Eltern Kind Parkplätze das leidige Thema

Mütter sind nur zu faul zum Laufen. Eltern – Kind – Parkplätze

Dieser Beitrag richtet sich an alle Personen, die „nur ganz kurz“ auf einem für Eltern ausgewiesenen Parkplatz parken oder denken „hier darf ja schließlich jeder parken“.

Auch wenn mich diese Situationen innerlich immer wieder zum brodeln bringen, möchte ich euch hier sachlich erklären, wo das „Problem“ liegt, wenn ihr euch „nur ganz kurz“ auf einen dieser Parkplätze stellt.

  • ganz kurz, weil der Eingang zum Bäcker direkt vor dem gerade freien Parkplatz liegt
  • eben schnell, ihr müsst ja nur ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt besorgen
  • Eltern haben ja schließlich kein Anrecht auf diesen Parkplatz
  • eine Mutter mit Kind schließlich genauso gut „da hinten“ auf dem freien Parkplatz parken

Diese ausgewiesenen

Eltern Kind Parkplätze

sind übrigens NICHT nur für Mütter, sondern für alle Personen gedacht, die entweder eine Babyschale MIT Baby oder ein Kleinkind im Auto haben. Dabei ist es egal, ob das ein Papa, eine Schwester, eine Tante, eine Oma oder der Babysitter ist!

Vorab: Mütter sind zu faul zum Laufen?

NEIN, sind wir nicht.

Was haben sich Supermärkte und Einkaufszentren beim Anlegen dieser Parkplätze bloß gedacht?

  1. Es geht um die Türen!

Kinderlose Personen oder welche, bei denen es Jahrzehnte her ist, dass sie versuchten, ein Kind aus einer 20 cm Öffnung einer Autotür zu zerren, denken vielleicht einfach nicht darüber nach. Ich möchte nicht jeder Person, die jemals auf einem dieser Eltern Kind Parkplätze geparkt hat, Vorsatz unterstellen. Ich denke, vielen von euch sind diese Problematiken nicht bewusst.

Um eine Babyschale aus einem Auto zu heben, muss diese übrigens erstmal abgeschnallt werden. Dafür muss man sich in der Regel über das Kind beugen. Dasselbe gilt für ein Kleinkind in einem Kindersitz. Damit das passieren kann, muss sich die Tür zumindest halbwegs öffnen lassen. Um nun aber auch noch die gesamte Babyschale oder das Kind aus dem Auto herauszuheben, was übrigens gerne 15 kg aus dem krummen Rücken heraus sein können und durch das Gewicht schon schwer genug ist, muss die Autotür KOMPLETT geöffnet sein!

Versucht doch bitte das nächste Mal, wenn ihr auf einem normalen Parkplatz parkt, eine Tür komplett zu öffnen und schaut, ob ihr sie dem Nachbarn nicht bereits in die Seite rammt. Auf engen Parkplätzen, wie sie in Deutschland nun mal Gang und Gebe sind, ist es nicht möglich, die Tür komplett zu öffnen, wenn direkt neben dir jemand parkt.

Ist kein Eltern Kind Parkplatz in Sicht, fahre ich solange durch die Gegend, bis ich einen Parkplatz am Rand, am Kantstein oder Blumenbeet gefunden habe, auf dem ich so einparken kann, dass sich die Tür komplett öffnen lässt. In Parkhäusern sind das meist die Plätze an den Säulen, die seitlich etwas mehr Freiraum bieten.

Übrigens gilt dasselbe auch für Schwangere, die mit ihrem Babybauch eine offene Autotür benötigen, um aus ihrem Auto aussteigen zu können.

Sicher hat auch niemand etwas dagegen, wenn ihr eine Person im Auto habt, die beim Aussteigen Hilfe benötigt. Mit meiner damals über 90 jährigen Oma habe ich durchaus auch mal dort gehalten, weil ich den gesamten Platz der Tür benötigt habe. Darum geht es hier nicht. es geht um die Ignoranz und fehlende Empathie, die viele Menschen an den Tag legen.

2. Die Sicherheit 

Eigentlich sollte der Grund der Türen bereits für jeden einleuchtend genug sein, aber es gibt noch einen weiteren, leider oft unterschätzten Grund für die Eltern Kind Parkplätze. In der Regel befinden sich diese ja in der Nähe zur Eingangstür. Ich benenne jetzt mal die Mütter, weil es meistens die Mütter sind, die allein mit ihren Kindern unterwegs sind. Aber dasselbe gilt natürlich für jede Person, die allein mit einem oder gar mehreren Kindern einkaufen fährt.

