Von gar nicht Stillen zum Teilstillen

Veröffentlicht von Mamaleben am

Nie hätte ich gedacht, doch mal einen Beitrag über das Stillen bzw. nicht Stillen oder Teilstillen zu verfassen. Für mich ist das ein Thema, über das ich nie schreiben wollte.

Da im Leben oftmals die Dinge anders kommen, als wir sie erwartet haben, sitze ich hier nun und schreibe über unsere „Still-Geschichte“.

Mein erster Sohn ist bereits 4 Jahre alt und wurde nicht gestillt. Vom Teilstillen habe ich damals leider nichts gewusst und mich daher damals ganz bewusst (komplett) dagegen entschieden. Falls ihr euch fragt wieso, kann ich das gar nicht genau beantworten. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen und hatte auch nicht das Verlangen danach.

Ich weiß, viele Frauen wünschen sich so sehr eine schöne Still-Beziehung und kämpfen sehr lange dafür, dass sie diese erreichen. Bei mir war das nicht so. Ich habe sogar noch einen „oben drauf“ gesetzt und mich für einen Wunsch-Kaiserschnitt entschieden.

Schon verrückt, ich weiß. Ich war damals absolut klar mit beiden Entscheidungen, ich schwankte nicht und mir fehlte danach auch nichts. Einen kleinen Hänger gab es, als ich mein Baby mit ca. 2 Wochen in den Armen hielt und sich wohl die Hormone umstellten. Da stellte ich kurz alles in Frage.

Du hast dein Baby aus dem Bauch reißen lassen und verweigerst ihm auch noch die Brust – Rabenmutter„.

Da gab es einen Moment der Traurigkeit, aber es war wie es war und nach wenigen Tagen ging es vorüber. Ich sagte mir damals, ich bin einzig meinem Sohn irgendwann Rechenschaft schuldig, falls er mich danach fragen sollte.

Von außen habe ich nie böse Sprüche oder Blicke erhalten. Als Mütter sollten wir einander nicht (vor)verurteilen, sondern uns gegenseitig unterstützen. Jede hat ihre Gründe, warum sie Dinge macht oder nicht macht und von der Möglichkeit des Teilstillens war mir damals leider nichts bekannt.

Entgegen der üblichen Meinungen, Kaiserschnitt-Kinder und/oder nicht gestillte Kinder seien so anfällig, kann ich das Gegenteil behaupten. Oder wir haben die Ausnahme hier. Er war in seinen vier Lebensjahren bisher kaum krank. Toi Toi Toi

Vor zwei Monaten kam nun mein zweiter Sohn zur Welt, ich wurde tatsächlich mit 43 Jahren nochmal schwanger. Ursprünglich sollte auch er ein geplanter Kaiserschnitt werden, wobei ich diese Mal bei meiner Meinung durchaus schon schwankte. Dazu kam, dass beide Kinder den Gleichen ET hatten und ich unbedingt am Geburtstag des Großen dabei sein wollte.

Der Kleine nahm mir die Entscheidung dann (Gott sei Dank) ab und entschied sich eine Woche vor ET, auf die Welt zu wollen. Hier könnt ihr unseren Geburtsbericht lesen.

Die spontane, natürliche Geburt war also schon mal der erste Unterschied zu meiner ersten.

Teilstillen – wie geht das

Ich entschied mich bei diesem Baby, ebenfalls gegen das Stillen. Zwar schwankte ich auch hier ein bisschen, aber ich blieb bei der Entscheidung.

Dazu kam, ich musste bereits während der Schwangerschaft 3x Antibiotika zu mir nehmen und die Ursache war immer noch nicht behoben. So kam es dann auch, dass ich direkt, eine Woche nach der Geburt, erneut Antibiotika einnehmen musste.

Ich hatte also bereits nach der Geburt die Abstill-Tablette bekommen und zwei Wochen nicht gestillt. Eines abends war mein Sohn besonders „fuchsig“. Er lag auf mir und wühlte was das Zeug hält. Ich merkte, wohin er sich robbte und dachte: „Was soll´s, es wird eh nichts kommen oder nur minimal“. Also legte ich ihn an und er trank.

Ich war verwirrt, weil ich damit rechnete, dass er nach wenigen Sekunden die Brust anschreit. Aber dem war nicht so. Auch dachte ich, dass die Milch schnell ausgeht und freute mich dennoch, dass er wenigstens einmal die Chance hatte, Muttermilch zu trinken.

Am nächsten Abend das gleiche Spiel und er trank wieder. Er wurde zum Abend hin schon richtig unruhig und ich merkte, was er wollte. Ich dachte da immer noch, wir werden nur wenige Tage Teilstillen und dann geht die Milch aus.

unsere etwas andere Still-Geschichte - #stillen #nichtstillen #teilstillen #geburt #baby #mamaleben

Es vergingen Tage und es wurde ein Ritual. Ab und zu stillen wir auch 2-3 x am Tag, manchmal nur dieses eine Mal.

Was soll ich sagen – inzwischen ist mein Sohn 3 Monate alt. Teilstillen klappt also inzwischen seit 2,5 Monaten. Ich kann nicht sagen, wie lange wir das so handhaben werden oder ob die Natur es alleine regelt.

Es ist auf jeden Fall faszinierend, wie ein Baby dafür sorgt, dass es genau das bekommt, was es möchte. Nicht mehr und nicht mehr weniger. Ich benötige keine Stilleinlagen, habe keine Milchstaus und doch scheint genug da zu sein, dass es für unser Teilstillen ausreicht.

Niemand ist allein

Inzwischen weiß ich auch, dass es viele Frauen gibt, die Teilstillen oder sich ganz bewusst, auch komplett dagegen entscheiden. Das (Zu)füttern von Fertignahrung traut sich immer noch kaum jemand öffentlich zu sagen. Aus Angst, aus Scham, wir geben unserem Baby damit nicht „das Beste“.

Aber wisst ihr was? Eine ausgeglichene Mutter, die sich nicht aktuell durch eine schmerzhafte Stillbeziehung quält, kann auch gut für Mutter und Baby sein. (Ich meine jetzt nicht die, bei denen alles super läuft, sondern die Mamas, die weinend oder unter großen Schmerzen stillen).

Mamas, egal ob Langzeitstillen, gar nicht Stillen oder Teilstillen – egal ob spontane Entbindung oder Bauchgeburt, ob Tragen und/oder Schieben, ob Familienbett oder Beistellbett, wir wollen doch alle nur das Beste für unsere Kinder und auch wenn allen bewusst ist, dass Stillen das Beste für das Kind ist, geht es auch darum, eine glückliche, zufriedene und vor allem entspannte Mama für sein Baby zu sein. Und nicht nur für sein Baby, sondern auch für uns/euch selbst!

Hauptsache, ihr seid im reinen mit euch. Egal ob ihr eine stillende Frau im Lokal seht oder eine, die das Milch-Fläschchen zückt. Ihr kennt ihre Geschichten nicht.

Also bitte kein „Mama-Bashing“, sondern mehr gegenseitige Unterstützung und ein Lächeln von Mama zu Mama, wirkt wunder.

 


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