Kleinkindern den Tod erklären oder „Wie mich 2 Worte aus der Fassung brachten“

Veröffentlicht von Mamaleben am

Kurzes Vorwort, warum mich dieses Thema beschäftigt. Einige von euch wissen, dass wir mit 2 Hunden leben. Eine nicht einfache, 13 -jährige Rehpinscher-Hündin sowie mein geliebter Seelenhund, der bereits an die 17 Jahre alt sein muss.

Mein Sohn wird Ende März 2019, 3 Jahre alt und er und dieser Hund mögen sich sehr.

Billy, mein Senior, ist die Geduld, Liebenswürdigkeit und Bescheidenheit im Körper eines Hundes. Es soll hier heute nicht darum gehen, was meinen Hund ausmacht oder ihn für mich so besonders macht, sondern es geht darum, dass seine restliche Lebenszeit absehbar ist.

Schon vor 3 Jahren dachte ich, jedes Jahr könnte sein Letztes sein und umso mehr Jahre er schaffte, umso wahrscheinlicher werden diese Gedanken, sogar von Monat zu Monat.

Wie vermittelt man Kindern, wo unsere Haustiere oder auch Personen hingehen, wenn wir von Ihnen endgültig Abschied nehmen müssen? Mein Sohn hat mich mit einer Aussage überrollt und nun suche ich nach Antworten und freue mich über eure Tipps zum Thema #tod und #trauer - #abschied #haustiere #hunde #trauer #kleinkind #mamaleben

Abschied im Auto

Letzte Woche tropfte ihm morgens eine Menge Blut aus dem Maul, aber wie sich herausstellte, hatte das mit seinen schlechten Zähnen zu tun und kam nicht aus dem Magen. Ich habe mich dafür entschieden, ihn trotz seines Alters nun erneut in Narkose legen und seine Zähne machen zu lassen. Wieder 6 Zähne weniger, er hat alles überstanden und wir schauen, wo uns dieses Jahr in Bezug auf ihn, hinführt.

#kindermund

Gestern saß ich mit meinem Sohn beim Frühstück, sah unseren Hund an und sagte, ohne nachzudenken:

„Irgendwann wird Billy nicht mehr da sein…“

Mein Sohn: „Wo geht er denn hin, Mama?“

Auf dieses Gespräch war ich nicht vorbereitet. Ich wollte ihm weder etwas von der harten Version erzählen, dass man „ins Nichts“ geht, noch der Regenbogenbrücke der Tiere, noch von Himmel und Hölle. Ich bin kein gläubiger Mensch, aber in solchen Situationen hoffe auch ich auf den Himmel, auf ein Wiedersehen und so schoss es schneller aus mir heraus, als ich nachdenken konnte.

„In den Himmel“, sagte ich.

Seine Antwort untermalte er mit entsetztem Gesichtsausdruck und großen Augen: „GANZ ALLEIN, Mama?“

Ich merkte sofort, wie sich meine Augen füllten, ich hatte einen Kloß im Hals und musste das Gespräch umleiten, ablenken, ihm ausweichen. Ich war nicht bereit, dieses Gespräch zu führen und möchte ihm keine Märchen erzählen, ihn nicht anlügen, aber ihn auch nicht unvorbereitet mit etwas konfrontieren, dass er noch nicht versteht. Mich berührte so, dass es meinen Sohn mehr beschäftigte, unseren Hund ALLEIN gehen lassen zu müssen, statt das er überhaupt fortgeht.

Kinder sprechen oft Dinge aus oder haben Gedanken, die uns Erwachsene zum Nachdenken bringen. Das kennt ihr sicher auch?

In Bezug auf den Weihnachtsmann/Osterhasen etc., bin ich immer hin und her gerissen, ob wir Kindern diese Geschichten erzählen sollten oder nicht. Haben sie doch so gar nichts mit der eigentlichen Weihnachts- oder Ostergeschichte zu tun.

Aber ist es nicht schön, als Kind auch an etwas zu glauben, was einen Zauber in der Kindheit vermittelt?

Wäre es da verwerflich, gar heuchlerisch, auch als nicht gläubiger Mensch, einem Kind vom Himmel zu erzählen? Es sind ja nicht nur geliebte Haustiere, die wir gehen lassen müssen. Viele Kinder erfahren auch noch viel schmerzlichere Abschiede von Großeltern, Eltern oder Geschwistern.

Kleinkindern den Tod erklären

Wie gehen wir mit dem Verlust eines Tieres um, dass nicht nur für unsere Kinder häufig den Stellenwert eines Familienmitgliedes hat? Wie kann man Kleinkindern den Tod erklären?

