Ausschabung Kürretage 15 bewegende Geschichten
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Ausschabung – 15 ehrliche Geschichten

Eine Ausschabung (auch Kürettage genannt), ist eine Möglichkeit, die Gebärmutter nach einer Fehlgeburt zu entleeren, in dem diese abgesaugt wird. Dieser Eingriff wird auch für einen Schwangerschaftsabbruch genutzt. Mit den folgenden Erfahrungsberichten, die sowohl negativ als auch positiv ausfallen (soweit man das in dem Zusammenhang mit einer Fehlgeburt/Ausschabung überhaupt sagen kann), möchten wir niemandem Angst machen. Die Erfahrungen sollen euch helfen, für euch die richtige Möglichkeit zu finden und ggf. bei den Ärzten zu hinterfragen.

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Ich hatte auch eine Ausschabung bei meiner ersten Fehlgeburt. Das Krankenhausteam war sehr nett. Medizinisch gesehen, verlief alles gut. Was in der Seele passiert ist, steht auf einem anderen Blatt.


Ich habe nicht aufgehört zu bluten nach der Ausschabung. 3 Wochen lang. Und dann hatte ich (im Burger King) einen Blutsturz, es lief wie Wasser die Beine runter und hörte nicht auf. Not-Op. Danach 6 Monate keine Periode. Fraglich, ob ich jemals Kinder bekommen würde… Hormonbehandlung…

Ich war insgesamt 5 mal schwanger und habe 2 wundervolle, gesunde Mädchen an der Hand.


Ich musste da vor 7 Wochen auch durch. Auch anders als geplant. Da es beim ersten Mal nicht erfolgreich war, musste ich zwei Wochen später das erneut durchstehen. Zum Glück haben wir ein tolles Umfeld und so wussten wir dass wir das für eine medizinische Untersuchung nutzen konnten. Die Erfahrungen mit den Ärzten war bis auf einen zum Glück gut.


Ausschabung mit Risiko

Ende August hatte ich die erste OP. die war von uns gewollt. wir sind auch gut aufgeklärt worden. aber ich wollte den Abschluss und habe gehofft, dass wir dann schnell weiter machen können. in der histologischen Untersuchung hat sich dann herausgestellt dass kein Embryonalgewebe gefunden werden konnte. eine Woche später im Ultraschall sah man eine intakte Fruchthöhle mit Anlage. Der HCG war bei über 11.000 und ich war total baff. Konnte das nicht glauben. Der Oberarzt war super und meinte wir warten weil es ja ein Wunschkind ist. Leider ist der HCG dann ganz schnell gesunken und es war klar dass das nicht gut gehen wird. jetzt haben wir um Zeit gebeten. So konnten wir eine Überweisung zur Humangenetik besorgen und den Embryo untersuchen lassen. In der zweiten OP wurde das Gewebe geteilt, einmal für die Histologie und einmal für die Genetik. Bei uns war das jetzt eine Leistung der Krankenkasse.

Ohne die zweite OP hätten wir das nicht gewusst und nicht gemacht. Der Oberarzt hat sich im Nachgang auch für die erste OP entschuldigt. Mein gyn hat mir dann gesagt, dass bei diesen Ops häufig Anfänger die Operateure sind. Finde ich schwierig, auf der einen Seite muss jeder lernen, aber auf der anderen Seite ist das mit einer der belastendsten Eingriffe für eine Frau. Die zweite OP wurde bei mir von einem Oberarzt durchgeführt.

Frage Mamaleben.de: Vielen Dank für deine Ausführungen! Zum Verständnis: Die Ärzte haben eine Ausschabung und gemacht und DANACH wurde eine intakte Fruchthöhle festgestellt? Wie ist denn so etwas möglich? Einfach übersehen? Und darf ich fragen, wofür ihr den Embryo habt untersuchen lassen? Also welche Ergebnisse kann so eine Untersuchung ergeben? Vielen Dank. Es muss schmerzen, darüber zu schreiben. Wurde euch gesagt, wie lange ihr mit einem neuen Versuch warten sollt oder ist das emotional zzt gar nicht machbar?

Antwort: Ja das hast du richtig verstanden. Bei diesem Eingriff wird ja die Gebärmutter ausgesaugt. Klingt komisch, ist aber so. Und wenn der Operateur nicht erfahren genug ist, kann es passieren, nicht alles an Gewebe zu erwischen. Wenn dann wie bei mir, Narben in der Gebärmutter sind, wird es schwerer. Eine Ultraschall Kontrolle ist nicht vorgeschrieben. Deswegen wurde es nicht erkannt. Das ist tatsächlich ein Risiko, dass man bei der Aufklärung unterschreibt, aber nach Aussage meiner Klinik, kommt so etwas ungefähr 2x im Jahr in einer Klinik vor. Ob das stimmt? Keine Ahnung.