Eine Mutter, die auf diesem Eltern Kind Parkplatz parkt, hat mindestes ein Baby oder Kind dabei. Das allein kann schon eine Herausforderung sein. Viele Mütter haben aber sogar zwei Kinder dabei! Sie schieben also aus dem Super-oder Möbelmarkt, haben die Babyschale im Einkaufswagen oder gar über dem Arm, dazu die Einkäufe und an der Hand evtl. noch ein Kleinkind.  Sind Mütter nur zu faul zum Laufen? Das leidige Thema Eltern Kind Parkplätze. Ein paar Worte dazu... #baby #geburt #mamaleben #mutterundkind #sicherheit #eltern #kleinkind

Auch das ist schon eine wahre Herausforderung, sich auf die Kinder zu konzentrieren und GLEICHZEITIG den Verkehr im Auge zu behalten. Sie müssen also, teilweise im Dunkeln oder gar bei Regen oder am besten gleich beides, im Dunkeln UND bei Regen, mit ihren Kindern quer über uneinsichtige Parkplätze laufen, immer in der Hoffnung, dass nicht irgendjemand beim rückwärts ausparken gerade den toten Winkel übersieht oder trotz beschlagener Scheiben, einfach rückwärts fährt.

Am Auto angekommen, muss die Mutter dann alles irgendwie auf engem Raum abstellen, um die Kinder nacheinander im Auto anzuschnallen, wieder in der Hoffnung, dass sie für jeden vorbeifahrenden oder einparkenden Autofahrer sichtbar bleibt. Schockmomente haben wir als Eltern wahrlich schon genug.

Ihr denkt jetzt:„Meine Güte, sie dramatisiert aber ganz schön“.

Nein, tue ich nicht. Es sind Personen auf Parkplätzen angefahren worden und gestorben. Siehe hier. Und das ist kein Einzelfall! Ist es all das für euch wirklich wert, dass ihr euch bewusst auf ausgewiesene

Eltern Kind Parkplätze

stellt?

Ein Appell – bitte denkt bei eurer nächsten Parkplatz-Suche an meine Worte und irgendwo in Deutschland, auf irgendeinem Supermarkt-Parkplatz, wird eine Mutter dankbar sein, dass sie einen der freien Eltern Kind Parkplätze erwischt und ihre Kinder problemlos und sicher aus- und wieder einladen kann.

DANKE

PS, falls euch interessiert, wer hier schreibt, hier geht es lang.

8 Gedanken zu „Mütter sind nur zu faul zum Laufen. Eltern – Kind – Parkplätze

  1. Huhu
    Danke für den tollen Beitrag, das Problem kommt mir auch sehr bekannt vor. Ich bin Mama von zwei kleinen Kindern und stimme in allen Punkten zu.
    Wenn ich Falschparker auf den Eltern-Kind-Parkplätzen erwische, dann spreche ich diese an, gerne auch Mal sarkastisch. Im Sommer habe ich die (meistens) Damen gefragt, warum sie ihr Kind bei der Hitze im Auto lassen und ob ich vielleicht die Polizei rufen soll, damit dem Kind nichts passiert. Oder ich habe den Herren mit den dicken Sportwagen, in denen nicht einmal ein Kindersitz war, nette Post- It’s mit der Aufschrift „Eltern-Kind- Parkplatz, kein Prollo- Parkplatz“ an die Scheibe geklebt.
    Blöde Kommentare habe ich ignoriert. Aber in den meisten Fällen kam „ups“ und die Leute haben umgeparkt (lag vielleicht an der Ankündigung sie einzuparken…)….
    Ich finde, dass da von den Seiten des Ordnungsamtes oder ähnlichem Bußgelder angebracht wären… Wenn ich auf den Rollstuhl-Parkplatz parke, bekomme ich auch ein Knöllchen.

    1. Hallihallo, du hast echt meinen Respekt, dass du da so hinterher bist mit Kommentaren und Post Its. Toll finde ich ja, dass viele umparken. Hmm das gibt mir dann doch zu denken. Bußgelder werden da so schnell nicht kommen, da nun mal jeder das Recht hat, dort zu parken. Es geht mehr um die Moral und Einstellung der Leute, dass sie verstehen sollten, wozu diese Parkplätze da sind. Immer eins schwieriges Thema, das mich und wahrscheinlich jedes Elternteil, sauer macht.

  2. Same here.
    Das Problem bei unseren EKP ist leider, dass sie nicht breiter sind als Andere Parkplätze. Das sind einfach alte Parkplätze direkt vorm Supermarkt, die als EK ausgeschrieben wurden und wo meist irgendwelche Lieferanten, Sportwagen oder Lauffaule stehen. Deswegen parke ich dort grundsätzlich nicht – sondern meist dort, wo ich gleich einen Einkaufswagen in der Nähe habe.
    Ansonsten wie oben beschrieben – dort wo ich Platz habe, die Babyschale/das Kind sicher und ohne Beulen aus meinem Kleinen 3Türer Auto zu wuchten.

