Letzte Hoffnung – unser Weg in die Kinderwunschklinik Hamburg

Veröffentlicht von Mamaleben am

Mit gerade 40 zum ersten Mal Mutter zu werden, war für viele Freunde, Bekannte und die Familie eine große Überraschung, kaum einer hätte damit noch gerechnet und niemand wusste, dass wir den Wunsch nach einer eigenen, kleinen Familie überhaupt hatten.

Damals hielt sich mein Kinderwunsch in Grenzen. Wir ließen es ganz locker darauf ankommen, haben keine Ovulationstests benutzt, lediglich eine App, die wie ich jetzt im Nachhinein weiß, häufig einige Tage daneben liegen kann.

Als unser Sohn dann nach fast einem Jahr des „locker Probierens“ doch noch den Weg gefunden hat, war es für alle eine große Überraschung, vor allem auch für uns! Zu dem Zeitpunkt war ich mit der anstehenden Veränderung überfordert, konnte mich überhaupt nicht mit dem anstehenden Geburtsvorgang identifizieren (daher auch die Wunsch-Sectio) und ich konnte mir zu dem Zeitpunkt auch nicht vorstellen, dass ich noch ein zweites Kind möchte.

Als unser Sohn 1,5 Jahre alt wurde, festigte sich der Wunsch nach einem zweiten Kind bei uns beiden und wir wollten es nochmal probieren. Wir sagten zwar, wir überlassen es dem Schicksal, aber nach einem Jahr verlor ich die Hoffnung. In einem Gespräch mit meiner Frauenärztin riet sie uns, aufgrund meines Alters umgehend eine Kinderwunschklinik aufzusuchen. Gesagt, getan.

Anfang Dezember rief ich in einer Kinderwunschklinik in Hamburg an und wurde schon am Telefon sehr freundlich empfangen. Der früheste Termin wurde mir für den 3. Januar angeboten und so nahm ich ihn an. Wieder einige Wochen warten und einen Zyklus verstreichen lassen.

Der Termin war für 17 Uhr angesetzt und unser Sohn sollte mit. Zum Glück wurde er kurzfristig auf 16 Uhr vorgezogen, denn einen Abend-Termin mit einem Kleinkind anzunehmen, ist ja so eine Sache.

Ich verband diesen Termin mit der ersten S-Bahn Fahrt für unseren Sohn und so fuhren wir mit der Bahn in die City von Hamburg und wurden dort vom Papa mit dem Auto eingesammelt.

Kinderwunschklinik – das Erstgespräch

In der Praxis wurden wir sehr freundlich empfangen, uns wurden kurz die Räumlichkeiten erklärt und wir nahmen im Wartezimmer Platz. Dort saßen bereits 2 Paare und mir tat es ein wenig leid, dass unser Sohn im Wartezimmer herumwirbelte. Ich wusste ja nicht, ob diese Paare bereits ein Kind zuhause hatten oder es ihr sehnlichster Wunsch ist und es schmerzt, unser Kind zu sehen.

Als wir zur Ärztin gerufen wurden, fanden wir in ihrem Zimmer einen Mal-Tisch, Bücher und Spielzeuge vor, sodass unser Sohn sich beschäftigen konnte. Sie sagte, sie hätte selbst 5 Enkelkinder unter 5 und sie hatte wirklich eine tolle Art, mit ihm umzugehen.

Sie fragte meinen Mann und mich viele Punkte ab und da mein neuer Zyklus einen Tag zuvor begonnen hatte, nutzten wir direkt die Chance der ersten Ultraschall-Untersuchung. Hier konnte sie bereits sehen, ob und wie viele Follikel sich in meinen Eierstöcken befinden, die sich rein theoretisch, entwickeln könnten. Alles sah gut aus.

Das weitere Vorgehen wurde besprochen. Für mich hieß das, ich fuhr Mitte meines Zyklus, kurz vor dem Eisprung zu einer erneuten Untersuchung.

Uns beiden wurde am Ende des Erst-Gesprächs Blut abgenommen und unser Sohn stand ganz gespannt dabei und schaute zu. Auch hier war die Helferin toll mit ihm und uns.

