Blau rosa Falle – 7 Sätze, die ihr vermeiden könnt.

Veröffentlicht von Mamaleben am

Die typische blau rosa Falle. Kürzlich sagte jemand älteren Baujahrs lächelnd zu meinem 1-jährigen Sohn, aufgrund seiner Sonnenmütze: „Du siehst aus wie ein Mädchen.“

Ich weiß, dass das überhaupt nicht böse gemeint war und einfach so dahingesagt. Dennoch hallte es in mir nach und ich frage mich, was solche Aussagen mit Kindern macht?

Auch mein großer Sohn hat eine etwas andere Frisur und ich hoffe, dass er stark genug ist, Kommentaren von anderen Kindern standzuhalten. Er hat auch schon positive Rückmeldungen dazu erhalten, aber er versteht es nicht wirklich, denn es sind doch einfach nur seine Haare, die zu ihm gehören. Wieso werden die bewertet?

Die blau rosa Falle

Aber zurück zum ersten Thema, du siehst aus wie ein Mädchen. Dieser Satz sagt eigentlich weniger über den Jungen aus, der vermeintlich gerade aussieht wie ein Mädchen, sondern eher darüber, wie Mädchen auszusehen haben.

Wie sehen denn Mädchen genau aus? Immer lange Haare? Zöpfe? Weiße Mützchen, Kleider, Puppen und rosa Jäckchen? Sehen Mädchen in unserer Zeit immer so aus? Gott sei Dank nicht! Dennoch nehmen sich viele Eltern heraus, ihren kleinen, weiblichen Babys Löcher in die Ohren stechen zu lassen. Denn es „sieht ja so süß aus“ und Mädchen haben halt Ohrringe. Puh…

Frauen einer Epoche haben hart dafür gekämpft, dass sie kurze Haare, Hosen tragen und arbeiten dürfen, keine Erlaubnis ihrer Männer benötigen. Emanzipation! Mädchen dürfen aussehen wie Mädchen, wenn sie es MÖCHTEN.

Als ich Kind war, musste ich mir öfter anhören: „Du siehst ja aus wie ein Junge.“ Ich hatte kurze Haare, burschikoses Auftreten. Na und? Trotzdem war ich mir immer bewusst, ein Mädchen zu sein und aus mir ist eine „normale“ Frau geworden.

Du siehst aus wie ein Mädchen

Witzigerweise ist die Toleranz bei Jungen noch nicht angekommen. Möchte ein Junge glitzernde Gummistiefel, rümpfen die meisten Eltern die Nase und suchen schnell etwas anderes heraus, ähnlich bei rosa Shirts. Und zack, schon sind wir ganz unbewusst, in der blau rosa Falle.

Möchte der Junge lange Haare tragen, heißt es: „Nein, das sieht ungepflegt aus. Jungs tragen kurze Haare.“ Schade! Hat nicht jedes Kind das Recht, sich selbst auszusuchen, wie es aussehen möchte?

Natürlich geben wir ihnen Kleidung und Frisur erstmal vor und die meisten Kinder stört es sicher nicht. Aber wenn ein Mädchen mit langer Mähne mehrmals sagt, sie möchte kurze Haare tragen, kann sich die Mama dann überwinden, sie abzuschneiden oder wird immer wieder dagegen diskutiert? Seid mal ehrlich mit euch, wie würdet ihr reagieren?

Möchte ein Junge lange Haare haben, darf er sie wachsen lassen?

Jungs tragen Taufkleider, das wird akzeptiert. Bei Babys einmal im Leben, gerade eben so. Danach hört der Spaß auf. Der Junge könnte ja weich werden, gar verweichlicht oder „schlimmeres“! You know…

Eine Puppe, nein! Jungs spielen mit Autos. 

Du_siehst_aus_wie_ein_mädchen blau_rosa_falle

Woher kommt so ein Gedanken-Wirr-War? Es wird weitergegeben, von Generation zu Generation, mit Aussagen wie:

  • Du siehst aus wie ein Mädchen/Junge.
  • Du schaffst das nicht, du bist ein Mädchen.
  • Das ist keine Arbeit für Jungs, das ist Frauensache.
  • Jungs weinen nicht.
  • Mädchen können das nicht.
  • Du wirfst/läufst etc. wie ein Mädchen.
  • Jungs spielen mit Autos, Mädchen mit Puppen.

Auch wenn ich versuche, mich frei von der blau rosa Falle zu machen, tappe ich auch mal herein. Zum Glück bin ich weder ein rosa-Fan, noch mag ich blau. Meine Jungs tragen wenig blau und hätte ich Mädchen, würden diese wenig rosa tragen. Unisex-Farben sind hier das Stichwort.

Farben sind für alle da!

Übrigens dürfen Mädchen ohne Probleme blaue Jeans tragen, blaue Pullover, Cappys etc. Wieso wird mit den Augen gerollt, wenn ein Junge sich für ein rosa Shirt entscheidet? Man muss die Farbe nicht mögen, aber wenn sie ihm gefällt? Es gibt rosa Fußballtrikots, aber DAS ist ja Fußball und wieder was anderes.

Es geht hier nicht nur um die blau rosa Falle, sondern generell darum, sich von Vorurteilen frei zu machen. Andere sein und aussehen zu lassen, wie sie es gern möchten.

Leben und leben lassen.

Eine hübsche Blondine kann genauso einen Jumbojet fliegen oder Wissenschaftlerin sein. Vielleicht war sie die mollige Teenagerin, die aussah wie ein Junge.

Tattoos sind heute kein Indiz mehr für verrockte Seefahrer oder Gangs. Es gibt tätowierte Biker, die sich vegan ernähren und für den Tierschutz oder kranke Kinder einsetzen. Und wer weiß, vielleicht haben eben die als kleines Kind ein Mützchen getragen, mit dem sie aussahen wie ein Mädchen…

Kinder sind so feinfühlig, erst kürzlich sagte mein Sohn zu mir: „Ich hoffe, dass ich vor euch sterbe.“ Umso mehr sollten wir unsere Worte ihnen gegenüber mit Bedacht wählen.

 

Ich freue mich, wenn ihr mal auf meinem Insta-Account vorbei schaut und einen Gruß da lasst.

Kategorien: Logbuch

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