Zugang legen bei Kindern Foto by Mamaleben.de
Persönliches,  Kleinkind

Zugang legen bei Kindern – eure Elternrechte

Einen Zugang legen bei Kindern – wisst ihr, welche Elternrechte ihr habt?

Ist es legitim, wenn die Ärzte euch verweigern, dabei sein zu dürfen und ihr euch vorher von eurem Kind verabschieden müsst? Gibt es ein Hausrecht des Krankenhauses, welches solche Entscheidungen pauschal ablehnt oder ist es die jeweilige Einzel-Entscheidung des behandelnden Arztes?

Ein Zugang ist eine Punktion der Vene, bei der eine Kanüle in die Vene eingeführt und dort fixiert wird. Über diesen Zugang ist die Gabe von Medikamenten oder Flüssigkeit gewährleistet.

Wie komme ich auf dieses Thema
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Mein Sohn wurde Tag genau mit 4 Monaten operiert. Seine Operation stand ca. einen Monat vorher fest (hier findet ihr unseren Bericht). Für diesen Beitrag hier ist es völlig egal, wie alt euer Kind beim Eingriff ist, geschweige denn, warum operiert oder ein Zugang benötigt wird.

Es geht einzig und allein um das Thema

Zugang legen bei Kindern.

Als feststand, dass unser Baby operiert werden musste, schoss mir sofort durch den Kopf, dass er für die Narkoseeinleitung, einen Zugang in den kleinen Handrücken erhalten wird. Der Gedanke um diesen Schmerz bereitete mir Sorgen und mir war klar, ich möchte auf jeden Fall dabei sein.

Dies kommunizierte ich als erste Station beim Vorgespräch mit der sehr netten und emphatischen Chirurgin, mit der wir die Operation besprachen. Sie sagte, sie wüsste nicht, ob ich dabei sein kann, das müsse ich mit dem Narkosearzt besprechen.

Dieses Gespräch fand dann direkt im Anschluss statt und so saßen wir eine Stunde später, in der Sprechstunde eines Anästhesisten des Kinderkrankenhauses. Nach Aushändigung der zig Formulare und Erteilung aller Unterschriften, erzählte ich ihm, dass ich beim Zugang legen meines Sohnes dabei sein möchte.

Er war irritiert und nach einigem hin und her, gab er zu, dass ER das Beisein der Eltern kategorisch ablehnt, aber ich das am Ende mit dem behandelnden Narkosearzt am Operationstag besprechen müsse. Ab da hatte ich ein mulmiges Gefühl.

Glukose auf dem Schnuller

Er erklärte mir noch, dass Kinder bis ca. 6 Monate, Glukose, (also Zucker), auf den Schnuller erhalten.  Laut einer Schmerz-Skala zur Erfassung und Beurteilung des Schmerzempfindens von kommunikationseingeschränkten Patienten, von 1-10 auf der Skala (10 ist dabei der höchste Schmerz), soll die Gabe von Glucose bei Babys (angeblich) das Schmerzempfinden bis Punkt 6 reduzieren.

Der Tag rückte näher und das Thema bereitete mir immer mehr Bauchschmerzen.

Am Abend vor der Operation versuchte ich im Internet fündig zu werden. Ich suchte nach dem Thema Elternrechte und Zugang legen bei Kindern. Ich überlegte auch kurz, wie ich reagieren würde, wenn mir das Beisein verweigert wird. Nehme ich mein Kind wieder mit und breche die gesamte Prozedur ab? Wir müssten dann alle Gespräche in einem anderen Krankenhaus wiederholen.


Schmerzreduktion während Venenpunktionen

Was ich im Internet fand, war nichts zum Thema Elternrechte, dafür eine Bachelor-Arbeit zum Thema

„Pflegerische Interventionen zur Schmerzreduktion während Venenpunktionen bei Kindern“ von Fabienne Binkert und Laila Stucker.

Auf Seite 35 steht, dass laut einer Studie aus 2013, die Ablenkung durch ein Kaleidoskop bei Kindern in der Altersgruppe zwischen 7 und 12 Jahren schmerzlindernd wirkt, aber NOCH EFFEKTIVER sei die Anwesenheit eines Elternteils.

„Diese Erkenntnisse bestätigen, dass die Eltern durch ihre Anwesenheit die Schmerzen der Kinder verringern können und daher in der Praxis während Venenpunktionen miteinbezogen werden sollten.“

Ab Seite 44 werden Tipps & Tricks zum Schmerzmanagement in der Pädiatrie vorgestellt. Auch dort gilt für die Altersgruppe 2 – 7 Jahre, unter anderem,

„Eltern anwesend bzw. das Kind sitzt evtl. sogar zur Ablenkung auf dem Schoss.“

Daneben werden noch andere, effektive Ablenkungsmanöver für Kinder verschiedener Altersgruppen vorgestellt und ich frage mich, warum davon nicht viel mehr umgesetzt werden.


Das Schmerzempfinden

Des Weiteren fand ich im Thieme-Magazin einen sehr interessanten, kurzen Artikel zum Thema:

„Kinderanästhesie – der schwierige Venenzugang“  

Besonders interessant waren für mich hier die Absätze

  • Positive Beeinflussung sowie
  • erfahrener Punkteur

Der erste Punkt besagt, dass die Gabe von Glucose auf dem Schnuller bei Neugeborenen, das Schmerzempfinden positiv beeinflussen kann, schmerzlos wird eine Punktion dadurch jedoch nicht!

Der zweite Punkt berichtet, wie es im Krankenhaus des Verfassers gehandhabt wird. Die Venenpunktion wird im Beisein der Eltern durchgeführt, in ruhiger Atmosphäre, ohne Zeitdruck, entspannt für alle. (So hätte ich mir das gewünscht, aber was weiß ich schon.)

