Kopf die Nacht nochmal durchgehen. Meistens war ich ja morgens so gerädert, dass ich mich gar nicht mehr richtig erinnern konnte, wie oft ich eigentlich nachts wach war.

Naja, dieser Glücksrausch hielt einen Tag. Immerhin. Ein Anfang.

Positiv denken!

Die folgenden Nächte waren dann unterschiedlich. Es pendelte sich ein, dass der Kleine 2-3 Mal in der Nacht nach Milch verlangte. Er geht meist zwischen 19 Uhr und 20 Uhr schlafen, und wenn ich es dann schaffte, meine müden Augen noch bis 22/23 Uhr aufzuhalten, konnte ich die erste Milch noch geben, bevor ich einschlief. So kamen nur noch 2 nächtliche Störungen auf mich zu, statt 3. Klappt nicht SOO häufig. Kennt ihr vielleicht. Kind schläft um 20 Uhr, nun hätte man Zeit für sich…. chhhrrrrrr  Ironie Spruch aus dem Mamaleben

Jedenfalls kam er dann meist wieder zwischen 2-3 Uhr und mit Glück dann erst wieder gegen 6 Uhr, wenn wir eh langsam aufstehen. Manchmal kam dann aber noch 5 Uhr dazu. Naja, so schleppten wir uns die letzten 6 Monate durch. Es war jedenfalls deutlich besser als die ersten 10 Monate!

Wie ihr nun richtig errechnet, ist der kleine Matrose aktuell knapp 1 Jahr und 7 Monate. Noch nicht ganz. Diese zwei Wochen um die es hier gerade geht, stellten nun alles in den Schatten!

Die Milch, die er bekommt, egal ob tags, nachts oder abends zum einschlafen, ist übrigens schon so gestreckt, dass es eher Milchwasser ist. Anstatt 8 Löffel Milchpulver sind wir schon eine ganze Weile bei nur 1,5 – max. 2 Löffel! Also keine Panik, wenn ich euch jetzt erzähle, dass er die letzten zwei Wochen nachts extrem viel Milch verlangt. Es werden keine Massen an Eiweiß durch seine Nieren geschleust. Dennoch sehr viel Flüssigkeit, die ja auch irgendwo hin muss. Aber erstmal weiter im Text.

Milch reduzieren

Tagsüber trinkt er vormittags eine Flasche und die Flasche am Nachmittag können wir inzwischen schon häufig durch Ablenkung ersetzen. Es geht also nur noch um die Nacht.

Falls ihr euch fragt, warum ich keine Kuhmilch zu trinken gebe, sondern „das böse Pulver“, erzähle ich euch das mal in einem anderen Beitrag. Heute geht es aber nicht um Flasche vs. Stillen oder Milchpulver vs. Kuhmilch, sondern um das Schlafverhalten.

Der kleine Mann wacht mindestens alle 2-3 Stunden auf und verlangt wehement nach Milch. „Da Da“ ist sein Wort dafür, welches tagsüber natürlich mit gestrecktem Zeigefinger stark untermauert wird.

Gebe ich ihm nachts die reine Wasserflasche, wird diese gleich beiseite geschoben und um des lieben Friedens willen, gebe ich ihm nach. Tagsüber ist Wasser gar kein Problem. Er kennt nichts anderes und bekommt auch noch keine Säfte.

Mama legt sich also wieder aufs Ohr, aber kaum eingeschlafen, ertönt „DA DA“. Die letzten Nächte waren dann noch gekrönt von jeweils 1,5 Stunden Wachphasen so gegen 3 Uhr nachts. Mir kommt dann nachts immer der Gedanke, dass Schlafentzug nicht ohne Grund eine Foltermethode ist. lightbox mit Text Babys Mamas schlafen nicht?

Ich möchte euch nicht damit langweilen, wie sich das ganze äußert und wie oft er sich nun genau meldet, aber es ist OFT und ich bin nachts so angespannt, dass ich keinen seiner kleinen Füße in meinem Rücken etwas abgewinnen kann. Wo ich es doch sonst so sehr liebe, ihn bei mir zu haben.

Diese besagten zwei Wochen waren so anstrengend für alle. Durch unseren Umbau leben wir ja seit 4 Monaten mit in der Wohnung der Oma, meiner Mutter. Die hier eigentlich alleine lebt, aber nun zusätzlich 2 Erwachsene, ein Kleinkind und 2 Hunde bei sich aufgenommen hat. Wir gehen alle langsam auf dem Zahnfleisch und ich möchte nachts nun keine Brüll-Attacken zulassen, in dem ich ihm die Milch verweigere.

