Späte Mutterschaft in der Gesellschaft

Veröffentlicht von Mamaleben am

Schon in meinem Beitrag von vor 4 Jahren, zum Thema „Ein Baby mit 40“, habe ich mich und euch gefragt, wann eine später Mutterschaft, beziehungsweise eine späte Elternschaft, eigentlich beginnt?

Tatsächlich habe ich gerade bei Wikipedia nachgeschaut und GOTT SEI DANK, keinen Eintrag gefunden. Das wäre ein Ding gewesen, wenn uns das Internet vorgibt, wann diese späte Mutterschaft beginnt.

Nur die Biologie gibt uns vor, wann es soweit ist. Wir Frauen haben ca. 30 Jahre Zeit, um Mutter zu werden, ab einem Alter von ca. 15 Jahren bis ca. 45 Jahre. Mit Anfang bis Mitte vierzig befinden wir uns also als Frau in der späten Mutterschaft bzw. als Paar, in der späten Elternschaft.

Ja, es gibt auch Ausnahmen und Frauen, die bereits mit Ende Dreißig schon keinen regelmäßigen Eisprung mehr haben. Aber kann man in unserer heutigen Zeit, wirklich mit 35 Jahren schon von einer späten Mutterschaft bzw. Elternschaft sprechen?

Wenn man sich auf der Welt umschaut, wo es teilweise üblich ist, bereits als Teenager/in Mutter zu werden, dann wohl schon. Aber hier bei uns, in der westlichen Welt, finde ich das etwas überzogen. Heute ist es üblich, dass Frauen arbeiten gehen, Karriere machen und sich teilweise, mache bewusst, andere vielleicht unbewusst, erst spät für ein Kind entscheiden. Falls sie es überhaupt tun! Ich habe sehr viele kinderlose Frauen und auch Paare kennen gelernt. Einige waren es sehr unfreiwillig und traurig darüber, andere haben diesen Weg ganz bewusst für sich entschieden.

Ich gehörte früher auch dazu und hätte man mir als 30-jährige erzählt, dass ich 10 Jahre später, bzw. sogar 14 Jahre später, Mutter werde, hätte ich ungläubig gelacht!

Aber, zum Glück! kommt es manchmal anders als gedacht.

Wir wissen also selbst, wann wir Mitten drinnen sind in dieser „späten Mutterschaft“, es ist uns bewusst und muss uns ganz sicher nicht, von Außenstehenden mitgeteilt werden.

Späte Mutterschaft in der Gesellschaft

Ich kann glücklicherweise sagen, dass ich nie Probleme mit anderen Menschen in Bezug auf mein Alter und meine Schwangerschaften hatte. Ich habe nie böse oder doofe Sprüche erhalten und auch nie komische Blicke erfahren.

Lediglich einmal im letzten Winter, als ich mit meinem zweiten Sohn schwanger war, fragte mich ein Verkäufer auf einem Flohmarkt: „Werden Sie Oma?“ – „Nein, Mutter“.  Das war skurril, aber halb so wild. Die jüngeren Mütter im Kindergarten meines Sohnes waren eher überrascht, wenn sie mein Alter erfuhren. Da es heute viele Frauen gibt, die „erst“ mit über 30 Mutter werden, ist der Anblick von „etwas“ älteren Frauen im Kindergarten gar nicht so selten. Das ich bereits die 4 vorne hatte, wussten die Wenigsten.

Im Endeffekt ist es doch auch völlig egal, oder? Denn ob 20, 30 oder 40 Jahre, wir alle haben mit unseren Babys oder Kleinkindern, ähnliche Sorgen. Die eine mehr, die andere weniger.

Natürlich habe ich drüber nachgedacht, wie alt ich bei der Einschulung meiner Söhne sein werde, ab wann ich mein Alter nicht mehr verbergen kann und ab wann es ihnen vielleicht peinlich werden wird? Aber hat letzteres wirklich etwas mit dem Alter zu tun?

Versuche ich meine grauen Haaransätze zu verstecken? Ja, definitiv! Ich möchte keine Baby-Mama mit grauen Haaren sein. Es reicht, wenn ich weiß, dass sie da sind.