Eine Followerin, die selbst auf der Neo arbeitet und Zugänge legt, hat mir Informationen zugesandt. Auf der pädiatrischen Station ihrer Klinik wird es so gehandhabt, dass Babys vor dem Zugang legen, gepuckt/eingewickelt werden. Das reduziert das Weinen und den Anstieg der Herzfrequenz. Des Weiteren die Gabe von Glucose UND, welche Überraschung, die Berührung der Mutter.


Zurück zu uns.

Mir war klar, dass (m)ein Baby sich nicht an den Schmerzimpuls, geschweige denn, an die gesamte Prozedur erinnern wird. Das gilt allgemein für Kinder bis ca. 2-3 Jahre. Aber das rechtfertigt für mich nicht, mein Kind dabei allein lassen zu müssen.

Ich hatte meinen Wunsch ja nun bei Station 1 (der Chirurgin) und Station 2 (dem Vorgespräch mit einem Narkosearzt) angebracht. Den Narkosearzt bat ich auch darum, meinen Wunsch in den Akten zu vermerken, was er mit Sicherheit nicht getan hat.

Am OP-Tag und im Vorbereitungsraum angekommen, teilte ich meinen Wunsch nun auch noch an Station 3 mit. Der Schwester, die die Station der OP-Vorbereitung betreute. Ich hörte, wie sie ein Telefonat führte, „die Mutter möchte beim Zugang legen dabei sein“. 

Danach erzählte sie mir, dass mein Sohn wahrscheinlich/vielleicht mit Maske in Narkose gelegt wird. Das kam mir komisch vor, denn im Vorgespräch sagte der Narkosearzt bereits, dass das nur gemacht wird, wenn kein Venenzugang gefunden wird oder die Kinder sich sehr dagegen wehren.

Der Narkosearzt

Nun trug ich also mein Baby in die Schleuse, vor dem Operationsbereich. Dort warteten mehrere Personen mit Mundschutz und ich legte den Kleinen auf eine Liege. Dort wurde er festgeschnallt und schaute sich mit großen Augen um. Mit einer Hand klammerte er sich an meinem Finger fest und gab keinen Pieps von sich.

Nun wollten sie ihn raus schieben und ich fragte, ob er denn mit Maske schlafen gelegt wird. „Nur, wenn wir keinen Venenzugang finden“, war die Aussage des Anästhesisten. Nun startete die Diskussion, denn ich sagte, inzwischen an Station 4, dem behandelnden Narkosearzt, dass ich dann dabei sein möchte.

Trotz Maske sah ich, wie ihm das missfiel und er nach kurzem hin und her dann mitteilte, dass das kategorisch abgelehnt wird. Ich war überrascht, schließlich wurde ich ständig nur vertröstet und kam mir jetzt am Ende, um es mal salopp zu sagen, verarscht vor.

Ich teilte ihm noch mit, dass das dann im gesamtem Krankenhaus auch mal so kommuniziert werden sollte und nicht jeder dem Nächsten, den Schuh zuschiebt.

Mit seiner Aussage, ich könne meinem Sohn dabei ja eh nicht helfen, hat er mir nochmal den Rest gegeben und gerade beim Schreiben, merke ich, wie sehr mich dieses Verfahren und seine Aussage ärgern.

Zugang legen bei Kindern ist ein sensibles Thema und natürlich weiß ich, dass ich ihm nicht den Schmerz nehmen kann und mir ist auch bewusst, dass er vielleicht laut schreien wird. Aber ich kann sehr wohl anwesend sein und meinem Kind in die Augen schauen, während der Schmerzimpuls eintritt. Ich kann diese 30 Sekunden für ihn da sein und dann hätte er direkt in den OP geschoben werden können. Dort in der Schleuse hätte der Zugang gelegt werden können.

Zeitmanagement

Ich spreche hier nicht von Notfall-Situationen oder der Notaufnahme und ich war weder hysterisch noch unfreundlich.

Fakt ist, hätte ich bereits bei Station 1 schon erfahren, dass vom Krankenhaus die Anwesenheit der Eltern beim Zugang legen bei Kindern, nicht erwünscht ist, hätten wir wahrscheinlich noch einen Termin für ein Gespräch in einem anderen Krankenhaus vereinbart.

Eltern sind bestimmt nicht immer einfach im Umgang und als Arzt/Ärztin erlebt man sicher einiges. Ich verstehe, dass das Arbeiten für die Ärzte, ohne die Anwesenheit der Eltern, einfacher sein mag und auch ein Zeitplan eingehalten werden soll.

Ärzte müssen aber auch uns Eltern verstehen und wenn sie merken, wie ernst es ein Elternteil meint, möchte ich mich ernst genommen fühlen. Im meinem Fall fühlte ich mich das nicht.

Ich habe das Gefühl vermittelt bekommen, dass die Schwester im Vorbereitungsraum Instruktionen erhalten hat, um mich zu beschwichtigen. Denn ist man erstmal in der Schleuse angekommen und nicht zu vergessen, hat man erstmal die 4 Stunden Nüchternheit seines Babys ohne Schreierei gut überstanden, überlegt man sich natürlich zweimal, ob man das Kind wieder mit – und das ganze Prozedere erneut auf sich nimmt. Ich hatte das Gefühl, genau darauf wurde spekuliert.

Elternrechte

Ich möchte gewiss keinem Arzt seine Behandlung erschweren und auch bei keiner Operation über die Schulter schauen. Ich möchte den Arzt nicht bei seiner Behandlung kontrollieren, sondern ernst genommen werden, mein Kind begleiten solang es geht und beim Schmerzimpuls bei ihm sein. Auch wenn es „nur“ diese Minute länger vor der Schleusentür ist.

Als die OP meines Babys anstand, durfte ich beim Zugang legen nicht dabei sein. Ich bin verärgert und würde das nie wieder zulassen. #operation #krankenhaus #narkose #baby #lebenmitkindern #mamaleben

Beim Zugang legen dabei zu sein, gehört für mich dazu, ob es dem Arzt gefällt oder nicht. 