Trinken anerzogen?

Mein Mann sagte mir des öfteren, es sei wohl anerzogen und das es nicht gut sei, wenn der Kleine soviel trinkt und wir das mal abstellen sollten. Hört Frau ja gerne… aber so langsam war ich seiner Meinung.

Ich höre und interessiere mich nicht für Erziehungsratgeber. Ich möchte mir einfach von niemandem erzählen lassen, wie ich MEIN Kind zu erziehen habe. Ich bin offen für Vorschläge oder Tipps von erfahrenen Mamas. Meine Schwägerin hat 4 Kinder groß gezogen, da hole ich mir schon mal den einen oder anderen wertvollen Tipp ab.

Mein Mama-Herz blutet, wenn der Kleine schreit und weint. Das kennt ja sicher jede von euch. Aber natürlich habe ich mich auch schon selbst hinterfragt.

Habe ich ihm das vielleicht WIRKLICH anerzogen? Nur weil ich ihm das gebe, wonach er verlangt? Er war doch eben noch ein Baby und hat nur nach seinem Instinkt gehandelt, verlangt. Wie könnte ich ihm da etwas vorenthalten?

Was ist denn nur gerade los mit ihm, mit mir, mit uns? Ich fragte die liebe Jenny von „Kinnerkrams“ um Rat und bekam ein Stichwort um die Ohren, was mir richtig gut tat. Und ein Licht ging auf.

Der 10. Wachstumsschub!

Ich las mich ein wenig rein und es passt zeitlich perfekt! Auch wir hatten das tolle Buch Oje ich wachse.(Link zu Amazon!)

Welches aber nur die Wachstumsschübe im ersten Lebensjahr abdeckte. Ich hatte ja gar nicht mehr auf dem Zettel, dass diese Schübe noch darüber hinausgehen.

Die letzte Nacht besagter zwei Wochen, war die Härteste. Er hat zwischen 19 Uhr und 7 Uhr morgens 5 Flaschen verlangt und ich hatte in dieser Nacht beschlossen, das war es jetzt. Das mach ich nicht mehr mit und künftig machen wir das anders. Zumal er trotz 2-maligen Windelnwechselns wieder komplett eingepieschert war.

Nachdem ich aber nun von diesem Schub weiß, der ca. 5 Wochen dauern soll, habe ich mir vorgenommen, diesen Schub mit ihm durchzustehen, ihn zu halten, bei und für ihn da zu sein, wenn er danach verlangt. Dazu kommen die Backenzähne, die sich durchmogeln. Das ist aber auch fies.  Sind das Augenringe - krass der Panda kann sprechen

Wenn euer Baby oder Kleinkind die Nächte also mal wieder kürzer macht, als sie eh schon sind, dann schaut doch erstmal nach, ob ein Wachstumsschub dahinter stecken könnte. Und falls nicht: heißt es einfach „durchhalten!“.

Mein Rat an euch ist: hört nicht auf Bücher oder Ratschläge, mit denen ihr euch unwohl fühlt, sondern hört nur auf euer Herz!

Gerne berichte ich euch demnächst, wie wir diese Phase überstanden haben und was sich inzwischen an unserem Schlafverhalten verändert hat!

Wie lange hat es denn bei euch gedauert, bis eure Mäuse mehr oder weniger regelmäßig, sagen wir mal, ca. 6 Stunden und mehr, durch geschlafen haben?

Ein Gedanke zu „Hilfe, mein Kind schläft nicht durch

  1. Sehr schöner Beitrag!
    Wir sind zwar noch nicht so weit wie ihr, aber bei uns gibts diese Debatten immer uns nächtliche Stillen usw. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, mir von keinem mehr reinreden zu lassen (auch nicht vom Göttergatten). Zu 99% fährt man ja doch mit dem Mutterinstinkt ganz gut. Wenn ich dann noch Fragen habe, gehe ich zu den Müttern meines Vertrauens und hol mir dort einen Rat ab. Zurück zu deiner Frage, hier wurde glaube ich jetzt 2-3x durchgeschlafen (habe schon Blackouts). Da fragt man sich Morgens…. war er wach?…. war ich wach?..kann nicht sein.. oder doch?! Liebe Grüße:))

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