Kürzlich habe ich irgendwo gelesen: „Egal ob du Mutter mit 20 Jahren oder mit 40 Jahren wirst, am Ende eines Tages mit kleinen Kindern, fühlen wir uns alle wie 100.“ 

Ich musste schmunzeln, denn da ist sicher etwas Wahres dran.

überflüssige Kommentare

Mich haben bereits etliche Nachrichten von ü-40 Eltern erreicht, die mich fragten, wie mein Umfeld auf meine Schwangerschaften reagiert hat.

In ihrem Umfeld kamen Sprüche wie: „Ihr werdet ja Rentner sein, wenn eure Kinder erwachsen sind“.

JA UND? Alles im Leben hat Vor- und Nachteile. Mit 20 Jahren bist du (vermeintlich) sorgloser, vielleicht!

Vielleicht bist du aber auch mit 40 sorgloser, denn vielleicht habt ihr bereits ein festes Umfeld, einen sicheren Job oder gar eine Weltreise hinter euch, keine Sorgen, wie ihr eure Kinder finanziell groß bekommt. Das kann man doch alles nicht am Alter eines Menschen festmachen. Einige reisen in jungen Jahren schon durch die Welt, andere streben nie danach.

Wird eine Frau sehr jung Mutter, muss auch sie sich mit Vorurteilen oder Ungläubigkeit herumschlagen.

Wir haben das Glück, keine Miesepeter im Umfeld zu haben. Niemanden, der uns mit negativen Kommentaren runterzieht. Wenn mich Nachrichten erreichen, in denen das der Fall ist, rate ich den (werdenden) Eltern, sich von diesen Personen zu distanzieren. Umgebt euch mit Menschen, die euch gut(es) tun und nicht das Gegenteil wollen.

#spätemutterschaft und meine #gedanken als ü40 #mama

Sicher hast du im besten Fall als 20-jährige Mutter, mehr Lebenszeit mit deinen Kindern. Aber wisst ihr was? Selbst dafür gibt es keine Garantie. Es gibt so viele schlimme Schicksale, in denen jungen Frauen/junge Mütter die Erde zu früh verlassen müssen.

Eine späte Mutterschaft bzw. späte Elternschaft bedeuten wieder rum, dass wir ab dem Rentenalter wieder ungebunden sind. Unsere Kinder werden volljährig sein und ihren Weg gehen.

Wir haben dann die Möglichkeit, sofern unsere Kinder es möchten, sie orts-unabhängig zu unterstützen. Vielleicht studiert einer im Ausland? Vielleicht verliebt sich einer im Ausland oder zieht einfach nur weg. Wir sind nicht mehr ortsgebunden und könnten, rein theoretisch, dahinziehen, wo unsere Kinder uns brauchen oder uns haben möchten. Im besten Fall, sogar in die Nähe unserer Enkelkinder.

Bleibt die Chance auf Enkel?

Ja, ich habe trotz meines Alters, Hoffnung auf Enkelkinder. Warum auch nicht? Aber ich gebe zu, ich hoffe, dass meine Söhne sich nicht erst mit 40 Jahren für ein Kind entscheiden.

Und obwohl mein kleines Baby gerade schläft und ich in der Schwangerschaft bereits 43 Jahre alt war, denke ich daran, irgendwann einmal, Oma werden zu dürfen. Aber egal wie alt ich bin oder meine Kinder sein werden und auch egal, wie viele Kinder man hat, eine Garantie auf Enkelkinder gibt es nicht.

Genauso gern wie mein Mann und ich nun Eltern sind, genauso gern würden wir später einmal Großeltern werden, mit Leib und Seele für die Kinder und die Enkelkinder da sein. Und ganz neben, unsere dann späte Freiheit auch wieder genießen.

Sicher werden wir dann keine 50 oder 60 Jahre alt sein, sondern älter. Vielleicht werden wir um die 70 Jahre alt sein und im besten Fall, geht es uns beiden dann immer noch gut. Es bestünde dann sogar eine kleine Chance zu sehen, wie ein Enkelkind zu einer/m jungen Erwachsene/m heranwächst.


Wie erging es euch? Habt ihr schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht oder seid ihr sehr früh oder sehr spät Eltern/Großeltern geworden?

 

Kategorien: Logbuch

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