An mir nagt, dass ich nicht weiß, was sich hinter verschlossener Schleusentür abgespielt hat.

Mein Sohn verweigert übrigens seit der OP vehement den Schnuller und das schreibe ich nicht der kleinen Wunde zu, denn aus der Flasche trinkt er ganz normal. Ich behaupte, er verbindet zur Zeit mit dem Saugen am Schnuller etwas Negatives.

Ich weiß auch, dass es Eltern von (Klein-)Kindern gibt, die ihr Kind nach der OP zurückerhielten und mehrere Einstichstellen gefunden haben. Im besten Fall funktioniert es natürlich beim ersten Versuch.

Mir ist bewusst, dass bei einem ärztlichen Eingriff, das Wohl des Kindes an erster Stelle steht und ganz gewiss nicht, die Befindlichkeiten der Mutter. Und nochmal: es geht hier nicht um Notfall-Situationen, sondern geplante Eingriffe!

Erhält mein Kind beim Zahnarzt eine Vollnarkose, sitze ich währenddessen bestimmt nicht vor der Tür im Wartezimmer.


Was habt ihr für Erfahrungen gemacht, sofern euer Kind bereits einen Zugang erhalten musste. Durftet ihr dabei sein?

Wie habt ihr die ganze Situation um das Thema erlebt?

15 Comments

  • Yvonne

    Hallöchen, ich habe ein Anliegen. Und zwar soll meine Tochter bald ein MRT machen(Zyste am Kopf)…..zu diesem Zeitpunkt wird sie dann 1 Jahr und 1 Monat sein. Es ist noch so lange hin und ich möchte unbedingt wissen was auf mein Baby zukommt sowie auf mich. Denn ich möchte eine starke verlässliche Mama sein. Ich möchte auf gar keinen Fall, dass mein Baby das Urvertrauen verliert. Jetzt habe ich bereits soviele unterschiedliche Aussagen gehört….ich möchte nur die Tatsächliche wissen. Das eine Narkose gemacht wird stimmt? Wenn ja wie? Wird ein Zugang gelegt? Wenn ja, wo? Wird das ohne irgendwas gemacht wie z.B. der Saft zum entspannen oder diese Maske? Wenn ja, warum auf so eine brutale Art und Weise? Für mich wäre das auch brutal bei mir selbst! Nebenbei bemerkt. Außerdem höre ich überall, dass sieht nur so brutal aus. Frage ich aber ob derjenige das schon selbst erlebt hat…..wird geschluckt und gestottert….also ist die Antwort: Nein…..wie kann diese Person das dann bitte wissen?
    Gibt es Krankenhäuser die das anders handhaben? Oder wird das überall gleich gemacht?
    Bitte um ausführliche Angaben. ich finde nichts halbes und nichts ganzes im Netz darüber….. Ich danke vorab schon einmal von ganzem Herzen für die Antwort 🙏🏼🌸

    • Mamaleben

      Hallo Yvonne, am besten klärst du das bei Vorgespräch. Was ich dir aber sagen kann, ist Folgendes: Wenn es sich nicht um eine sterile OP mit Intubation handelt, besteht eine Chance, dass sie mit Maske schlafen gelegt wird und ihr dann erst der Zugang gelegt wird. Ich durfte bei meinem Großen letztes Jahr vor einer Magenspiegelung, mit bis nach der Schleuse. Dann Maske und dann musste ich raus, als er schlief. Im Nachhinein hab ich dann die Piekser für den Zugangversuch gesehen. Er musste sich aebr auch nciht umziehen ,hatte normale Kleidung an. Daher durfte ich soweit mit. Ansonsten darf man höchtens bis zur Schleuse und der Zugang wird in der Regel erst danach gelegt, nicht im Beisein der Eltern. Ich weiß nicht, ob sie mit 1 Jahr schon den Saft bekommen. Aber ich denke, auf jeden Fall das Emla Pflaster vorher. Sie werden sich halt später nicht an den Schmerz erinnern, selbst wenn sie weinen. Aber wir erinnern uns und daher machen sie das meist ohne Eltern. Da musst du mal schauen, wie hartnäckig du sein kannst, um dabei bleiben zu dürfen bis sie schläft. Alles Liebe!

  • Martin

    Liebe Mamas,

    ich erlaube mir auch als Papa mich hier zu äußern. Die Zeilen lesen sich sehr schwer. Es macht einen wirklich traurig. ich möchte 3 Perspektiven mit euch teilen:
    (1) Wie erlebt soetwas der Papa
    (2) wie erleben es die Ärzte (habe jede Menge in der Familie)
    (3) wie erlebt es das Kind (ich war selbst als Kind sehr oft krank und musste alleine in diversen Einrichtungen bleiben)

    (1) Wie erlebt es der Papa
    Auch schlimm. Insbesondere, wenn es sich um eine Tochter handelt. Am schlimmsten ist es, gar nicht ins Krankenhaus mitgehen zu dürfen. Sei es nach der Geburt oder bei den Untersuchungen. Viele von uns Eltern machen sich dann Bilder vor den Augen, wie es erfolgen musste und wie schlimm das für das Kind war. dabei frage ich mich immer, ob es nicht mehr Unruhe für spätere Untersuchungen bringt. Ich kann euch nur raten – so viel wie möglich über die Gefühle mit anderen Eltern zu reden. vielleicht auch mit Eltern, die selbst Zugänge legen. Wie es denn so ist. Aus meiner Erfahrung ist man grundsätzlich ruhiger, wenn man es selbst erlebt hat – ich meine einen Zugang bekommen. Es ist wirklich nicht schlimm, vorausgesetzt man ist ruhig. und wenn die Kids älter sind, kann man sich durchaus vorstellen so vorzugehen, wie mein Cousin: er lässt sich immer auch selbst einen Zugang legen. Dann sieht sein Kind, dass es der Papa überlebt hat und er wirds auch schaffen. Mein ganz persönlicher Ratschlag: wenn ihr seht, dass es euch ohnmächtig von der Vorstellung des Zugang-legens bei Kind wird, dann tauscht euch mit einem Therapeuten aus. In äußerst kurzen Zeit kann man hier sehr gute Wege zur Handhabung der eigenen Ängste finden. Tja und bitte auch nicht die rechtliche Lage vergessen. Was ein Elternteil nicht erlaubt, gilt unter Umständen als Körperverletzung. Hierzu rate ich euch, einmal mit einem Rechtsanwalt zu sprechen. Dann habt ihr die Lage für einmal und immer geklärt.