    Angesprochen hab ich die Leute nie, man würde eh nur blöde Antworten oder die Standards „dauert nicht lang.“ Ansagen bekommen.
    Wieso sollte man auch Verständnis für Schwangere, Mütter oder Leute haben, die eben mehr Platz beim Aussteigen brauchen. Dafür ist unsere Gesellschaft nur geringfügig ausgelegt.

    Aber ist doch ‚lustig‘ wie Mütter, Väter und Co. sich mit ihren Kids abwuchten und durch die kleinsten Lücken quetschen *Sarkasmus off*
    (nicht ernst nehmen – aber ich fang irgendwann an, sowas Sarkastisch in meinem Kopf zu kommentieren.)

    1. Ja es ist traurig. Wenn du dir den einen Kommentar hier unter diesem Beitrag anschaust, macht es mich auch traurig, dass das unsere Gesellschaft ist. Ich habe mich selbst damals ohne Kind, nie auf EKP gestellt, obwohl mir die Tragweite gar nicht bewusst war, welchen Sinn sie eigentlich haben. Es ist schon ein trauriges Schauspiel, egal vor welchem Markt man wartet. Ich ärgere mich dennoch jedes Mal aufs Neue, auch wenn ich versuche es nicht zu tun. Aber es ist ähnlich wie mit allen Dingen, sei es Müll in Grünanlagen, Plastik im Meer etc. Es gibt welche, denen fällt die Tragweite auf und die anderen denken nur an sich selbst. Danke für deine Rückmeldung!

  3. Ok. Grundsätzlich ist es in Ordnung, wenn sich manche Gruppen eine Erleichterung im Alltag wünschen. Die Intentionen dahinter sind i.d.R. ja verständlich und oftmals sinnvoll. Als seltsam empfinde ich es aber, wenn sich diese Gruppen ein virtuelles ‚Recht‘ zusammenzimmern und auch noch darauf bestehen. Da kann ja jeder kommen! Nach dem Motto: „Uns gefällt die Rechtslage so nicht, also bestimmen wir unsere eigenen gewünschten Regeln und jeder hat sich gefälligst daran zu halten.“ Ich nenne so etwas selbstherrlich.
    Vor 8 Monaten hat mir jemand meine Beifahrertür stark beschädigt. Die Reparatur hat fast 2000€ gekostet. Zum Schutz vor asozialen, bzw. meines Eigentums parke ich seitdem immer auf EK-Parkplätzen.
    Ich habe aber einen Lösungsvorschlag: Sorgt dafür, dass Parkplätze generell breiter angelegt werden und dass die lieben Mitbürger für den enstandenen Schaden gerade stehen, den sie angerichtet haben.
    Bis dahin sehe ich das moralische Recht auch auf meiner Seite und es gibt von mir nur ein leckerhammi Popoleck. Und falls es sich jemand aus der Hasenhirn-Edition wagen sollte diesbezüglich zu mucken, fliegen so dermaßen die Fetzen, dass diese Person den Rest ihres Lebens einen großen Bogen um mich machen wird.
    Wie gesagt, kann ich die Eltern schon verstehen. Aber Recht und Moral hat niemand gepachtet und ist auch keine Einbahnstrasse.

  4. DANKE! Genau meine Gedanken. Ich ärgere mich immer wieder. Die Eltern-Kind-Parkplätze bei unserem nächsten Supermarkt sind ständig belegt und ich sehe selten jemanden mit Kind ein oder aussteigen. Spricht man diese Leute an wird man noch doof angemacht. Und ich stehe da und schleppe meine 3 Kinder (0-4 Jahre) über den Parkplatz.
    Würde mir den Artikel gerne ausdrucken und im Bedarfsfall verteilen.

  5. Ich nutze sie echt hauptsächlich weil Baby plus Schale einfach Mega schwer sind mein kleiner 8 Monate hat schon 10 kg plus Schale das darf jeder gerne mal hin und her schleppen denn wenn ich am Rande des Parkplatzes parke lasse ich meinen kleinen nicht alleine bis ich den Wagen vor der ladentüre geholt habe und zurück gelaufen bin hin Auto! Mich nervt dieses Unverständnis

    1. Wenn wir nur ein paar Leute erreichen, die vielleicht künftig an einem freien Eltern Kind Parkplatz vorbeifahren und bereit sind, sich weiter hinten einen zu suchen, haben wir doch schon etwas erreicht. Es geht ja um Aufklärung hier. Daher vielen Dank für deine Rückmeldung! Genau eure Erfahrungen sind ja wichtig für das Verständnis.

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