Nicht gerne schwanger sein, trotz Wunschkinder

Veröffentlicht von Mamaleben am

Natürlich „darf“ Frau nicht gerne schwanger sein! Nur mögen das die Betroffenen vielleicht in der Öffentlichkeit bzw. in ihrem Umfeld, nicht so gern zugeben. Schließlich müssen wir dankbar sein für unsere Kinder, im besten Fall, langersehnten Wunschkinder.

Oft haben wir lange und verzweifelt auf die Wunschkinder gewartet und auf sie gehofft. Bei einigen Frauen klappt es in den ersten Zyklen. Viele Frauen jedoch, haben eine harte Zeit des Kinderwunsches hinter sich. Traurigkeit, Verzweiflung, ggf. Kinderwunsch-Klinik, Fehlgeburten.

Da steht es doch im Gegensatz dazu, nicht gerne schwanger zu sein, oder? Ich finde, wir müssen beide Punkte getrennt voneinander betrachten.

Wunschkinder vs. nicht gerne schwanger sein

Sich Kinder zu wünschen und mit ihnen leben zu wollen ist etwas anderes, als sie aus zu tragen und zu gebären. Dass das eine ohne das andere nicht geht, ist jeder von uns bewusst.

Meinen ersten Sohn habe ich erst im Alter von 40 Jahren zur Welt gebracht. Damals war mir noch nicht bewusst, wie gerne ich Mutter bin und wie erfüllend es ist, ein oder mehrere Kinder zu haben. Damals war ich dankbar für dieses eine Kind und doch habe ich mich mit der Schwangerschaft damals schwer getan.

Ich war nicht stolz auf meinen Körper, was er leistet, sondern habe überwiegend die Nebenwirkungen „gesehen“.

  • Übelkeit
  • Sodbrennen
  • Blähungen
  • Verstopfungen
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit

Beim ersten Kind weiß man noch nicht, wie überwältigend die Liebe sein wird, wenn man sein Baby im Arm hält und sein Kind aufwachsen sieht. Ich war dankbar für die Überraschung, überhaupt noch mit 40 Jahren schwanger geworden zu sein. Dankbar für das Wunder des neuen Lebens. Und ich hatte Respekt vor meinem Körper und seiner Leistung.

Dennoch war ich nicht gerne schwanger. Ich ließ mich nicht gerne fotografieren, ein Babybauch-Shooting kam gar nicht in Frage und bei Instagram war ich noch nicht vertreten. So hatte ich leider keine Ahnung, welche Community sich dort für den Austausch bietet und welche Art Fotos man auch privat machen kann.

Ich war über den Winter schwanger und versteckte meinen relativ kleinen Bauch unter meinen Jacken. Unsere Nachbarn waren im Frühjahr völlig von den Socken, als wir mit einem Baby nach Hause kamen.

Und dann kamst du…

Freunden erzählte ich erst nur von der Schwangerschaft, wenn ich sie persönlich sah. Ich tat mir mit allem schwer. Für den Austausch hatte ich nur wenige Personen, geschweige denn welche, die richtig offen mit dir reden und aktuelle Ängste verstehen. Im Freundeskreis hatte fast niemand Kinder.

Ich habe mich nie als Frau gesehen, die Kinder austrägt. Ein Geburtsvorbereitungskurs kam für mich überhaupt nicht in Frage, selbst eine natürliche Geburt nicht. Für mich stand eine Wunsch-Sectio fest. Ich weiß, verrückt.

Schon früher habe ich immer gesagt: „Ich hätte gerne Kinder, ich möchte nur keine bekommen“.  Zumindest bei leiblichen Kindern, funktioniert das eine nicht ohne das andere.

Irgendwann war unser Sohn da und umso mehr die Liebe wuchs, umso mehr vergaß ich die Schwangerschaft. Dennoch fühlte ich mich anfangs leer, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bauch ist anfangs noch da, aber eben ohne Inhalt.

Nach einiger Zeit regte sich der Wunsch nach einem weiteren Kind, aber aufgrund meines Alters versuchte ich vom Kinderwunsch abschied zu nehmen. Leichter gesagt, als getan.

Wider erwarten, hat es tatsächlich nochmal geklappt, wieder über den Winter und wir haben sogar für beide Kinder den gleichen Entbindungstermin geschafft.

Die zweite Schwangerschaft

Dieses Mal konnte ich etwas offener mit der Schwangerschaft umgehen. Und obwohl ich voller Dankbarkeit für dieses zweite Wunder und unsere Wunschkinder bin, bin ich wieder nicht gerne schwanger.

Versteht mich nicht falsch. Um nichts in der Welt würde ich darauf verzichten wollen, weil wir (Frauen), uns natürlich auf das Ergebnis freuen.

Eine Instagram-Followerin schrieb kürzlich: „Mein Körper backt ein Baby – wie abgefahren ist das denn“

Ich finde, das trifft es ziemlich gut. Mein Mann sagt auch, niemals können Männer sich vorstellen, wie es sich anfühlen muss, ein Kind in seinem Bauch zu spüren. Die täglichen Bewegungen und Stupse. Natürlich ist das Faszination.

Unser Körper leistet unglaubliches in diesen 10 Monaten der Schwangerschaft und darauf dürfen wir stolz sein. Ich schiebe meinen, dieses Mal durchaus größeren Babybauch, auch stolzer durch die Gegend als damals. Es ist wie es ist, wenn ich durch den Supermarkt watschel.

Darf Frau auch nicht gerne schwanger sein, trotz Wunschkindern?  #baby #schwanger #geburt #wunschkind

Und doch…es ist mühsam sich zu bewegen, es ist unangenehm, sich für ein Spiel mit dem ersten Kind auf den Fußboden zu setzen. Ich fühle mich unförmig, behäbig. Der ständige Pippi-Drang, die unruhigen Nächte, meinen 20 kg Sohn nicht mehr hochheben zu können, das Ziehen und der Druck beim Gehen.

Es liegen noch ca. 7 Wochen vor mir, ich werde sie schaffen, weil ich sie schaffen muss. Ich freue mich nicht auf den Tag der Geburt, auf welche Weise auch immer, sie dieses Mal von statten gehen wird.

Ich freue mich auf mein Baby, auf meinen zweiten Sohn. Dennoch bin ich nicht gerne schwanger.

Ein Posting bei Instagram hat mir gezeigt, dass ich damit nicht allein bin. Es gibt Frauen, die sind am liebsten ständig schwanger. Und es gibt Frauen wie mich, wie uns, die sich hier vielleicht angesprochen fühlen. Wir sind nicht (so gerne) schwanger und dennoch lieben wir unsere Kinder über alles!


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