Ich erinnere mich, dass ich 6 Jahre alt war, als unser Hund damals starb. Mein Opa hat mich von der Schule abgeholt und ich durfte nicht direkt nach Hause. Später wurde mir erklärt, dass er gestorben sei. Ich denke, in dem Alter versteht man das schon ein wenig besser. Ich weiß aber auch noch, dass diese plötzliche Leere so unwirklich war. Mir fehlte ein Abschied.

In welchem Alter kann man Kinder wirklich Abschied nehmen lassen?

Wie jeder Hundebesitzer, hoffe auch ich, dass mein Senior irgendwann friedlich einschläft und keiner nachhelfen muss. Aber egal auf welche Art und Weise es passieren wird, habe ich mir für den zweiten Hund bereits folgendes vorgenommen.

Wenn der Senior gestorben ist, (egal auf welche Art, dies wird hier bei uns zuhause passieren), wird unsere Hündin Abschied nehmen dürfen. Um das jetzt gerade raus zu sagen, bedeutet das, dass der tote Hund hier zuhause liegt und der zweite Hund die Chance hat, ihn zu beschnüffeln und zu realisieren, dass er nun nicht mehr da ist. Sie soll später nicht nach ihm suchend durch die Wohnung laufen, sondern Abschied nehmen können. Das ist wichtig für Hunde, die in einer Gruppe oder einem Rudel zusammengelebt haben.

Ab welchem Alter, wären Kinder in der Lage, bewusst Abschied vom Körper des Haustieres nehmen zu können? Hier fehlt mir jegliche Erfahrung und sicher ist das auch von Kind zu Kind unterschiedlich.

Ich möchte mein Kind nicht traumatisieren und ich bin fest davon überzeugt, dass ein echter Abschied dies auch nicht tun würde. Ich möchte ihm aber die Chance auf einen Abschied geben. Selbst, wenn er sich aufgrund seines Alters wahrscheinlich nicht daran erinnern wird.

Wie erkläre ich einem Kleinkind den Tod? Ich freue mich über eure Tipps und Erfahrungen. #tod #verlust #trauer #haustiere #hunde #familie #mamaleben #kindergartenIhm einfach eines Tages zu sagen, Billy sei nicht mehr da und er sieht mir meine Traurigkeit an, wie soll er das besser verstehen?

In den Himmel?

Bereite ich meinen Sohn nun darauf vor, dass unser Hund bald in „in den Himmel“ geht oder einfach nicht mehr da sein wird?

Als ich unseren Hund am besagten Morgen, wo das Blut aus ihm tropfte, zum Tierarzt fuhrt, brachten wir vorher meinen Sohn zum Kindergarten. Mein Sohn streichelte den Hund eine ganze Weile und sagte immer wieder „Tschüss Billy“. (siehe das Foto oben).

Er war so sanft zu ihm und hatte vorher das Blut auf dem Boden in der Küche mitbekommen. Als wenn Kinder eine Antenne dafür haben, dass es jetzt ein anderer Abschied sein könnte als sonst.

Es war ja völlig ungewiss, ob er unseren Hund je wiedersehen wird nach dieser Fahrt.

Falls ihr euch jetzt hier eine Antwort erhofft habt, muss ich euch leider enttäuschen. Viel mehr bin ich selbst auf eure Hilfe und eure eigenen Erfahrungen angewiesen und hoffe, dass ihr sie mit uns teilen mögt?

Habt ihr einen Verlust erlitten, wie alt waren eure Kinder dabei? Und wie seid ihr damit umgegangen? Erinnern sie sich Jahre später noch daran?

Falls euch interessiert wer hier schreibt, hier findet ihr mehr über uns.

 

 

 


5 Kommentare

Sandra · 12. März 2019 um 22:43

Vergessen dazu zu schreiben:

zum thema vorbereiten.

Meine Oma war sehr krank – und wir wussten sie würde sterben. Ich habe meinen Sohn erst auf Nachfrage erklärt was los ist. Er war bei seiner uri und fragte eben was sie habe. Ich habe ihm versucht zu erklären da sie böse Männchen im blut hat (krebs) und eben der Doktor ihr nicht helfen könne. Habe dazu aber erwähnt, das er das nicht bekommen könne und sie seeehr seeehr krank sei. Er fragte ob ihr die Klinik nicht helfen könne. ich antworte darauf wieder mit nein und sagte sie würde sterben, weil sie sooo schwer krank war. in deinem fall.würde ich, wenn du vorbeireitest sagen der hund ist seeehr seeehr seehr alt.

Also ich persönlich fand meinen sohn mit 4 zu jung um ihn Abschied bei ihr nehmen zu lassen oder mit zur Beerdigung zu nehmen. Meine cousine, auch 4 war mit auf der Beerdigung und ihr ging es schlecht als ihre mutter weinte – konnte es schwer zu ordnen. ich würde vermuten ab 6 sind sie weit genug um es richtig zu realisieren. Ich war mit 6 auf der Beerdigung meines opas und es tat mir gut um.mich zu verabschieden.

ich glaube vorher.ist ein kind nicht “weit genug“ um es fassen zu können.