    (2) Wie erleben es die Ärzte
    Wenn ich in meinem Familienumfeld einmal sage, ich habe Angst vor der Untersuchung oder OP (meiner oder von meinem Kind), werde ich wahrgenommen, als ob ich sagen würde ich habe Angst mein Auto in die Werkstatt zur Inspektion zu bringen. Die Ärzte haben mit hunderten Kindern zu tun und haben ein volles Programm. Da ist leider nicht immer viel Zeit, um das Kind 2 Stunden lang zu trösten und die aufgeregten Eltern dazu. Auch meine Verwandten Ärzte sagen oft es sei gut, wenn manchmal die Eltern draußen bleiben. Ich teile diese Meinung zwar nicht, kann die aber verstehen. es ist schwer einzuschätzen, ob ein Papa oder Mama hysterisch wird oder nicht. Das macht das ganze dann noch komplizierter. Deswegen macht man sich mal das Leben leicht und weist die Eltern aus dem Zimmer einfach aus. Was aber gar nicht geht ist, dass man etwas abspricht und dann dies nicht erfüllt. Das ist nicht nett und gar nicht professionell. Aber auch hier: gibt es eine Reihe an Ärzten, die mit eurem Kind zu tun haben (ist quasi eine Prozesskette), es ist schwer die richtige Person mit dem absoluten Sagen zu finden. Denn das wäre das Optimale – eine Ansage: ich bin dabei, Dr. XY hat mir das zugesprochen. Bereiten Sie mir bitte die notwendige Anzüge etc. vor

    (3) Wie erlebt es das Kind
    Ich bin 32 Jahre alt, kann mich auf die Untersuchungen und Aufenthalte ab ca. 6 Jahren erinnern. An die schlimmen auch und insbesondere. Meine Mutter war stets überempfindlich, ist beim Blutabnehmen stets nahezu umgefallen. Das überträgt sich an das Kind voll und ich habe seit dem immer Angst vor dem Blutabnehmen. Bis heute. Und analog geht es bei anderen Ärzten, wo die Mama auch immer dabei war und total fertig war. Wenn ich zurück denke, was hätte ich denn gern als Kind gehabt, dann wäre es eine mutigere Mama, die Ruhe ausstrahlt und nicht hysterisch wird. Was ich beim unseren Kind anders mache: ich erkläre alles äußerst ausgiebig. Was ist Blut, warum man es abnehmen muss, wie wird es gemacht und warum so. Das beruhigt das Kind scheinbar auch. Tja, das kann rein zeitlich und auch nerventechnisch kaum ein Arzt machen, wenn ihr Kind eines von 20 an dem jeweiligen Tag ist. Aber da ist die Ruhe und di Stärke der Eltern gefragt. Und hier bitte ebenso: wenn ihr merkt, dass das Kind ein Trauma im Krankenhaus durchgemacht hatte, dann bitte bitte kontaktiert einen Therapeuten. Denn es kann noch einiges gemacht werden, sodass die Ängste verarbeitet und nicht als Trauma das ganze Leben lang mitgeschleppt werden.

    Vor allem aber: ihr macht als Mamas einen tollen Job. Mama zu sein ist sicherlich der verantwortungsvollste und anstrengendste Beruf/Berufung: einerseits hat man sehr hohe Anforderungen an sich selbst, andererseits ist man für ein kleines Wesen verantwortlich, wie man es bestens in das Leben und die Welt platziert. Hut von den Mamas ab!

    Ich grüße euch ganz herzlich und eines fehlt euch nicht, falls ihr bis hierhin gelesen habt: Geduld 

    Martin

    • Mamaleben

      Lieber Martin, ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken! Dafür, dass du dir die Zeit für diese ausführliche Rückmeldung genommen hast, für die Tipps und den Zuspruch. Danke! Was meinen Fall angeht: ich bin keine „hysterische“ Mutter, sondern ruhig und besonnen und möchte nur für mein Kind da sein. Ich ärgere mich nach wie vor sehr darüber, wie es abgelaufen ist und ich werde es beim nächsten Mal definitiv anders machen. Ich erwarte von keinem Arzt, dass er meinen Sohn minutenlang tröstet. Er soll seinen Job machen, ich meinen als Mutter. Mir ist auch bewusst, wie viele tapfere, kleine Krieger es gibt. Die Jahrelang in Krankenhäusern leben, ständig gepiekst werden und auf ein Wunder hoffen (müssen). Damit möchte ich mich nicht vergleichen. Das sind Äpfel und Birnen.