Mein Mann muss noch für einen Spermiogramm zu einem eigenen Termin in der Praxis erscheinen. Er erhielt übrigens wenige Tage nach der ersten Blutabnahme einem Brief mit dem Hinweis, dass er einen schlechten Vitamin D Wert hat und es lag direkt ein Rezept bei. Der Brief kam ohne Absender, also ohne Hinweis, dass man in einer Kinderwunsch Klinik in Behandlung ist.

Mein zweiter Termin

Heute stand mein zweiter Termin in der Klinik an. Eine kurze Ultraschall-Untersuchung der Eileiter sowie eine erneute Blutabnahme. Da ich die Ärztin sah, konnte ich mit mir auch noch meine Ergebnisse der letzten Blutabnahme durchgehen. Sie erzählte mir, alle meine Werte sehen gut aus und es liegen auch keine Schilddrüsenprobleme vor. Generell spricht also nichts gegen eine Schwangerschaft. Abgesehen von der Statistik.

Der zweite Termin meines Mannes sah etwas anders aus. Er musste für ein Spermiogramm in die Klinik, was mit 40,- Euro zwar selbst bezahlt werden muss, aber absolut im Rahmen bezahlbarer Kosten liegt. Das Ergebnis des Spermiogramms erhielten wir einige Tage später per Post. Es kam wieder diskret ohne Absender an, was ich persönlich recht schön finde.

Ich hatte große Angst vor den Kosten der gesamten Diagnostik, aber diese war unbegründet. Die gesamte Diagnostik des ersten Monats, also das Erstgespräch, meine Folge-Untersuchung sowie die Blutentnahmen, sind komplett kostenlos!

Lediglich für die Spermiogramm fallen ca. 40 Euro an

Das 2. Beratungsgespräch in der Kinderwunschklinik

Gestern war es nun soweit. Ein kompletter Zyklus liegt hinter uns, ebenso alle Untersuchungen. Als wir vor der Ärztin saßen, erfragte diese per Telefon noch schnell beim Labor die letzten Ergebnisse, die gut ausfielen. Leider liegt das Gesamtergebnis so, wie wir es befürchtet haben.

Das größte Manko ist mein Alter.  Oft ist es die letzte Hoffnung auf ein #baby - der Weg in die Kinderwunsch-Klinik #kinderwunsch #geburt #mamaleben #kiwu #ivf #icsi

Die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege jetzt noch ein Kind zu zeugen, liegt „zwar nicht bei 0%, aber weit unter 5%.“ Was auch immer das heißen mag.

Da wir seit über einem Jahr keinen Zyklus für einen Versuch ausgelassen haben und es bisher nicht sein sollte, muss ich jetzt akzeptieren lernen, dass ich Mama (nur, aber immer) eines wundervollen Kindes sein und auch bleiben werde. Wie und ob mir das gelingt, weiß ich nicht, denn der Gedanke an ein zweites Kind begleitet mich JEDEN TAG.

Die Voraussetzungen bei uns beiden stehen für ein IVF-Verfahren recht gut. Dieses würde aber mit ca. 5000 Euro pro Zyklus zu Buche schlagen. Seid ihr UNTER 40 Jahre alt, habt ihr zumindest eine Chance, dass eure Krankenkasse einen Teil der Kosten übernimmt. Einige Kassen übernehmen das. Ob eure Kasse dabei ist, könnt ihr erfragen. Obwohl unsere Krankenkasse dazugehört, fällt diese Chance für uns leider weg, da ich zu alt bin.

Des Weiteren gibt es noch das ICSI-Verfahren, von dem sie uns erstmal abgeraten hat. Für Paare, die direkt zum ICSI-Verfahren übergehen, kommen zu den 5.000 Euro zusätzlich nochmal ca. 4000 Euro zu.

Kurzfassung:

  • IVF-Verfahren ca. 5000 Euro pro Zyklus
  • ICSI-Verfahren ca. 9000 Euro pro Zyklus

Das war unser Weg in die Kinderwunschklinik Hamburg. Wie ich mit dem Abschied des Kinderwunsches umgehe, bzw. es zu lernen versuche, erzähle ich euch hier.


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