    Mamaleben · 13. März 2019 um 8:58

    Hallo Sandra, ich danke dir für deine Rückmeldung und Tipps! Und dein Verlust tut mir sehr leid!

    Unser Hund ist nun kürzlich, am 22.2. verstorben bzw wir haben ihn ziehen lassen. Unser Sohn war nicht dabei, aber hat sich nach der Kita noch vom Hundekörper verabschiedet. Er sah ganz friedlich aus. Er fragt ab und zu nach ihm und fragt: Ist er gestorben? Und ich sage ja und erkläre ihm, dass sein Körper in der Erde ist, aber der Rest von ihm im Hundehimmel. Wir sprechen ab und zu über ihn und das es ok ist, traurig zu sein, auch mal zu weinen. Er versteht es natürlich noch nicht so ganz, aber das er weg ist schon. Mir war wichtig, dass wir ehrlich mit ihm umgehen. Auf eine echte Beerdigung, wo sehr viel geweint wird, würde ich ein Kleinkind vielleicht auch eher nicht mitnehmen. Es überträgt sich ja schon. Einmal kam er weinend mit Papa nach Hause, weil er den Hund gerade so vermisste. Ich habe letztens gehört, Kinder trauern in Pfützen. Schnell rein und schnell wieder raus/umschalten. Das fand ich sehr interessant. Alles Liebe für euch!

Birthe Burmeister · 18. Januar 2019 um 19:26

Hey Janin, schwieriges Thema… Als Papa gestorben ist, war Hannes nicht ganz 3. Ich habe ihm erzählt, dass Opa jetzt von einer Wolke zu ihm runter schaut. Seit dem hat er immer den Wolken gewunken. Ein halbes Jahr später ist unser Hund gestorben – Calli ist Opa in den Himmel gefolgt. Hannes sagte damals: wie schön, jetzt ist Opa nicht mehr alleine ❤ er weiß allerdings inzwischen, dass Opa’s Körper auf dem Friedhof und Calli im Garten beerdigt ist – ihre Seelen sind Engel auf der Wolke. Er kommt damit sehr gut zurecht. Im Kindergarten in der wöchentlichen Kinderkirche ist das Thema Tod auch schon behandelt worden.
Liebe Grüße
Birthe

    Mamaleben · 20. Januar 2019 um 10:50

    Huhu, vielen Dank für die Rückmeldung und das du diese Geschichte mit uns teilst. In dem (deinem) Alter den Papa (und für ihn Opa) zu verlieren, ist wirklich schlimm.

    Es ist zauberhaft, was dein Sohn gesagt hat. <3 Ich finde es so schön, wie empathisch Kinder in der Hinsicht sein können.

    Sandra · 12. März 2019 um 22:31

    Da es in meiner Familie leider 3 todesfälle in den letzten drei Jahren gab, hatte ich das Problem auch. Mein Sohn ist jetzt 4.

    Ich rede offen mit ihm über dieses Thema…. Vorletzes Jahr starb mein Onkel, da war er 3 und ich sagte ihm ich wäre traurig weim er tot ist und habe gesagt er ist jetzt ein Engel. Damit war das Thema erledigt. Kurz vor Weihnachten verstarb meine Oma – war er 4. Ich habe mit ihm eine Kerze angezündet und ihm einen Wunsch an die Uri senden öassen um sich zu verabschieden. Ich habe auch gesagt, sie ist jetzt tot, ist im Himmel beim lieben Gott und ein Engel. Haben viele Gespräche geführt. Er fragte auch ob es.für.immer ist – was ich bejahte. Er sagte auch immer mal wieder er ist traurig wegen der verstprbenen ,ich sagte das darf er auch.

    Mein Sohn hat mir auch erklärt das seine Uri jetzt ein Engel ist und wieder als Baby auf die Welt kommt – ich habe gesagt, wenn er das glaubt dann ist es so.

    Wichtig ist klar sagen die Person oder das Tier ist tot, das für immer. Aussagen wie schlafen oder eben gegangen sollten vermieden werden, da sie iritieren können. Es sollte kein tabu Thema sein, auch wenn schwer, evtl ein Buch auch zur hilfe nehmen, gibt ganz nette, z.b. jule darf auch mal traurig sein. Was.nach dem tot ist muss jeder mit sich vereinbaren können. Für mi h wurden sie alle zu engel – die einen beschützen und immer im herzen bleiben.

    Hoffe.ich konnte dir einen kleinen.Tipp geben.

    Liebe Grüße

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