      • Christine

        Hello

        Ich habe die Erfahrung gemacht mein Sohn wurde gestern operiert mir wurde vom Narkose Arzt von der Schwester in der tagesklinik wie auch dem pfleger der uns zum OP Saal brachte versichert das ich bei mein Sohn Bleiben kann bis er eingeschlafen ist
        Und nein es war nicht der Fall er wurde mir aus dem Arm genommen er hatte schön geschlafen er war müde musste ihn um 5 Uhr wecken schlief am vorabend erst um nach 22 Uhr ein
        Der Narkose Arzt kam ich hatte den kleinen 2 Jahre aufen Arm er schlief so ruhig er nahm ihn hoch erst mal keine Reaktion von ihm dann aber schrie er der Narkose Arzt hielt ihn vor mir und sagte Mama noch ein Küsschen ich bin nervlich zusammen gebrochen sie nahmen ihn mit er schrie und schrie und schrie ich musste mich beherrschen die Türe nicht einzutreten meine Emotionen liefen über die Schwester neben mir blabberte irgendwas ich sagte zu ihr sie solle ihr Mund halten und bin gegangen
        Ich knacke seit 2 Tagen bin am überlegen die klinik über diesen Vorfall zu rechen schaft zu ziehen weil mir versichert wurde ich dürfe da bleiben bis er eingeschlafen ist habe in 2 Tagen nur 9 h geschlafen es beschäftigt mich mein Gewissen ist sehr sehr schlecht momentan ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll wie oben beschrieben habe angst das dass kind es negativ aufnimmt weil ich ihn in dieser situation nicht geholfen haben

        Danke fürs zuhören 🙁

        • Mamaleben

          Liebe Christine, deine/eure Erfahrung tut mir wahnsinnig leid und beim Lesen habe ich mit dir gefühlt. Das Gefühl von Machtlosigkeit, gepaart mit dem schlechten Gewissen, hängt leider lange nach. Jetzt kannst du nichts mehr ändern. Gib deinem Sohn im Nachhinein soviel Nähe wie er braucht, um sein Vertrauen wieder herzustellen. Ich habe für mich selbst daraus einen Entschluss gezogen und sollte ich nochmal in eine Situation geraten, in der eines meiner Kinder operiert werden muss, können sie sicher sein, dass ich bei ihnen bleibe. Niemand wird es beim nächsten Mal schaffen, mich wegzuschicken, denn jetzt sind wir vorbereitet. Das gilt auch für dich! Ich wünsche euch alles Liebe, schnelle Genesung für deinen Sohn und viel Kraft für dich!

  • Marie

    Hallo ihr liebe Mamas,

    als ich im Internet nach „Venenpunktion Säugling“ gesucht habe, weil ich für einen Vortrag Material recherchiert habe, bin ich auf eure Seite und euren Blog hier gestoßen.
    Ich habe die Beiträge gelesen und muss sagen, dass ich auch als Anästhesistin eure Gefühle verstehen kann. Ich bitte bei der Diskussion nur zu beachten, dass es nicht darum geht „dass wir unsere Ruhe haben wollen“, denn keiner von uns macht Kinderanästhesie ohne dass man emotional betroffen ist. Gestattet uns bittet, dass wir mehrere Kinder und Familien betreuen in unserem Alltag. Für euch ist es eine absolute Ausnahmesituation, für uns eine besondere, aber häufige Situation. Das sieht man daran, dass ihr euch Tage vorher schon sehr viele Gedanken gemacht habt – was logisch ist. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Ängste und Sorgen der Mütter oder Väter sehr stark auf die Kinder übertragen, ohne dass dies bewusst geschieht. Das kann man nicht beeinflussen als Elternteil. Ihr habt eine Verbindung zu euren Kindern, die besonders ist Sie achten auf jedes Detail, jede Körperspannung, alles. Wenn ihr Angst habt, könnt ihr es nicht verbergen. Ein Zittern der Stimme, eine Drehung, und das Kind weiß intuitiv dass es ebenfalls Angst haben sollte, weil Mama Angst hat. Diese Diskussionen vor der Narkose, die ihr beschrieben habt, stressen alle, Mütter, Kinder, unsere Teams. So wie Kinder einschlafen, wachen sie auch wieder auf.
    Ein Zugang ist kein Weltuntergang, aber schön ist es auch nicht. Es ist notwendig und sollte nicht dazu führen, dass man überlegt, das Krankenhaus zu wechseln. Wir Menschen und auch unsere Kinder sind nicht alle gleich, das ist gut so. Aber damit kann es auch für den / die Punktierende/n unter Umständen schwierig sein. Mehrfachpunktionen können vorkommen. In der Regel schlafen die Kinder mit Maske ein, danach kann man in Ruhe suchen, da die Kinder schmerzfrei sind und sich an die Prozedur nicht erinnern können. Wenn es zukünftig Situationen gibt, kann ich euch nur eine „digitale Prämedikation“ ans Herz legen. Kinder, die mit dem Handy oder Tablet der Eltern spielen dürfen, einen Film gucken, etc. sind durch diese enorme Reizflutung sehr stark abgelenkt und tolerieren Untersuchungen, Wartezeiten und sogar eine Punktion tausendmal besser. (An dieser Stelle eine Anmerkung: es ist eine Ausnahmesituation – bitte nicht über Handy/Tabletnutzung nachdenken, nur dass es wirklich hervorragend hilft!)
    Ich kann an dieser Stelle nur ein Plädoyer abgeben für eine gute Kommunikation zwischen Eltern und Team, einen kleinen Vertrauensvorschuss an uns Behandler und die Hoffnung, dass es euch und euren Kindern bald wieder gut geht.

    • Mamaleben

      Hallo Marie! Ich danke dir für deine konstruktive Rückmeldung als Fachfrau. Mir ging es in erster Linie darum, dass ich mich nicht ernst genommen gefühlt habe, vom ersten Gesprächspartner-Kontakt an. Ich bin keine Mutter, die beim Piks in Tränen ausbricht. Mein Baby war zu dem Zeitpunkt 4 Monte alt. Mir war bewusst, dass er weinen wird. Ich wollte einfach bei ihm sein. Egal wie gut das Team sein mag, kann mir niemand erzählen, dass es für ein so kleines Kind besser ist, in fremde Gesichter unter Masken zu schauen, als in das Gesicht seiner Mutter. Das war für mich tatsächlich eine bodenlose Frechheit und ich würde dem heute nicht mehr zustimmen. Geht es um schützende Gewalt oder Leben und Tod, brauchen wir nicht drüber sprechen. Aber bei Babys und kleineren Kindern, sollte es um die Begleitung durch eine bekannte Person gehen.