Wir haben auf Chromosomenstörung untersuchen lassen. Wir wollten wissen ob wir Träger eines Risikos sind. Es war aber eine spontane Mutation so dass wir weiter machen können. Die zwei Wochen waren schlimmer als der Verlust unsere Tochter vor zwei Jahren. Das war wirklich heftig. Sie kam in der 23. SSW aufgrund eines vorzeitigen Blasensprungs. Heute kann ich tatsächlich gut darüber schreiben und sprechen. Menschen machen Fehler. Wichtig war dass sie es eingestanden haben. Wir warten einen Zyklus. Ich hoffe, die Blutung kommt schnell. Mein Gyn sagt, 8 Wochen sind normal. Der Körper hat ja viel aushalten müssen und die Seele auch. Wir haben einen guten Weg gefunden, aber wir sprechen auch drüber.


Embryo anschauen und ggf. beerdigen dürfen!

Ich hätte mir einfach gewünscht, dass ich darauf hingewiesen werde, dass ich den Embryo hätte anschauen oder sogar mitnehmen dürfen. Für eine Beerdigung, Einäscherung, was auch immer. Auch, dass ich Anspruch auf eine Hebamme habe, um das ganze zu verarbeiten. Ich wusste nicht, dass Hebammen das machen. Es war zwar erst in der 14. Woche, aber es hat mir trotzdem den Boden unter den Füssen weggerissen, weil ich dachte, die kritische Zeit sei überstanden.


Bei mir war es im März auch in der 14. Woche, allerdings nach einer kleinen Geburt. Leider ging nicht die ganze Planzenta mit. Es war die schrecklichste Erfahrung, muss ich sagen. Und das sogar nach einer stillen Geburt in der 38. Woche im September letzten Jahres. Der Kreuzstich war schrecklich, das Prozedere auch. Habe mich wie ein Stück Fleisch gefühlt und nur geweint. Es wurde nicht wirklich mit mir gesprochen und auch nicht wirklich aufgeklärt, was mit mir passiert. Also falls hier noch jemand aus Wien kommt, kann ich das Akh nicht empfehlen. Es ist auch so schrecklich hellhörig. Neben mir hat zeitgleich eine Frau entbunden und ich habe alles gehört. Wenn mir das bei meiner Totgeburt passiert wäre, ich glaube ich wäre mitgestorben. Zumindest psychisch….


Ich hatte bei 16+0 eine Ausschabung. Wurde leider nicht darauf hingewiesen, dass ich auch hätte normal hätte gebären können. Dann hätte ich einen Sternenkindfotografen kommen lassen können und hätte wenigstens ein echtes Bild. So bleiben mir nur Ultraschall, das Grab und der Schmerz.


Wenn man solche Geschichten liest, leidet man irgendwie noch viel mehr mit.

Was ich so aus meinem Umfeld mitbekommen habe, (seit mir das passiert ist und ich viel darüber rede, erfahre ich von ganz vielen ähnlichen Geschichten), viele Ärzte schicken einen einfach gleich zur Ausschabung. Dabei gibt es doch die Möglichkeit, auf einen natürlichen Abgang zu warten oder einen einzuleiten. (Habe ich gemacht), so konnte ich mich zumindest wieder verabschieden. 💖

Hatte leider im Sommer wieder eine Fehlgeburt in der 9ssw. Da habe ich Tabletten genommen.

Haben die Hoffnung auf ein drittes Wunder an der Hand, trotz allem, nicht aufgegeben.🍀


Ausschabung der Gebärmutter oder Abgang abwarten?

Fakt ist: Ausschabungen bringen dem Krankenhaus Geld und sind in vielen Fällen medizinisch nicht nötig. Den Frauen wird oft Angst gemacht, damit sie diesen Eingriff durchführen lassen. Ich war durch die Folgen einer Ausschabung 1,5 Jahre unfruchtbar. Leider wissen viele Frauen nicht, dass sie bei einer kleinen Geburt sogar Anspruch auf eine Hebamme haben. Zudem kann das Kind, wenn es zuhause geboren wird, auch dort oder im Familiengrab (ja auch schon vor der 12. Woche!) beerdigt werden. Ich respektiere natürlich, wenn eine Frau den Eingriff aufgrund der Psyche möchte, würde mir aber eine bessere Aufklärung wünschen. Mir hätte diese viel Leid erspart.


Ich hatte eine MA, festgestellt in der 13. Woche. Hatte den natürlichen Abgang abgewartet, hätte aber sofort zur Ausschabung gesollt. Abgang nach einer Woche. Ohne Komplikation. Kontrolltermin beim FA. Die Plazenta war festgewachsen. Also sofort zur Ausschabung bzw Aussaugung. Es gäbe keine andere Möglichkeit. Es wäre alles zu gefährlich und alleine mein Abwarten war fahrlässig. Nach der Op weiter kein sinkende Hcg und weiter Reste der Plazenta sichtbar. Also erneute Ausschabung. Dazwischen Blutungen mit Kreislaufproblemen, die nicht schön waren. Inklusive nicht messbaren Eisenwert und hb-Wert weit unter der Norm.

