Wunder geschehen – Schwanger mit 43 Jahren

Veröffentlicht von Mamaleben am

Vor ziemlich genau 3 Jahren schrieb ich einen ähnlichen Beitrag. „Ein Baby mit 40“, der bis heute zahlreich gelesen wird. Dies zeigt mir, wie groß das Interesse an ü40-Schwangerschaften ist.

Es war damals irgendwie verrückt, 4 Wochen nach meinem 40. Geburtstag, zum ersten Mal Mutter zu werden. Es war surreal, alles veränderte sich. Die Schwangerschaft war alles andere als schön und ich entschied mich für eine Sectio. Am Ende wurde ich mit der Liebe meines Lebens belohnt.

Oft frage man uns in den Monaten nach der Geburt, ob noch ein Kind folgen soll. Ich antwortete immer etwas wehmütig: „Wenn ich vorher gewusst hätte, wie toll es ist, hätte ich gerne drei Kinder gehabt“.

Aber mit 40 Jahren war die Vorstellung irgendwie absurd. Dennoch stellten wir uns ab und zu vor, dass es schon schön wäre, noch ein zweites Kind zu haben. Was mich davon abhielt, direkt mit dem Versuch zu starten, war die Vorstellung, die Zeit nicht mehr exklusiv mit meinem Sohn verbringen zu können. Ich war nicht bereit, meine Zeit auf zwei Kinder aufzuteilen, ich wollte sie komplett mit ihm verbringen. Klingt irgendwie verrückt, oder?

Nach ca. 1,5 Jahren änderte sich das langsam. Wir waren (sind!) so verliebt in unser Kind, dass wir öfter davon sprachen, zwei von diesen kleinen Monstern haben zu wollen. Wunder geschehen manchmal eben doch - Schwanger mit 43, ohne "Hilfe". #schwanger #ü40 #mamaleben #schwangerschaft #baby #geburt #kindermode

Wir entschlossen uns, es einfach zu versuchen. Monate vergingen, ein Jahr. Ein Besuch in der Kinderwunsch-Klinik folgte, wir entschieden uns jedoch GEGEN eine Behandlung. Alle Statistiken sprachen gegen uns, mein Alter rückte immer wieder in den Vordergrund und ich versuchte, mich von unserem Kinderwunsch zu verabschieden.

Wir verkauften das alte Baby-Bett, viel Baby-Kleidung, den Kinderwagen, Activitiy-Decke und ähnliches. Dennoch ließen wir es noch ein paar Monate laufen. Ich wollte abschließen, mich mit dem Gedanken anfreunde, keine weiteren Kinder zu haben und dankbar zu sein, für dieses eine, besondere. Welches an sich ja schon ein kleines Wunder war.

Mein Mann war tatsächlich derjenige, der dieses Jahr noch nutzen wollte. Mit einer Schwangerschaft gerechnet haben wir nach 1,5 Jahren nicht mehr wirklich. Aber plötzlich war es da, dieses Gefühl.

Schwanger mit 43

Meine Periode kam fast immer pünktlich, nun blieb sie aus. Aufgrund meines Alters redete ich mir ein, dass dies auch mit meinem Alter zutun haben könnte. Ab 40 Jahren verändern sich die Dinge.

Aus einem Tag wurden mehrere und ich war fast sicher. Als ich den Teststreifen sah, musste ich trotzdem tief Luft holen. Ein Gefühl zwischen Freude, Unglauben und Angst machte sich breit.

Es dauerte ein paar Tage, bis ich es schaffte, meinen Mann zu informieren. Der Termin bei meiner Ärztin war noch eine Woche hin. Frühstens in der 6. Woche kann man auf dem Ultraschall überhaupt etwas sehen.

Der Termin stand an, der dortige Test fiel ebenfalls positiv aus. Ich hatte aber schon von Beginn an, Angst vor einer Eileiterschwangerschaft. Es war für mich einfach so verrückt, schwanger mit 43 Jahren zu sein. Die Ärztin sah eine Fruchthöhle, aber ein Dottersack war nicht richtig zu erkennen. Sie gab sich alle Mühe, aber als sie dann noch etwas anderes entdeckte, war eine Eileiterschwangerschaft leider nicht auszuschließen.

