Ablauf der 4,5-jährigen Vorstellung für die Schule in Hamburg

Veröffentlicht von Mamaleben am

Für jedes in Hamburg wohnhafte Kind, ist die Vorstellung dieses Kindes mit 4,5 Jahren, in einer Schule in Hamburg Pflicht.

Unser erster Sohn wurde Ende März 2016 geboren und so erhielten wir im Herbst 2020 das Schreiben der Schulbehörde und die Einladung in die für uns zuständige Schule in Hamburg.

Nachdem ein Jahr in der Krippe nicht so richtig gut lief und wir aufgrund von Corona und der gleichzeitigen Geburt unseres zweiten Sohnes, seitdem Kita frei leben, stand mir der Termin in der Schule in Hamburg, irgendwie bevor.

Die Schule, in der die Vorstellung des Kindes stattfindet, hat nichts damit zu tun, ob das Kind später dort eingeschult wird. Da die einladende Schule aber in der Regel, die dem Wohnort nahe gelegenste Schule ist, werden die meisten Eltern die Schule wahrscheinlich auch in Erwägung ziehen.

Unser Termin stand also fest und ich muss zugeben, ich war ganz schön aufgeregt. Nirgendwo ist etwas darüber zu finden, wie der genaue Ablauf sein und was vom Kind erwartet wird, welche Dinge es machen soll. Da sitzen völlig fremde Menschen, die einige Minuten Zeit haben, dein Kind zu beurteilen. Das wirkt auf mich erstmal befremdlich.

In der Schule in Hamburg,

in unserem zuständigen Bezirk angekommen, wurden wir in einem Raum mit mehreren Tischen geführt. Es werden also auch immer mehrere Kinder gleichzeitig „geprüft“. Jede Familie suchte sich einen Tisch und die Kinder durften ihren Mund-Nasen-Schutz abnehmen. Wir befinden uns aktuell im „Lockdown light“, im November 2020.

So lief unsere 4,5-jährigen Vorstellung in der #schule in #hamburg - #vorschule #grundschule #einschulung #schulkindAnwesend waren mehrere Lehrerinnen und plötzlich hieß es, die Kinder gehen nun mit raus, in einen anderen Raum. Da wusste ich schon, das funktioniert bei uns nicht. Dieses Vorgehen finde ich, ehrlich gesagt, auch ziemlich absurd. Es mag ja 4,5-jährige Kinder geben, für die das gar kein Problem darstellt, mit Fremden mitzugehen (dann sollte man das allerdings auch mal überdenken….), mein Sohn und auch die anderen, anwesenden Kinder, gehörten jedenfalls nicht dazu.

Natürlich haben wir versucht, ihm zuzureden, es sei ok und auch die Lehrerin hat versucht, ihn „abzuholen“. Ohne Erfolg. Ich fand es sogar sehr gut, dass er für sich einsteht und laut und vehement mitteilte, ohne Mama oder Papa, gehe er nirgendwohin.

Die Lehrerin lenkte ein und ich durfte mit. Es ging um vier Kinder und davon liefen 3 Eltern mit. Sollte einem doch zu denken geben, oder? Auf dem Weg zu den Räumlichkeiten, räumte selbst die Lehrerin ein, dass sie dieses Vorgehen fragwürdig findet. Danke! Man kommt sich schon wieder wie ein Exot vor, wenn man ein „übliches“ Vorgehen anzweifelt.

Das Ganze Prozedere wird wohl so gemacht, um zu schauen, wie groß die Trennungsangst eines Kindes noch ist. Wir erhielten am Ende für diesen Punkt übrigens „altersgemäß“.

Der Ablauf mit den 4,5-jährigen

Es standen einige Stühle im Kreis und jedes Kind setzte sich.