Hätte ich nochmal die Entscheidung: Ich würde abwarten.


Ich hatte 3 Fehlgeburten in der 8./9.Woche. Ich habe sie immer natürlich abgehen lassen und es hat immer gut geklappt. Der Körper weiß in der Regel was er zu machen hat. Ausschaben kam für mich nie in Frage. Die Angst war zu groß, dass die Ärzte was kaputt machen.


Kürettage

Hallo, super dass Du das Thema ansprichst finde ich!

Nach einem natürlichen Abgang hatte ich kurze Zeit später leider wieder eine Fehlgeburt und habe mich für eine Abrasio entschieden. Ich würde es wieder so machen, für mich war es viel passender, als auf den natürlichen Abgang zu warten.


Hallo! Also ich hatte vor meinem Sohn einen Missed Abort in der 9.SSW. Mein Gyn war sehr einfühlsam und hat nach ein paar Tagen nochmal zur Sicherheit geguckt, ob wirklich kein Herzchen mehr schlägt und um es sacken zu lassen. Er hat mir die Wahl gelassen ob ich mit Cytotec selber einleite oder zur Ausschabung gehe. Ich hab mich für Cytotec entschieden, was letztendlich eine recht heftige Erfahrung war, aber für mich der bessere Weg, um Abschied zu nehmen. Er hat mir auch erklärt, dass es eine Off Label Nutzung ist, und es viele Ärzte deshalb nicht anbieten, weil das Medikament für diesen Zweck keine Zulassung hat und sie nicht die Verantwortung dafür übernehmen wollen. Ich musste auch einen Zettel unterschreiben, wo ich darüber aufgeklärt wurde und ich meine auch, die Verantwortung übernommen habe.

Es komplett auszusitzen, kam für mich nicht infrage, einfach wegen des unüberschaubaren Zeitraums. Ich hab von einer Frau gelesen, die drei Monate gewartet hat, das hätte ich nicht gekonnt. Die 7 Tage bis Cytotec gewirkt hat, haben mich schon fast zerrissen.


Ausschabung Pin 1

Ich war dieses Jahre das erste Mal schwanger mit 43 und hatte im Mai in der 8. SSW eine Missed Abortion.

Meine FA war sehr geschockt und ergriffen, dass wirklich kein Herzchen mehr zu hören ist. Sie entschied, zunächst darauf zu warten, ob es von alleine abgeht. Da sich nach 8 Tagen nichts tat, haben wir uns für eine Ausschabung entschieden. Ich konnte es nicht länger und wollte das Ganze für mich abschließen.

Ich habe eine wundervolle FA, die sehr mitfühlend ist. Gleiches habe ich auch in der Tagesklinik erfahren, ganz tolle einfühlsame Menschen, die Oberärztin hatte den Vorgang bei mir vorgenommen und mich gefragt ob es meine 1. Schwangerschaft gewesen ist, ich bejahte dies, sie legte ihre Hand auf meine Schulter und sagte: „Das tut mir sehr leid, ich mache es sehr vorsichtig“, so nach dem Motto: Das ist nicht das Ende.

Körperlich habe ich alles sehr gut verarbeitet.


Innerhalb von 3 Jahren, hatte ich 3 Fehlgeburten bis zu 10. Woche, mit jeweils einer Ausschabung, da sich nicht alles von alleine verabschiedet hatte. Medizinisch verlief im KH alles super, Ärzte wie PflegerInnen waren alle sehr einfühlsam.

Für mich persönlich war es körperlich die beste Entscheidung – ich hatte aber auch keinerlei Komplikationen. Die Seele hat natürlich viel länger gebraucht!


Anmerkung der Redaktion: Es gibt Selbsthilfegruppen für Sternenmamas. Befragt die Suchmaschinen, eure Gynäkologen oder Hebammen, ob sie euch welche nennen können. Wer welche kennt, schreibt sie gern hier in die Kommentare für die folgenden Leserinnen. Sprecht über eure Erfahrungen, egal ob in eurem Umfeld oder lieber anonym.

Fragt im Krankenhaus, falls ihr das möchtet, ob ihr euer Baby sehen und halten dürft und ob ggf. ein Sternenkindfotograf kommen soll (ihn/sie müsst ihr evtl. selbst organisieren, vielleicht hilft auch das Krankenhaus).

Und wer jetzt ein paar positive Mutmachgeschichten gebrauchen kann, hier findet ihr welche!

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