Es war Freitag und sie informierte mich über mögliche Risiken. Sie bot mir an, eine Überweisung ins Krankenhaus auszustellen, falls ich es unbedingt sofort wissen wollte und riet mir, bei Bauchschmerzen oder Blutungen SOFORT ins Krankenhaus zu fahren.

Wir einigten uns darauf, nach dem Wochenende, direkt am Montag erneut einen Ultraschall zu machen. Ich bin ihr so dankbar für diese Mühe und den kurzen Zeitabschnitt. Das Wochenende war wirklich nicht schön, aber wir konnten nicht ändern, falls es nicht gut ausgehen sollte.

Überraschung! Ohne "Hilfe" mit 43 Jahren nochmal #schwanger - #schwangerschaft #baby #ü40 #pregnant Der Termin am Montag verlief gut. Ultraschall, Fruchthöhle, Dottersack UND ein schlagendes Herzchen. Sie schaltete kurz den Ton für mich ein und ich hörte das Herz unseres Babys. Unfassbar, ein kleines, schlagendes Herz und die Hoffnung, es nicht zu verlieren.

Noch immer ist alles unwirklich und beängstigend. Mein Mann sagt manchmal, Vorfreude sehe anders aus. Ich freue mich, aber ich habe Angst, mich zu sehr zu freuen, denn es kann einfach noch zu viel passieren.

Trotz und vor allem, gegen alle Statistiken bin ich schwanger mit 43 geworden. Das birgt aber auch einige Risiken. Nun bin ich in der 8. Woche und dieser Beitrag hier wird erst online gehen, wenn Woche 12 geschafft ist. Mich plagen Übelkeit, Müdigkeit und auch schon wieder ein wenig, das lästige Sodbrennen.

Nicht immer gehen Wünsche in Erfüllung, aber dennoch möchte ich euch, Frauen mit Kinderwunsch, evtl. ü40, Mut machen. Es ist eine Gratwanderung, zwischen Hoffnung und den Statistiken ins Auge zu sehen.

Falls hier „späte Mamas“ oder Papas mitlesen, outet euch gern mal. Ich würde mich freuen. Alles Liebe!

 

Kategorien: Logbuch

8 Kommentare

Annika76 · 7. Dezember 2019 um 16:48

Hallo liebe Mamas, und die, die es noch werden wollen… ich möchte kurz allen Hoffnung machen: Glaubt bloß keiner Statistik! Ich bekam mein erstes Kind mit 24, nachdem wir quasi aufgegeben hatten kam Nr. 2 als ich 39 Jahre alt war! Wer weiß…evtl. folgt ja noch eine Nr. 3 … das Leben spielt, wie es spielt. Keine Statistiken, keine Prognosen, einfach LEBEN! Und das ist bei jeder anders – egal wie, genießt es!

Maren · 28. September 2019 um 5:26

Alles, alles Gute!
Wir hatten es fünf Jahre erfolglos versucht, z. T auch mit medizinischer Hilfe. Dann, als niemand mehr damit rechnete, wurde ich spontan schwanger und das Kind blieb! Eine Woche vor meinem 45 Geburtstag kam meine Tochter zur Welt. Wir waren überglücklich! Und weil ja ‚sowieso nichts passiert‘ haben wir es weiter drauf ankommen lassen. Mit 47 habe ich dann meinen Sohn entbunden. Jetzt sind sie 1 und 3 Jahre alt. Bisher habe ich erst einmal einen abschätzigen Kommentar zu meinem späten Glück zu hören bekommen. Na und? Hat halt sehr lange gedauert, bis ich den Richtigen gefunden hatte.
Es wäre ganz interessant zu wissen, wie häufig ‚späte‘ Schwangerschaften vor der Pille, also in den 60ern und davor waren. Sicher nicht als Erstschwangerschaften, aber dennoch.
Genieß die Zeit!