  1. Dann wurde den Kindern ein Schaumstoffwürfel zugeworfen (fangen und werfen). Die Kinder wurden einzeln gefragt, ob sie die Anzahl der Augen erkennen und wenn ja, welche Zahl nach und vor der geworfenen Zahl kommt (Zahlenverständnis).
  2. In der Mitte lagen Kärtchen mit verschiedenen Aktivitäten (Zähne putzen etc.). Die Kinder wurden einzeln befragt, ob sie die Situation erkennen, was darauf zu sehen ist.
  3. Danach wurden Formen gezeigt und jedes Kind dazu befragt. Um welche Form handelt es sich (Dreieck, Quadrat etc.) und auch, welche Farben die Formen haben.
  4. Den Kindern wurde ein Bild gezeigt, welches sich aus diesen Formen basteln lässt. Ein Haus (Viereck mit Dreieck als Dach) sowie eine Sonne (Kreis) und Rasen (Rechteck).
  5. Wir wechselten die Zimmer und dort stand für die Kinder jeweils ein Bastelplatz zur Verfügung. Die Kinder sollten die jeweiligen Formen ausschneiden (Umgang mit der Schere, Feinmotorik).
  6. Zum Bild sollten die Kinder noch einen Menschen malen, dabei wird die Stifthaltung beobachtet.

Gleichzeitig stellt die Lehrerin verschiedene Fragen und es werden Notizen gemacht. Während der gesamten Situationen wird auch das Sprachverhalten der Kinder beobachtet. In unserem Fall mussten wir zwei Stockwerke Treppen laufen und dabei wird geschaut, ob die Kinder altersgerecht die Stufen laufen.

Jedes Kind hat eine für ihn zuständige Lehrerin dabei, die auch entsprechend auf das Kind eingehen und nachhaken kann.

Der gesamte Ablauf hat ca. 45 Minuten gedauert und danach wird mit jedem Elternteil/-Paar besprochen, was die Lehrer/innen sich notiert haben.

Eindruck und Fazit – Schule in Hamburg

Die Lehrerinnen sind die gesamte Zeit sehr freundlich mit den Kindern um- und auf sie eingegangen. Mein Sohn und auch ein anderer, anfangs schüchterner Junge, tauten auf. Das anwesende Mädchen, brachte in der gesamten Zeit nicht ein Wort heraus. Sie sprach wohl kaum Deutsch und genau für solche Fälle, ist diese 4,5-jährigen Vorstellung so wichtig.

Wie soll ein Kind mit keinen oder schlechten Deutschkenntnissen, einem Unterricht folgen. Daher wird in diesen Fällen ein Förderbedarf besprochen und ggf. der Besuch einer Vorschule empfohlen.

Das vierte Kind im Bunde schockte uns ein wenig. Er schaute niemandem ins Gesicht, anfangs wirkte er extrem schüchtern, gar demütig. Dann rannte er laut kreischend aus dem Stuhlkreis heraus. Seine Mutter, in der ganzen Zeit nicht einmal lächelnd oder ihm zugetan, zog ihn rabiat am Arm, weiterhin laut schreiend, wieder hinein. Wir alle schauten geschockt und die Lehrer unterbrachen an der Stelle. Der Junge erhielt eine Einzel-Besprechung.

Für die Lehrer gehört so ein Verhalten sicher zum Alltag, für mich war es beklemmend zu sehen. Ich denke, man muss kein Pädagoge sein, um zu ahnen, dass hier irgendwas nicht rund läuft.

Ich hatte große Bedenken vor dieser „Begutachtung“ meines Kindes, kann aber jetzt im Nachhinein sagen, dass alles sehr gut verlief. Auf die Kinder wurde kindgerecht eingegangen.

„Altersgemäß“

Gibt es irgendwo ein kleines Manko, ist das kein Problem, weil das Kind dann an anderer Stelle vielleicht etwas sehr gut kann. Die Kinder werden tatsächlich bewertet auf einer Art Skala von 5 Feldern. Die Mitte steht für „altersgemäß“ und das gilt es zu erreichen.

Liegt ein Kind sehr oft darunter, (wenig oder sehr wenig), wird ein Förderbedarf besprochen, liegt es darüber, (stark oder sehr stark), ist alles gut oder gibt sogar einen Hinweis auf eine mögliche Begabung.