      Ich habe mit verschiedenen Anästhesisten danach gesprochen und alle sagten, dass die Eltern dabei sein können. Ich verstehe, dass es schwierig sein kann im Beisein von Eltern, aber wie du schon sagst, wenn es nicht gerade um Babys geht, kann man wunderbar versuchen, durch Handy und Co, abzulenken.

      Neben der Gesundheit der Kinder, sollte „auf Augenhöhe mit den Eltern“, das Stichwort sein. Es würde mich sehr freuen, wenn du auch etwas davon mit in deinen Alltag und zu deinen Kollegen trägst. Viele Grüße und vielen Dank nochmal! Toll, dass du dir die Zeit genommen hast.

  • Jessica Haase

    Hallo ihr lieben,
    Ich melde mich aus dem Krankenhaus. Mein Sohn der inzwischen operiert wurde ist zum Glück auf dem weg der Besserung.
    Aber ein Update zu den Geschehnissen vor der op wollte ich gerne geben.
    Wir sind am 18.2. Zur Besprechung der OP ins Krankenhaus bestellt wurden und am 19.2. Fand dann die OP statt. Zuerst war ich sehr begeistert wie das hier gehandhabt wird bezüglich des begleitens meines Sohnes doch am Tag der OP lief alles irgendwie aus dem ruder. Zuerst bestand ich am Vorabend darauf den Zugang noch zu legen Und zwar direkt nach dem Baden (war ein Tipp meiner Kinderärztin) leider verlief dies wieder mal erfolglos und mein Sohn wurde wieder 3 mal vergebens gequält. Ich malte mir in der Nacht die schlimmsten Szenarien aus wie es wohl am Folge Tag laufen wird da dieser Zugang definitiv sein muss vor Narkose aufgrund eine möglichen Krankheit weswegen mein Sohn auch nicht mit Maske in Narkose gelegt werden konnte. Die Nacht war vorbei die OP stand bevor um 8 ging es ohne Zugang runter zur OP Vorbereitung dort empfangen gab es gleich großen Ärger wieso mein Sohn kein Zugang hat also wieder auf station zurück Zugang legen Und zwar egal wie. Mir schlug das Herz bis zum Hals, ich konnte kaum schlucken, mir war super unwohl und ich hatte große Angst. Es kam ein erfahrener Kinderarzt schaute meinen Sohn genau an zeichnete mit Kugelschreiber auf seinen Arm… Elias schrie Natürlich trotzdem vor Angst und mein Magen drehte sich förmlich. Nach 5 Minuten genuaster Untersuchung seiner Venen setzte der doc dann die nadel an und zack der Zugang lag. Gott sei Dank. Wieder auf dem Weg zum OP ich streichelte die Hand meines Sohnes und weinte, er konnte dies natürlich nicht verstehen. Vor der OP sagte man mir ich kann bei ihm sein bis er schläft doch als wir im Vorbereitungsraum waren sagte man ich solle mich jetzt verabschieden. Plötzlich blieb mir das Herz stehen ich weinte noch mehr mein Sohn nun auch. Meine Frage wieso ich nicht bei ihm bleiben könne wurde ignoriert und sie nahmen mir mein Sohn aus den armen 🥺😭 weinend rief er noch einmal mama doch zum glück waren die Schwestern so beruhigend das Elias schnell aufhörte zu weinen und mir zuwinkte bevor die Türen sich schlossen. Es began eine grausige warte zeit von eigentlichen 2 Std doch diese verlängerten sich. Nach dem ich endlich erfuhr das mein Sohn aus dem OP sei wollte ich zu ihm. Es wurde mir versprochen ich darf im aufwachraum bei ihm sein, es sei schließlich auch für Elias gut wenn er seinen mama sieht. Doch auch dies lief anders als besprochen! Ich wartete noch mals 1,5 Std bis ich meinen Sohn endlich total erschöpft in Empfang nehmen durfte. Die ganzen strapazen haben ihm sichtlich zugesetzt und lassen ihn bis heute schlecht schlafen. Alles im allen ist es nun so das die Eltern doch ziemlich verarscht werden damit die Ärzte ihre ruhe haben. Ich sehe kein Problem darin wenn eine mama ihr Kind bis zum einschlafen begleitet doch scheint dies aus ärztlicher Sicht anders zu sein doch bitte ich dann darum offen und ehrlich zu sein und den Eltern keine falschen Versprechen zu machen die hinter her noch mehr weh tun als wenn man gewusst hätte wie es nun mal laufen muss. Ich hoffe das sich dies vielleicht irgendwann mal zu gunsten der Eltern ändert. Traumatisierte Kinder sollte auch aus ärztlicher Sicht das letzte sein was Eltern im Krankenhaus brauchen.
    Vielen lieben Dank das ich hier meine Erfahrungen mit euch teilen durfte.
    Ganz liebe Grüße

