Wenn Hunde alt werden – mögliche Verhaltensänderungen

Veröffentlicht von Mamaleben am

Wenn Hunde alt werden, treten früher oder später, verschiedene, mögliche Verhaltensänderungen auf. Ich halte es für sinnvoll, bereits vorher zu wissen, welche das sein könnten, um dann entsprechend (geduldig) reagieren zu können.

Wir leben seit über 14 Jahren mit 2 Hunden zusammen und in der Zeit habe ich 12 Jahre lang, beruflich mit Hunden gearbeitet. Billy, mein Rüde, kam über den Tierschutz aus Polen zu uns. Sein Alter war unklar, er war damals ca. 3 – 5 Jahre alt und nach 13,5 Jahren an unserer Seite, habe ich ihn gehen lassen.

Das war im Februar 2019. Er war zu dem Zeitpunkt also ca. 16 – 18 Jahre alt. Das ist ein stattliches Alter, auch für einen kleinen Hund.

Wenn Hunde alt werden

Hunde können im Laufe ihres Lebens, genau die Gleichen Krankheiten und Wehwehchen bekommen, wie wir. Allergien, Krebs, Epilepsie, viele haben mit Haut-Problemen oder mit den Zähnen zu tun.

Wie wir auch, werden Hunde nicht plötzlich alt, sondern es ist ein schleichender Prozess. Dennoch habe ich das Gefühl, er kam in Schüben.

Wenn Hunde alt werden, geht dies mit Verhaltensänderungen einher. Es ist gut, diese vorher zu kennen, um sich darauf einstellen zu können. #hund #hunde #seniorhund #senior #lebenmithund #hundefreund #haustierIrgendwann schaute ich meinen Hund an und stellte eine Veränderung fest. Ich merkte, dass sein Augenlicht nicht mehr 100% ist. Er konnte noch sehen, aber nicht mehr sehr gut. Flog ihm ein Leckerli entgegen, landete es häufig irgendwo neben ihm und er ist nur noch mit der Nase gefolgt.

Ähnlich verhielt es sich mit den Ohren. Auf ein Flüstern reagierte er nicht mehr, auch nicht auf seinen Namen. Laute Pfiffe gingen noch eine Weile, aber irgendwann kam die Zeit, da war auch das vorbei.

Ihr müsst euch vorstellen, wie es sich anfühlt, nur noch dumpfe Geräusche zu hören und schemenhaft zu sehen. Ist dieser Punkt erreicht, befindet ihr euch in einer eigenen Welt, abgeschottet. Nur noch auf die Nase ist verlass und euer Hund braucht Unterstützung im Alltag.

Verhaltensänderungen im Alltag

Bei uns äußerte sich das folgendermaßen. Fast sein ganzes Leben, lief dieser Hund ohne Leine und Halsband. (Natürlich nicht an Straßen). Er orientierte sich nur an mir.

Plötzlich ließen Augen und Ohren nach und er erkannte uns unter vielen Menschen nicht mehr. Ein Beispiel am Hundestrand im Urlaub. Hat er es sein Leben lang so geliebt, dort spazieren zu gehen, durften wir ihn jetzt nicht mehr aus den Augen lassen.

Er begrüßte Hunde und lief ein Stück mit und schon hatte er den Anschluss verloren. Er sah nur noch Beine, aber nicht mehr unsere und lief so mit fremden Menschen mit. Da er auch schlecht hörte, mussten wir im Eiltempo hinterher, um ihn wieder zurückzuholen.

Hier ist Geduld und Verständnis von euch gefragt, niemals schimpfen. Es hilft alles nichts, ist dieser Punkt erreicht, muss der Hund künftig an die Leine. Auch wenn ich absolut kein Fan von Flexi-Leinen bin, ist sie für ältere Hunde doch sehr nützlich. Es reicht aber auch vollkommen, eine normale 2 Meter Leine.

Ihr begrenzt euren Hund damit nicht, sondern ihr gebt ihm auch Sicherheit. Es kam nun vor, dass mein sonst so verlässlicher Hund, plötzlich über die Straße laufen wollte. Auch der Sicherheitsaspekt für euren Hund und alle anderen Menschen sollte hier beachtet werden. Die Absicherung mit einer Leine, ist bei einem sehr alten Hund ein Muss.

Ich bin ein Fan von gut sitzenden Brustgeschirren, statt Halsbändern und durch kleine Bewegungen der Leine (keine Rucks), könnt ihr eurem Hund auch ein Signal oder eine Richtung vorgeben. Hören und sehen kann er ja nicht mehr gut, also was bleibt? Berührung. Die Leine als verlängerten Arm.

Alte Hund, im Umgang mit Kindern

Leben Kinder mit im Haushalt, ist es so wichtig, auch Kinder dafür zu sensibilisieren, dass der Hund alt ist und Ruhe braucht. Alte Hunde, selbst die bisher geduldigsten, verlieren nun schneller ihre Geduld. Vor allem, wenn kleine Kinder an ihnen herumdrücken oder ziehen. Auch mein Hund, der unseren Sohn sehr liebte, knurrte nun ab und zu mal.

