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Antibiotika in der Schwangerschaft

Antibiotika in der Schwangerschaft nehmen zu müssen, ist ein doofes Gefühl und das ist nett umschrieben.

Antibiotika in der Schwangerschaft

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In der 10. Woche meiner Schwangerschaft war nun klar, ich muss Antibiotika nehmen. Schon ca. 2 Wochen bahnte es sich an und ich hatte gehofft, es irgendwie abwenden zu können.
Der Hintergrund ist eine bakterielle Entzündung eines Zahns, bzw. des Zahnfleisches. Vor 6 Monaten erhielt ich ein Implantat, das gut verheilte. Als nun vor einigen Wochen das Zahnfleisch freigelegt wurde, damit die Krone gesetzt werden kann, ging es langsam los. Anfangs hatte ich gehofft, mein Körper schafft es allein, dagegen an zu kämpfen.

Zweimal besuchte ich meine Zahnärztin. Zum Glück war nicht das Implantat entzündet, aber irgendwas war es. Sie reinige die Tasche der Entzündung zweimal und füllte ein Medikament hinein. Leider brachte es beide Male rein gar nichts und es eiterte bereits eine Stunde nach der Behandlung erneut. Obwohl ich keine Schmerzen hatte, war mir klar, dass hier nun mehr passieren muss.

Vor 3 Wochen befragte ich dazu bereits meine Gynäkologin, die mir gleich mitteilte, es gäbe genug Antibiotika, die Schwangere nehmen können. Das Gleiche erzählte mir dann auch meine Zahnärztin und als ich mir die Packung in der Apotheke rausholte, befragte ich auch nochmal die Apothekerin. Sie sagte, das besagte Präparat sei das „mildeste“.

Amoxicillin – das Antibiotikum

Ausgerechnet Amoxicillin… Mein Mann hat es früher genommen und davon Ausschlag bekommen. Wochenlang haderte er mit den Nachwirkungen. Er googlte also das Präparat in Zusammenhang mit Schwangerschaft. Ihr könnt es euch denken.

Was dabei herauskam, war alles andere als schön. Allerdings kann man kaum sagen, was schlimmer ist.

Antibiotika in der Schwangerschaft oder eine bakterielle Entzündung. Beides kann nämlich zu schweren Schädigungen am Embryo führen.

Also, was sollte ich machen? Pest oder Cholera? Obwohl ich wahnsinnig dankbar bin, in einer Zeit zu leben, in der das Penicillin/Antibiotika erfunden ist, nehme ich es nicht leichtfertig.

In meiner #schwangerschaft war ich gezwungen, Antibiotika einzunehmen. Das doofe Gefühl bleibt. #mamaleben #baby #geburt #tabletten #antibiotika

Die Schwangerschaft in meinem ü-40 Alter trägt allein schon ein höheres Risiko für Missbildungen. Nun noch dieses Antibiotika in der Schwangerschaft nehmen zu müssen, missfällt uns allen sehr. Aber welche Alternative hätte ich? Eine eitrige Entzündung weiter wachsen zu lassen ist keine Option.

Gedanken und Sorgen

Sollte mit unserem so sehr gewünschten Baby tatsächlich etwas nicht in Ordnung sein, werden wir nie wissen, ob die Einnahme des Antibiotika der Grund dafür war.

Meine Zahnärztin versuchte meinen „Problem-Zahn“ 2x per Reinigung der Wunde in den Griff zu bekomme, ohne Erfolg. Es musste also der nächste Schritt her.

Ich befragte jedoch meine Zahnärztin, die Apothekerin und meine Gynäkologin. Alle drei versicherten mir, dass die Einnahme von Antibiotika in der Schwangerschaft bzw. Amoxicillin völlig unbedenklich und am längsten bewährt sei. Sie schauten auch bei der Info-Seite Embryotox nach, die für alle zugänglich ist.

Da keine Alternative zur Auswahl stand, konnte ich hier nur vertrauen und nahm das Präparat. Gleichzeitig besorgte ich mir Probiotika. Warum die Einnahme von Probiotika, gerade nach der Einnahme von Antibiotika so wichtig ist, könnt ihr hier nachlesen.

Die Wunde heilte langsam ab und ich setze nun alle Hoffnung, im nächsten Jahr ein gesundes Baby auf die Welt bringen zu dürfen.

Nachtrag 2022

Ich hatte in der zweiten Schwangerschaft sehr viel emotionalen Stress, da mich dieses Zahn-Problem und das, was noch folgen sollte, sehr mitnahm. Mein Sohn kam eine Woche vor dem ET zur Welt und wider erwarten, durfte ich eine Spontan Geburt erleben.

Direkt nach der Geburt musste ich erneut Antibiotika einnehmen, sodass es ein kleines Wunder war, dass ich fast 14 Tage nach der Geburt mit dem Teilstillen beginnen konnte. Es folgte die Entfernung des Implantats unter Vollnarkose sowie wenige Monate danach, eine erneute OP für den Knochenaufbau und setzen des neuen Implantats. Die Vollnarkosen waren übrigens komplett kompatibel mit dem Stillen.

Meine neue Krone musste ich mir dann bei meiner alten Zahnärztin einsetzen lassen, um Kosten zu sparen. Nun habe ich die hässlichste Krone überhaupt im Frontzahnbereich und bin unglücklich damit. Aber gleichzeitig so bedient von Zahnarztbesuchen, dass ich wohl oder übel erstmal mit ihr leben werde.

Nachwirkungen? Wer weiß.

Ich bin dankbar, mit gerade 44 Jahren ein gesundes Baby auf die Welt gebracht zu haben. Einen Nachgeschmack gibt es allerdings. Mein Sohn kam mit einer kleinen „Zubildung“ unter der Zunge auf die Welt, die ihm mit 3 Monaten operativ entfernt werden musste. Wir werden nie erfahren, ob die Antibiotika in der Schwangerschaft vielleicht die Ursache dafür waren.

Lasst mir gern einen Gruß auf meinem Instagram

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