  • Jessica Haase

    Hallo
    Ich würde euch auch gern meine Story erzählen. Wir stecken leider noch mitten drin in Krankenhaus aufenthalte. Ich habe 2 verschiedene Krankenhäuser kennen lernen können mit zum Glück positiven Erfahrungen bezüglich des dabei seien.
    Im Dezember 2020 kam mein kleiner Sohn Elias 21 Monate wegen einer blasenentzündung ins Krankenhaus. Da er leider jegliche Flüssigkeitsaufnahme verweigerte benötige er dringend eine Infusion das hieß also Zugang legen. Ich durfte allerdings bei jeglichen Maßnahmen stets an der Seite meines Sohnes sein. Im ersten Krankenhaus ging das alles auch super mit einer Ablenkung hat mein kleiner fast nichts mit bekommen und mama war immer da. Jedoch haben wir im 2. Krankenhaus leider eine sehr traumatische Erfahrung machen müssen. Es standen nun Folge Untersuchungen an bezüglich der blasenentzündung welche leider sogar eine nierebeckenentzündung war. Wir wurden zu einem Spezialisten überwiesen und haben uns in das Krankenhaus begeben. Hier war es zum Glück ebenfalls so das Mama überall dabei sein durfte. Nun kam der Tag wo mein Sohn erneut einen Zugang benötigte für die Untersuchung und da fing das grausame Spektakel an 😭. Sie stachen in den Handrücken in die armbeuge in beide Füße ohne jeglichen Erfolg. Es gab 5 Versuche bis endlich ein Zugang gelegt war und mein Sohn welcher geschrien hat war total kaputt und klatsch nass geweint. Mein Mama Herz fühlte sich ausgeblutet an und ich war ebenfalls schlapp von der ganzen Prozedur. Geschafft hab ich gedacht… Leider war dem nicht so denn die geplante Untersuchung konnte nicht durchgeführt werden da mein Sohn sich nicht sedieren ließ. Wir mussten erneut ins Krankenhaus um diese Untersuchung durch zu führen da sie wichtig sei für eine noch anstehende Operation 😢. Wir waren jetzt am 28. Und 29. Wieder dort und was soll ich sagen es lief wieder grausam ab. Mein Sohn musste dieses Mal 10 Stiche über sich ergehen lassen…wieder beide Füße beide Handrücken beide Arm beugen mehrmals und der Kopf musste auch für einen Versuch her halten. Am Ende lag der Zugang in der innen seite des Handgelenks. Diese stelle sagte man mir mache man sehr ungern da sie sehr schmerzhaft sei und der Zugang da schnell raus gerissen wird von solch kleine Würmchen. Am Ende konnte vom Schmerz keine Rede mehr sein. Was mein Sohn bis jetzt hinter sich hat führt bei uns bis dato zu Alpträume. Wir sind leider noch nicht am Ende unsere Geschichte da wir die OP noch vor uns haben und ich muss ehrlich gestehen ich habe unfassbar Angst vor dem thema Zugang legen. Ich bin froh meinem Sohn beistehen zu können denn das ist das mindeste was eine mama tun kann. Ich hätte es mir niemals verwehren lassen. Die chefärztin hat natürlich nach dem 7. Versuch versucht mich zu überreden vielleicht doch den Raum zu verlassen denn eine weinende Mama verunsichert das Kind nur zunehmend. Allerdings lehnte ich jeden guten Rat ab und blieb bei meinem Sohn, denn diese Augen mit soviel Tränen drinnen und mama rufend würde ich nur über meine Leiche den Raum verlassen.
    Fazit bis heute… Jede Mama sollte darauf bestehen ihrem Kind beistehen zu dürfen solange es möglich ist. Natürlich nehmen wir den Schmerz nicht aber sie fühlen sich ein kleines bisschen sicherer als wenn niemand da ist.
    Entschuldigt diesen langen text.
    Ganz liebe grüße

    • Mamaleben

      Liebe Jessica, deinen Text zu lesen, treibt mir fast die Tränen in die Augen. Natürlich gibt es Kinder, die immer schlimmer dran sind, aber das macht ja die eigene, aktuelle Erfahrung deswegen nicht weniger schlimm. Ehrlich gesagt, ist es mir unverständlich, warum Kindern so eine Gewalt angetan wird. Wenn es sich um eine akute Notfallsituation handelt, verstehe ich das. Aber selbst beim Kieferchirurgen werden Kinder ambulant operiert und ganz sicher werden diese nicht mit mehreren Personen festgehalten, um den Zugang zu legen. Ich hatte im letzten Jahr selbst zwei Vollnarkosen bei Kieferchirurgen und habe mit beiden Anästhesisten gesprochen. Der eine meinte auch, es gibt ja bei Kindern die Möglichkeit, sie mit Maske zu sedieren. Das wird natürlich ungern gemacht, das verstehe ich auch. Aber wenn es beim Zahnarzt möglich wäre, warum dann nicht in einem Krankenhaus, so sogar mehrere Personen bereit stehen, sodass einer den Zugang legen kann sowie das Kind durch die Maske eingeschlafen ist.

      Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, dass du darauf bestehst? Soweit ich weiß, dürfen sie ja keine Behandlung ohne dein Einverständnis vornehmen. Es wird den Eltern dann gern ein schlechtes Gewissen eingeredet, das man die Sicherheit seines Kindes gefährdet. Aber um welchen Preis? Zum Glück wird dein Sohn diese Erlebnisse aufgrund seines Alters vergessen, aber wer weiß schon, welche Langzeitschäden Kinder von sowas tragen können? Von dir ganz zu schweigen. Ich finde es unmöglich, dass da wirklich SO OFT versucht wird, ohne über die Alternative mit der Maske in Erwägung zu ziehen. Bei dem hohen Stresslevel deines Sohnes wundert es mich nicht, dass er sich nicht sedieren ließ. Obwohl das natürlich auch irgendwie komisch ist.

      Geh nach deinem Bauchgefühl. Gibt es keine andere Alternative? Ein weiteres Krankenhaus, einen anderen Arzt? Kann er nicht um eine OP herum kommen? Wenn alles dort gemacht werden muss, dann lies dich doch vorher mal rein in die Thematik mit der Maske und spreche auf jeden Fall vorher nochmal mit einem der Ärzte. So ein Martyrium möchte man doch vermeiden. Alles alles Liebe und es wäre ganz toll, wenn du hier nochmal berichten magst, wie es bei euch weitergegangen ist!