Und das war sein gutes Recht! Er hatte Schmerzen im Rücken und es lag an mir, unserem 2-3-jährigen Sohn zu erklären, was er an dem Hund nicht machen darf. Dennoch haben sie sich geliebt und hat mein Sohn etwas gegessen, bekam Billy immer etwas ab. Die Nase funktionierte ja noch 😉 Ich bin so froh, dass mein Senior, die Geburt meines Sohnes und seine ersten 3 Lebensjahre miterleben durfte. Wie die Zusammenführung von Hund und Kind lief, könnt ihr hier nachlesen.

Wenn Hunde alt werden, gibt es weitere Verhaltensänderungen.

  1. Demenz
  2. Inkontinenz bzw. Blasenschwäche
  3. extreme Unruhe

Beide Punkte sind gravierend und man sollte sich auf sie einstellen.

Blasenschwäche

Unser Hund konnte stundenlang sein Pipi anhalten und hat NIEMALS in unsere Wohnung gepieschert. Irgendwann ging es aber los, das er zum Beispiel neben mir in der Küche steht und einfach laufen lässt. Ohne gehobenes Bein, also nicht markiert, sondern wirklich „sich lösen“. Bei uns kam die Blasenschwäche gleichzeitig mit der Demenz.

Zum einen musste er nun einfach viel öfter seine Blase entleeren und zum anderen vergaß er einfach, wo er sich gerade befand. Haben wir ihn nicht alle 2-3 Stunden vor die Tür getragen (die glatten, steilen Treppen konnte er nicht mehr laufen und rutschte ständig ab, aufpassen, gefährlich!), löste er sich einfach auf dem Teppich oder sonst wo.

Demenz

Manchmal merkte ich, ich bin nicht schnell genug, dann stellte ich ihn schnell auf ein Handtuch.

Hier wäre wohl schon der richtige Zeitpunkt gewesen, über Euthanasie nachzudenken. Aber ich war noch nicht nicht bereit.

Es ging weiter. Er stand, wie in einer anderen Welt, vor einer Wand oder in einer Ecke und bewegte sich kurze Zeit nicht. Es gab weitere Merkwürdigkeiten, die für eine Demenz sprachen.

Dazu kam die extreme Unruhe. Statt viel zu schlafen, war er fast den ganzen Tag in Bewegung und lief in einer Tour um den Esstisch oder um die Couch herum. Ohne Teppich, ein Dauer-Geklacker, das einen Mürbe macht.

Das Alleinbleiben war nie ein Problem für ihn. Aber im Alter ging auch das nicht mehr. Sowie wir die Tür verschlossen hatten, hörten wir ihn fiepsen, richtig laut jaulen. Ganz anders, als wir ihn so viele Jahre kannten.

Dieser stolze, würdevolle, liebenswürdige und absolut souveräne Hund, mein Seelenhund, hatte sich völlig verändert.

Ich konnte kaum los lassen und habe mit meiner Entscheidung, zu lange gewartet. Dazu aber in einem anderen Post.

Wenn Hunde alt werden, geht dies mit Verhaltensänderungen einher. Es ist gut, diese vorher zu kennen, um sich darauf einstellen zu können. #hund #hunde #alterhund #senior #seniorhund #lebenmithund #hundefreund #hundetipps #hundeblog #hundundkind #dogs

Mein Appell, wenn Hunde alt werden:

  • habt Geduld mit ihnen
  • genießt die Spaziergänge, auch wenn sie schleichend stattfinden und jedes Blatt mitgenommen wird
  • lacht niemals euren Hund aus, auch ihr werdet mal alt
  • habt Verständnis, gerade wenn die Blasenschwäche einsetzt
  • stellt euch darauf ein, euren Alltag anders zu organisieren
  • unterstützt das älter werden, zum Beispiel mit der Gabe einer täglichen Schmerztablette (bei Arthrose zum Beispiel) oder zusätzlich mit einer Mischung pflanzlicher Supplements (kann der Tierarzt bestellen, extra für Seniorhunde)
  • lasst ihn nicht mehr lang alleine
  • sichert ihn draußen immer mit einer Leine ab
  • lasst ihn nicht allein steile Treppen laufen oder von Erhöhungen springen, das machen die alten Knochen nicht mehr mit

Kotet und piescht euer Hund ständig in die Wohnung und jault sehr viel, gepaart mit ständiger Unruhe, Demenz und Schmerzen, nehmt langsam Abschied und wartet NICHT auf ein Zeichen des Hundes.

Abschied ist nicht leicht, aber er kann eine Erlösung sein. Dazu bald mehr.

Drückt euren alten Hund, sofern er gerade neben euch liegt und genießt die Zeit!

Kategorien: Hunde an Bord

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