Kinder loslassen, ein Lernprozess

Veröffentlicht von Mamaleben am


Mein Sohn wurde bereits mit 2 Monaten stundenweise von meiner Mutter betreut, da ich leider früh wieder arbeiten musste. Obwohl ich wusste, dass er gut und liebevoll betreut wird, fiel mir das Loslassen sehr schwer. Dennoch behaupte ich von mir, keine Glucke zu sein. Ich habe immer versucht, meinem Kind die Freiheiten zu geben, die es benötigt oder selbst einfordert und gleichzeitig sein sicherer Hafen zu sein.

Ich glaube fest daran, wenn die Eltern-Kind-Bindung gefestigt ist und das Kind spürt, dass es immer aufgefangen wird, ihm/ihr das Loslassen leichter fällt. Wie das auf der Seite der Eltern aussieht, ist eine andere Sache. Wir können sicher alle ein Lied davon singen, wie schön und wehmütig zu gleich das Gefühl ist, wenn unsere Kinder wieder ein Stück Selbstständigkeit entdeckten und wieder etwas Neues alleine können.

Das geht bei den Kleinkindern los, wenn sie plötzlich Treppen alleine laufen möchten oder sich ihr Essen selbst auffüllen. Wenn sie dir zurufen: „Tschüss Mama“ und man mit einem leichten Kloß im Hals zurück winkt.

Kinder loslassen

gehört zum Leben dazu. Mein Sohn ist nun fast 3,5 Jahre alt und in den letzten zwei Monaten hat sich ein neues Stück „Freiheit“ entwickelt.

Durch unseren Kleingarten, der bei Schwiegereltern um die Ecke liegt, hat es sich angeboten und ergeben, dass unser Sohn gerne mit rüber zu Oma und Opa wollte. Zum ersten Mal stundenweise alleine. Neu für ihn und uns und für Schwiegereltern natürlich auch. Es klappte prima und anfangs hatten alle Seiten noch die Sicherheit, dass wir (Mama und Papa) um die Ecke und so schnell da sind, wenn etwas ist. Schnell lebte er sich ein und nun ist es für ihn selbstverständlich, mit zu Oma und Opa zu gehen.

Der Papa und ich waren froh über diese neu gewonnene Freiheit, plötzlich konnten wir richtig viel erledigen.

In den letzten Wochen hat es sich nun aus verschiedenen Gründen ergeben, dass der Papa mit dem Kleinen an einem Samstag alleine in den Garten gefahren ist. Ich wusste gar nicht wohin mit mir, hatte ich doch bisher nie Zeit für mich gehabt.

Das Loslassen (s)eines Kindes ist ein Lernprozess. Wie lief das bei euch? #mamaleben #kleinkind #kinder #gefühle #kindergarten

Mein Sohn und ich haben diesen Sommer sehr eng zusammen verbracht. Seit wir ihn vor einem halben Jahr aus der Kita genommen hatten, hat er mich täglich begleitet und wir haben den Sommer kitafrei verlebt.

Nun war ich allein zuhause, konnte den Haushalt erledigen, in Ruhe hier am Blog arbeiten und danach auch einfach mal

Zeit für mich alleine haben!

Ich denke, die Zeit, die der Papa nun mit seinem Sohn alleine verbringt, tut ihnen genauso gut wie mir. Und ebenso die Zeit, die die Großeltern mit dem Kleinen verbringen, ist für beide Seiten schön. Heute ist wieder so ein freier Tag für mich und ich genieße es so sehr. Auf der anderen Seite das schlechte Gewissen, glücklich darüber zu sein, alleine sein zu dürfen.

Im Winter steht bei uns die Eingewöhnung in die neue Kita an und auch dafür ist das Loslassen gerade, sicher eine gute Vorbereitung.

Heute morgen beim Abschied, sagte mir mein Sohn: „Mama, ich vermisse dich“. Ich erklärte ihm, dass ich ihn auch vermisse. Es aber auch vollkommen in Ordnung ist, auch mal etwas getrennt zu tun. Gerade erhielt ich ein schönes Foto von der Schwiegermama, bei der der glückliche Enkel gerade wieder Zeit verbringt.

Loslassen lernen ist ein Lernprozess für beide Seiten. Wichtig finde ich, dass man auch auf das Tempo des Kindes Rücksicht nimmt, aber sich selbst dabei nicht ganz aus den Augen verlieren darf.

Wie ist das bei euch? Fiel euch das Loslassen leicht oder im Gegenteil?

Kategorien: KinderlebenPersönliches

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