  • Nicole

    Hallo, bei uns war es ganz anders. Wir sind aber auch spontan, wegen zu hohe Entzündungswerte ins Krankenhaus eingewiesen worden. Nach 4 Tagen fiebern, dass nicht runter ging. Ich durfte über all dabei. Beim Zugang legen, Blut abnehmen, dass einzigste wo wir nicht dabei sein dürften war der Verdacht auf Gehirnhautentzündung, da wurde im Rückenmark punktiert. Das war für mich ganz schlimm. Sie sagten er würde in ein leichten Dämmerschlaf fallen, dass war leider nicht der Fall. Er war hellwach und rief die ganze Zeit nach mir. Ich hab ihn auf dem Flur immer noch hören können und durfte nicht zu ihm. Ich weiss natürlich nicht wie es bei einer OP in dem Krankenhaus ist, wenn sie ein Zugang legen müssten. Aber in erster Linie dürfte ich überall dabei sein. Gruss Nicole

    • Mamaleben

      Hallo Nicole, vielen Dank für deine Rückmeldung! Das du soweit überall dabei sein durftest, finde ich ganz toll. Aber was du mit der Rückenmarkspunktion erzählst, ist ja grausam. Wie fürchterlich, wenn das Kind dabei wach und auch noch allein ist. Er war sicher auch fixiert, damit nichts verrutscht. Bei sowas verstehe ich nicht, warum ein Elternteil nicht dabei sein darf, um das Kind am Kopfende zu beruhigen. Das kann doch nichts mit „steril“ zu tun haben und auch Eltern können sich OP Kleidung anziehen. Zum Glück habt ihr es überstanden, aber es ist sicher eine Situation, die dein Sohn nicht vergessen wird und DU sicher auch nicht. :-/

  • Katharina

    He! Toll, dass du dich mit dem Thema beschäftigst! Bei mir und meiner Tochter Leni (2,5 Jahre) war es ähnlich. Leni hat es eh schon nicht einfach gehabt. Sie erlitt bei der Geburt einen Schlaganfall, was für sie und uns unzählige Arztbesuche und Therapien nachsichzog. Momentan hat sie glücklicherweise keine Beeinträchtigungen. Leider merkte ich Anfang des Jahres eine Verdickung am Kopf. Die Ärzte waren sich nicht sicher, was es seien könnte, aber sicherheitshalber sollte es entfernt werden. Im März stand die Operation an, wurde wegen Corona dann verschoben. Am 25.4 wurde ich angerufen, dass Leni am 27.4 operiert werden soll, insofern der vorherige Corona-Test negativ war. Der Corona-Test war schon unheimlich schmerzhaft für sie, weil das Teststäbchen so groß war. Sie hatte hinterher tüchtig Nasenbluten. Am 26.4 musste ich im Krankenhaus anrufen und die OP-Zeit erfragen. 27.4 11.30 Uhr. Da sie auch 6 Stunden vorher nichts mehr essen durften standen wir um 5.00 Uhr auf um zu frühstücken. Ich bekam sie bis 11.00 Uhr gut abgelenkt, leider kam sie dann erst um 12.00 Uhr dran. Es war schrecklich. Mein offenes und zu jedem freundliches Mädchen wurde von mir und einer Schwester im Bett zur OP-Schleuse geschoben. Dort standen zwei Ärzte, denen Leni noch nett Hallo sagte. Dann nahm einer Leni auf den Arm. Leni fand es erst noch ok, dann sollte ich mich verabschieden. Ich war irritiert, weil meine Bitte beim Zuganglegen dabei sein zu dürfen nie direkt abgeschmettert wurde. Ich fragte also nochmal, ob ich nicht dabei sein könne, während aber der andere Arzt mit einer nach Mama schreienden Leni schon weggegangen war. Ich hörte sie noch lange schreien, durfte aber nicht zu ihr. Ich ging bitterlich weinend auf Station zurück. In den Aufwachraum durfte ich nur, weil ich nur ausnahmsweise. Anderen Eltern war dies untersagt. Ich hörte eine Schwester eine andere Schwester dort fragen, wieso ich dort sein dürfte. Als ihr die Frage beantwortet wurde hörte ich nur:“…Ach das ist das kleine Mädchen was so geweint hat..“ Ich fühlte mich schrecklich und fühle es immer noch. Leni muss solche Angst gehabt haben und ich lasse sie in der Situation noch alleine. Was sie wohl gedacht hat. Hinterher sah ich, dass sie drei Einstichstellen auf der Handoberfläche hatte. Mir wurde zwar gesagt, dass in dem Saft, den die Kinder zur Beruhigung bekommem auch etwas drinnen ist, was vergessen lässt, aber dem ist anscheinend nicht so. Leni war davon weder ruhig noch hat sie den Krankenhausaufenthalt vergessen. Sie ist seitdem viel zurückhaltender und klammert immer noch an mir. Liebe Grüße

    • Mamaleben

      Hallo meine Liebe, vielen Dank, dass du deine/eure Geschichte mit uns teilst. Beim Lesen schmerzt mein Mamaherz. Was du bzw. Leni durchgemacht habt, mag ich mir gar nicht vorstellen. Wir haben immer gesagt, er soll jetzt besser als Baby operiert werden, da er sich dann zumindest an nichts mehr erinnern können wird. Eine OP beim Kleinkind kann ich mir nicht vorstellen. Ich glaube, Mitten in Corona hätte ich so einen Termin auch nicht wahrgenommen. Künftig wüsste ich, wie ich es anders machen würde. Für mich käme nur noch ein Krankenhaus in Frage, in dem die Eltern ihre Kinder dabei begleiten dürfen. Wer weiß, was da jetzt in Leni zurück geblieben ist und wie sich das auf Jahre äußern wird. Ich finde nicht, dass man das abtun oder abwerten darf. Das Ur-Vertrauen zur Mama wurde angekratzt und das muss erstmal wieder heilen. Alles Liebe für euch und natürlich, dass Leni gesund bleibt!

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