Mamaleben
Ich lerne stricken
do-it-yourself

Stricken lernen – dafür bist du nie zu alt!

Plötzlich wollte ich stricken lernen. Wie kam es dazu? Ich stöberte bei Instagram und folgte dem Profil einer Norwegerin, die ihre dicken, bunten Norweger-Pullis selber strickt. Wir schrieben uns kurz, sie kann recht gut deutsch und sie sagte zu mir: „Zum Stricken lernen ist man nie zu alt! Versuche es doch selber mal.“

Das gab mir so zu denken, es war Donnerstag Abend und wir wollten am Sonntag in den Urlaub an die Ostsee fahren. Es war Mai und mein Mann hatte seinen zweiten Elternzeitmonat.

Stricken lernen - so begann es bei mir #stricken #strickenlernen
Masche verloren und falsch hochgeholt

Ich schaute mir direkt einige YouTube-Videos an, wie man mit dem Stricken beginnt. Als erstes also Maschen aufnehmen. Traute ich mir das zu? Ja! Ich schaute mir verschiedene Techniken an, auch schon wie man die ersten, rechten Maschen strickt. Wo bekomme ich nun Wolle etc. her? Es war ja mal wieder Lockdown.

Nach einer kurzen Recherche fand ich ein ansprechendes Wollgeschäft 10-15 Minuten von uns entfernt und die Inhaberin gibt auch Strickkurse. Sie antwortete mir noch abends per WhatsApp, dass ich am nächsten Tag kommen kann. Gesagt, getan, Projekt stricken lernen.

Ehrlich wie ich war, sagte ich ihr, dass ich keine Ahnung habe. Wirklich null! Ich war schon mit der Frage überfordert, was ich denn stricken möchte. Ich wollte ja erstmal nur stricken lernen.

Nach einem sehr netten Gespräch habe ich Alpaka-Wolle und eine 4er Rundstricknadel aus Holz* gekauft. Zuhause und im Urlaub schaute ich weiter YouTube-Videos und brachte mir das

Maschen aufnehmen

selbst bei. Es gibt verschiedene Techniken und man sollte die finden, die sich für einen richtig anfühlt. Maschen aufgenommen waren dann relativ schnell, aber wie ging es nun weiter?

Rechte Maschen lernen. Es folgten erneut einige Videos und es klappte ganz gut. Ich strickte also im Urlaub fleißig drauf los. Es sollte ein Pullunder für mich werden, mit großen Öffnungen für die Arme. Also quasi zwei quadratische Stücke stricken.

Es war schon schön. Wir saßen im Ferienhaus, das Feuer im Ofen knackte und wärmte, während der Papa und der Große einen Film schauten. Der Kleine schlief bereits und ich strickte vor mich hin. Da ich 80 Maschen auf der Nadel hatte, war ich ziemlich beschäftigt.

Anfängerfehler

Irgendwann dachte ich mir, hier läuft doch etwas falsch. Mein Strickstück wurde immer breiter, umso mehr Reihen ich strickte. Wie ein Trapez. Da ich niemanden hatte, den ich fragen konnte, versiegte langsam die Motivation. Die schaute mir weitere Videos an und lernte, wie man Maschen abnimmt, bzw. zwei zusammenstrickt. So machte ich es über eine ganze Reihe und stellte fest, dass das keine gute Idee war. Strickprofis schmunzeln jetzt sicher.

Um dem ganzen einen Abschluss zu geben, lernte ich noch das Abketten. Anfangs ein wenig friemelig, klappte das mit der Zeit sehr gut. Mein Strickstück sah nun ziemlich merkwürdig aus, aber ich habe es als Probestück gesehen. Da ich nicht mehr weiter wusste, legte ich alles zur Seite und strickte den Sommer über nicht weiter.

Stricken lernen im Kurs

Im August kam an einem Freitag endlich die erlösende Nachricht von der Inhaberin des Wollgeschäfts. Ab Montag ist ein Platz in ihrem Kurs am Vormittag frei. Der passte zeitlich so perfekt, dass ich auf dem Rückweg den Großen direkt von der Vorschule abholen kann. Solang der Kleine keine Kita besucht, brauche ich allerdings einen Babysitter. Den Job übernimmt für die 2,5 Stunden erstmal die Oma, mit der Unterstützung des Papas, der noch im Homeoffice ist.

Ich sagte zu und holte noch am Sonntag mein Strickzeug wieder heraus. Ich übte erneut das Maschen aufnehmen, rechte Maschen und brachte mir direkt spontan noch die linken Maschen bei.

Im Kurs läuft es wie folgt. Wir sitzen gemütlich um einen Tisch in ihrem Wollgeschäft und jede strickt an ihrem eigenen Projekt. Wer Fragen hat, fragt. So ist es „learning by doing“.

Ich suchte mir ein neues Projekt heraus und neue Wolle – Merino 100 Gramm für einen Pullunder für meinen kleinen Sohn. Der wurde glatt rechts gestrickt, also rechte und linke Maschen im Wechsel. Sie fragte mich direkt, seit wann ich linke Maschen stricke und musste schmunzeln, als ich sagte: „Seit gestern“.

Sie zeigte mir noch einen Trick, wie es leichter ging und dann klappte es sehr gut.

Ich lerne stricken.

Natürlich passierten mir einige Fehler. Ich habe Maschen verloren oder verdreht. Sie korrigierte mir vor Ort alles. Das ist der große Vorteil, wenn du einen Profi neben dir hast. Zuhause strickte ich das Rückteil allein, leider sind mir auch dort Fehler passiert und mir fehlt die Geduld, bis zum nächsten Montag zu warten. Also strickte ich unperfekt weiter. Ich sehe diesen „Pullunder“ inzwischen als mein Übungsstück.

Teile zusammenstricken

So zeigte sie mir zum Beispiel, wie ich die beiden Teile an den Schultern zusammenstricken und im gleichen Zug abketten kann. Das war gar nicht so einfach, sieht aber am Ende super aus.

Mit dem Ausschnitt habe ich mir schwer getan, aber auch hier gibt sie mir Tipps und sagt, wie viele Maschen ich wann und wo zusammenstricken soll. Ich lerne #stricken - so begann es bei mir. #strickenlernen #knitting #wolle

Nun hatte ich gerade die Idee, den Ausschnitt abzuketten. Böser Fehler! Völlig unelastisch, aber da ist es wieder, lernen durch ausprobieren. Nun werde ich sie Montag fragen, ob man den Vorgang rückgängig machen kann. Vielleicht rippel ich das ganze Teil irgendwann auf, um die Wolle nicht zu vergeuden. Denn mein Ehrgeiz ist geweckt und ich möchte keine Fehler im Strickstück haben.

Neue Wolle (Tweet) ist bereits gekauft und das nächste Projekt geplant – „Hustenleibchen“.

In der Zwischenzeit habe ich einen Schal in Form einer Schlange für meinen Sohn gestrickt. Bis auf einen Fehler ist der recht gut geworden und hier habe ich sogar schon Farbwechsel einbauen können. Im Kurs hat sie mir einmal gezeigt, wie man einen neuen Faden ansetzt und das konnte ich hier direkt umsetzen.

Stricken lernen macht süchtig und ich freue mich darauf, noch viel zu lernen und für meine Kinder und uns zu stricken. Vielleicht werde ich ja noch ein echter „Strickfluencer“? 😉

Wer möchte, kann mir gern auf meinem Instagram-Kanal folgen. Dort baue ich mein neues Hobby ein wenig ein. Sollte es überhand nehmen, wird es ein separates Profil geben.

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