Sieben Monate kitafrei - Privileg oder Bürde?

7 Monate Kita frei – Privileg oder Belastung?

In einem vorherigen Beitrag habe ich euch erzählt, warum wir uns dafür entschieden haben, den Kindergarten zu wechseln.

Da unser Sohn mit fast 3 Jahren, zum 1.4. seine Krippen-Gruppe verlassen muss, aber erst zum 1. November dieses Jahres in die Elementar-Gruppe seines neuen Kindergarten wechselt, liegen vor uns nun 7, durch Krankheit fast 8 gemeinsame Monate

Kita frei

Natürlich hätten wir ihn in unserem jetzigen Kindergarten auch erstmal dort in die für ihn vorgesehene Elementar-Gruppe wechseln lassen können, um ihn dann im Winter erneut den kompletten Kindergarten wechseln zu lassen. Die Überlegung gab es durchaus, aber wir haben uns gegen diese Variante entschieden.

Da er komplett allein, ohne ein für ihn bekanntes Kind hätte wechseln müssen und in der Gruppe auch kein Kind ist, das aus seiner Gruppe bereits dorthin gewechselt hat, war das ein weiterer Punkt gegen eine doppelte Eingewöhnung innerhalb von sieben Monaten.

Als Option bleibt daher nur die Konsequenz, ihn nach Ablauf seines Kita-Gutscheines, mit 3 Jahren aus der Krippe zu nehmen und den Sommer und den Herbst über, zuhause zu behalten. Durch Krankheit hat es sich nun nochmal fast 4 Wochen früher so ergeben.

Das letzte Jahr hatte sich gut eingespielt und ich habe meine Selbständigkeit halbwegs gut mit dem 5 Stunden Kita-Gutschein unter einen Hut bekommen. Viel Gehetze, viel zu tun, aber auch hin und wieder mal ein wenig Zeit, um meine Dinge ohne Kind geregelt zu bekommen.

Seit Mitte März ist es nun anders, mein Kind wird wieder zuhause sein, die Arbeit muss aber weitergehen. Hier möchte ich klar sagen, ohne die Unterstützung meiner Mutter wäre das nicht „so leicht“ möglich. Es wäre vielleicht möglich, aber mit wesentlich mehr Hürden, die mein Mann und ich hätten stemmen müssen oder mit mehr finanziellem Ausfall.

Da ich bisher 2 Vormittage im Homeoffice für diesen Blog tätig und somit zuhause bin und mein Mann ebenfalls einen anderen Tag, gilt es noch, die Kinderbetreuung für 2 weitere Vormittage abzudecken. Hier kommt die Oma ins Spiel und übernimmt diese Tage. Sofern es meine Arbeit zulässt, werde ich meinen Sohn auch mal mitnehmen und irgendwie wuppen wir so alle gemeinsam, diesen Sommer und den Herbst.

Kita frei

bedeutet mehr Stress und weniger Zeit für meine Arbeit, für mich selbst ganz zu schweigen. Die zwei bisherigen Homeoffice Tage gebe ich für diesen Zeitraum, mehr oder weniger, auf. Zum Arbeiten komme ich kaum, wenn der Kleine im Raum ist und so verbringen wir diese Tage die nächsten Monate anders. Nötige Tätigkeiten am PC werde ich also in die Abendstunden verlegen (müssen).

UND DENNOCH sehe ich es als Privileg, nochmal die Gelegenheit zu bekommen, mehr Zeit mit meinem dann 3-jährigen Sohn verbringen zu können. Ich weiß, es ist eher ungewöhnlich, dass ein 3-jähriges Kind keine Kita besucht und ich bin gespannt, ob wir darauf angesprochen werden. Vor vielen Jahren war es noch andersherum. Mein Mann zum Beispiel, hat nie eine Kita besucht und ich selbst war auch nur stundenweise in einer Spielgruppe.

Wir werden vormittags mehr Zeit auf Spielplätzen verbringen, wenn andere Kita-Gruppen dort sind, sodass ein Kontakt mit anderen Kindern stattfinden kann. Wir werden gemeinsam Ausflüge unternehmen, hoffentlich ein paar Play-Dates haben und meine Arbeit muss halt warten bzw. anders organisiert werden.

Der einzige Nachteil den ich sehe: mein Sohn hatte viel Spaß in der Musikschule, die innerhalb der Kita stattfand und die ich ihm gerne weiterhin ermöglichen würde. Hier werde ich mich also informieren, sodass er auch außerhalb der Kita eine Musikschule besuchen kann. Zur Not wird das eben auch erst im Winter, in der neuen Kita weitergehen.

Wir wechseln die #kita und leben dazwischen 7 Monate #kitafrei - für einige mag das eine Bürde sein, für mich ist es ein großes Privileg. Warum, lest ihr hier! #kindergarten #kindergartenfrei #krippe #kleinkind #mamaleben

Da wir dieses Jahr ein Feld mit Gemüse bewirtschaften, zu dem wir mehrmals in der Woche fahren werden, können wir uns die Nachmittage nicht mit vielen Terminen belegen und wir müssen schauen, was zeitlich für alle Parteien umsetzbar ist.

Gemeinsame Zeit – ein Privileg

Wichtig ist, Spaß soll es machen und uns als Familie einen tollen Sommer und Herbst bescheren.

Ich verlinke euch hier mal einen interessanten Artikel des Blogs „Zweitöchter“ mit dem Thema: „Wie wenig Zeit mit unseren Kindern bleibt“. Viele Kinder besuchen ganztags einen Kindergarten und es mag sein, dass es finanziell oft nicht anders möglich ist. Zumindest denkt man das. Jedes Elternpaar muss dies für sich als Familie selbst entscheiden und Alleinerziehende stehen ja nochmal vor größeren Herausforderungen.

Ich bin der Meinung, man kommt auch mit etwas weniger Geld aus und ich genieße die freie Zeit, denn Zeit ist ein Luxus-Gut.

Für mich und meine Familie bin ich sehr dankbar, dass es uns durch die Unterstützung der Oma möglich ist, ein anderes Konzept, einen anderen Weg zu gehen und diesen bewusst wählen zu können.

Wir starten daher jetzt voller Freude in das Experiment:

„Kita frei“ auf Zeit.

Gerne berichte ich im Sommer mal, wie es uns die ersten Monate damit ergangen ist.

Wie handhabt ihr das? Gehen eure Kids ganztags oder halbtags in die Kita? Oder sogar nur wenige Stunden oder weniger Tage? Und gehen sie gerne oder eher nicht so? Oder lebt ihr komplett Kita frei? Ich bin gespannt auf andere Konzepte und Erfahrungen.

 

 

Ein Gedanke zu „7 Monate Kita frei – Privileg oder Belastung?

  1. Hallo, ich bin hier gerade reingestolpert und wollte euch eine bereichernde freie Zeit miteinander wünschen. Genießt es, auch wenn es streckenweise anstrengend sein kann.

    Ich glaube, es lohnt sich wirklich sehr. Wir leben übrigens komplett Kindergartenfrei. Meine Tochter ist derzeit drei Jahre alt und bleibt bis zur Schulzeit zuhause. 🙂

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