So war der Ablauf bei unserer 4,5 - jährigen Vorstellung in der zuständigen #schule in #hamburg - #vorschule #kindergarten #grundschule #hamburgerschule #schulkind #elementar

Wir hatten eine sehr nette Dame, die für die Begutachtung meines Sohnes und unser Gespräch zuständig war. Dieses Formular wird übrigens im Normalfall, bereits von der Kita ausgefüllt. Da unser Sohn keine Kita besucht, füllte die Dame es mit uns gemeinsam aus.

Was mir sehr hängen geblieben ist, war ihr erster Satz, den sie mit einem Lächeln brachte:

„Ich finde es übrigens toll, dass Ihr Sohn keine Kita besucht und bei Ihnen zuhause sein darf.“

Ich bedankte mich für ihre Worte, denn es tat gut, dass auch mal von einer Pädagogin und 4-fach Mutter zu hören, anstatt immer nur hinterfragt zu werden.

Bei der Verabschiedung bedankte sie sich, dass sie unseren Sohn kennenlernen durfte und es eine Freude war. Vielleicht sagt sie das zu jedem Elternpaar, aber auch das tat gut zu hören und freundliche Worte sind in unserer Gesellschaft viel zu selten geworden.

Leider hatten wir keine Zeit mehr, uns die Kantine, geschweige denn die Schule, anzusehen. Dennoch ziehen wir diese Schule und auch die dortige Vorschule in die engere Wahl.

Wie waren eure Termine? Lief alles zu eurer Zufriedenheit ab oder gab es Dinge, die euch missfielen?


2 Kommentare

Bianca · 16. November 2020 um 13:18

Anscheinend ist das 4,5-jährigen Gespräch auch verschieden in Hamburg. Je nach dem wie die Schule dies organisiert.
Meine Tochter geht in die Kita wurde aber auch von der Einzugsschule eingeladen. Ich denke dies ist wohl noch alles gleich.

Wir wurden am Eingang nach Familien empfangen und gleich ins Schulbüro um die Unterlagen einzureichen (=> Formular, Impfausweis, U-Heft, Geburtsurkunde).

Danach wurde eine Lehrerin/Lehrer zugewiesen und wegen Corona durfte nur ein Elternteil mit Kind mitgehen. Der Klassenraum war dann gelüftet und wir waren nur zu dritt bei der Prüfung.

Also zum Glück nicht so eine Massenveranstaltung wie bei Euch. Da hätte ich mich in Zeiten von Corona nicht toll gefühlt und auch ohne Corona finde ich es merkwürdig, denn es geht ja um die individuelle Einschätzung des Kindes. Wie sollen die denn das wirklich machen, wenn sie gleichzeitig mehrere ihnen unbekannte Kinder gleichzeitig prüfen?

Ich bin aber wohl auch ein Exot in diesen Themen 😂

    Mamaleben · 16. November 2020 um 14:30

    Huhu, ich glaube, da habe ich mich irgendwo falsch ausgedrückt. Bei uns war es keine Massenveranstaltung. Wir waren auch nur 4 Familien, Tische mit Abstand, Tür zum Lüften auf. Geschwisterkinder wurden mit einem Elternteil auf den Spielplatz gebeten. Formulare wurden da vor Ort erledigt. Die Kinder sollten dann mit den Lehrerinnen mitgehen, allein. Da das nicht klappte, waren anfangs 3 Elternteile dabei, am Ende war ich allein dabei und es waren 3 Kinder übrig. Es waren mehrere Lehrerinnen dabei und wenn ich das richtig gesehen habe, hat sich jede Lehrerin zu „ihrem“ Kind Notizen gemacht, auch wenn nur eine, das Ganze überwiegend geleitet hat.

    Mich hätte noch interessiert, wie es ohne Corona abläuft. Ob es dann mehr Kinder sind oder ob sie es immer so handhaben. Das hab ich leider nicht erfragt.

    Dein Blog kannte ich noch gar nicht! Da schau ich doch gleich mal 😉 Viele Grüße

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