    Mamaleben · 28. September 2019 um 8:47

    Liebe Maren, vielen Dank fürs Teilen deiner wundervollen Geschichte! 5 Jahre Hoffen, Bangen und wahrscheinlich viel Traurigkeit und dann so ein unverhofftes Wunder, welches nochmal nachgelegt wird. Toll 🙂 Manchmal kommt mir ja der verrückte Gedanke, ob ich wir die 3 vielleicht doch noch voll kriegen, aber dann denke ich wieder, „bleib mal auf dem Teppich, irgendwann ist auch gut“. Und ich habe auch etwas Angst, das Glück um ein gesundes Kind, herauszufordern. Nun heißt es erstmal, Nr. 2 gesund raus bringen ;-D

    Du hast Recht, wäre interessant zu wissen. Ich freue mich, dass du hier gelandet bist und wünsche dir alles Liebe mit deinen Zwergen! Vielleicht lesen wir uns ja nochmal. Liebe Grüße, Janin

Janette Fahlpahl · 25. September 2019 um 8:56

Hallo, ich freue mich für Dich und wünsche Dir alles alles Gute, Dir und dem Bauchzwerg. Ich bin mit 43 das erste mal Mama geworden, ich kann Deine Gefühle gut verstehen. Mein Sohn ist jetzt 5 und ich bin so unendlich dankbar für mein „spätes“ Glück. Der kleine Mann ist auf natürliche Weise entstanden, nachdem bei bei eine Schilddrüsenunterfunktion erkannt und behandelt wurde. Liebe Grüße von der Ostsee, Janette

    Mamaleben · 25. September 2019 um 9:04

    Wow, das ist ja auch eine tolle Geschichte! Vielen Dank fürs Teilhaben lassen und für deine netten Worte! Es ist schön zu wissen, dass man nicht allein ist „in dem Alter“. Etwas komisch ist es beizeiten ja schon, wenn man neben den jungen Mädchen zB in der Kita sitzt. Liebe Grüße zurück!

    Stefanie · 18. November 2019 um 10:53

    Hallo Mamaleben, danke für deinen Beitrag!
    Ich bin mit 43 erstmals Mama geworden, ich hatte innerlich schon Abschied genommen von meinem Kinderwunsch… nach über 15 Jahren war er irgendwie in den Hintergrund gerückt, denn ich stand der invasiven Kinderwunschbehandlung immer kritisch gegenüber. Mein Mann war es, der zunehmend unter unserer Kinderlosigkeit gelitten hat und so habe ich ihm zuliebe alle Bedenken beiseite geschoben und mich auf einen Versuch eingelassen, das volle Programm. Im Wissen um die Statistik mit grosser Skepsis. Getragen durch den unbedingten Optimismus meines Mannes, wurde ich dann tatsächlich schwanger mit 42 und bin unendlich dankbar für unsere wunderbare kleine Tochter. Im Nachhinein bedauere ich, nicht den Mut gehabt zu haben diesen Weg Jahre früher gegangen zu sein. Doch wer weiß, ob es dann so problemlos funktioniert hätte. Alles hat seine Zeit. So stehen wir nun vor der Überlegung, ob es noch ein Geschwisterchen geben kann und wir das Schicksal noch ein weiteres Mal herausfordern. Noch ist es nicht entschieden, und ich gebe ehrlich zu, im Moment bin ich mit unserem kleinen Wirbelwind gut ausgelastet.
    Liebe Grüße, Steffi

      Mamaleben · 19. November 2019 um 11:28

      Liebe Steffi, vielen Dank für deine tolle und ehrliche Rückmeldung! Und herzlichen Glückwunsch zu eurem kleinen Wirbelwind 😉 Ich weiß was du meinst, es nochmal zu überlegen, da Schicksal erneut herauszufordern. Nicht so leicht, diese Entscheidungen. Toll, dass dein Mann diesen Weg so klasse mitgeht und so optimistisch war. Ich glaube, dass ist viel wert! Alles Liebe für euch und immer wieder toll zu lesen, dass ich nicht allein bin mit meinem „Alter“ 🙂

        Sandra · 21. November 2019 um 20:10

        Ich freue mich sehr für dich! Ich habe dazumal deinen Beitrag Abschied vom Kinderwunsch gelesen und ich fand das so traurig und es ist einfach nur toll von diesem Wunder zu lesen. Alles Gute für euch!!

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