Vom späten Mutterglück – „Werden Sie Oma?“

Veröffentlicht von Mamaleben am

Vom späten Mutterglück und der Wahrheit ins Auge sehen zu müssen.

Diese „nette“ Konversation hat sich kürzlich genauso zugetragen. Ich genoss es, allein und ohne zappeliges Kleinkind, an einem Sonntag Vormittag über einen Flohmarkt zu schlendern und nach süßer Babykleidung Ausschau zu halten. Schließlich haben wir lange darauf gewartet und ich schon gar nicht mehr damit gerechnet, noch so spät Mutter zu werden und mich nochmal mit Baby-Dingen beschäftigen zu müssen. Fast alle Kleidung meines Sohnes hatte ich bereits verkauft oder verschenkt und so müssen wir fast bei Null anfangen.

Ich hatte schon eine Tüte voll mit winziger Kleidung gekauft. Mützchen, Erstlings-Jäckchen, niedliche Sets und mir nichts, dir nichts, fragte mich an einem Stand eine (männliche) Stimme: „Werden Sie Oma?“

Kennt ihr die Trickfilme, in denen direkt ein langer Arm mit Faust aus der Jacke geschossen kommt und sein Gegenüber ausknockt? Genau das habe ich gedacht, aber höflich und schlicht geantwortet: „Nein, Mutter“.

Vom späten Mutterglück

Er, ja ER, ich behaupte mal frech, eine Frau hätte das nicht gefragt, guckte leicht peinlich berührt. Er war gerade allein am Stand und leicht mit den Preisen und Fragen überfordert und wollte sicher nur nette Konversation mit potentiellen Käufern betreiben. Zwei Bodys habe ich trotzdem bei ihm gekauft, aber das Erlebnis an sich verfolgt mich schon ein bisschen. Zumindest lässt es mich ab und zu über mein Alter nachdenken. Meine Haare waren frisch getönt, die grauen Härchen also gar nicht zusehen und DOCH fragte er mich diesen Satz. Spätes Mutterglück? Da war sie nun, die „Kehrseite“.

Es war tatsächlich in all den Jahren, das erste Mal, dass ich „alt“ geschätzt wurde. Vor der Geburt meines Sohnes war immer das Gegenteil der Fall und ich muss mir wohl eingestehen, dass die letzten 3,5 Jahre mit einem Kleinkind und viel Schlafentzug, ihren Tribut gefordert haben. Die Spuren des Alters machen auch vor meinem Gesicht nicht halt und die Augenringe machen es nicht besser.

„Oh, der Panda kann sprechen?“

Schon damals, vor 3,5 Jahren, hat mir mein Alter zu denken gegeben. Bei der Geburt war ich gerade 40 Jahre alt geworden und machte mir Sorgen, dass uns weniger gemeinsame Zeit bleibt, als jüngeren Müttern mit ihren Kindern. Aber die Dinge sind wie sie sind und wir machen das Beste daraus.

Jetzt, in der zweiten Schwangerschaft mit 43 Jahren, werden die Sorgen und Ängste natürlich nicht weniger. Aber die Freude auf dieses zweite Wunder, überwiegt alles.

Vom späten Mutterglück und wie es ist, eine späte Mama zu werden. #mamaleben #baby #schwanger #ü40 #kinderwunsch

In der Kinderwunsch-Klinik Anfang 2019 hatten wir uns GEGEN eine Behandlung entschieden und immer wieder hörte ich, wie das Alter im Zusammenhang mit schlechten Prognosen in den Raum geworfen wurde.

Ich versuchte mich, von dem Wunsch nach einem zweiten Kind zu verabschieden und nun ist es da, dieses kleine Wunder. Denn das ist es wahrlich.

Dieses Jahr im Februar mussten wir unseren Seniorhund und meinen Seelenhund ziehen lassen. Kennt ihr den Spruch: „Ein Leben geht, ein Leben kommt?“

Obwohl ich nicht gläubig bin, sage ich mir manchmal, dass er uns vielleicht dieses kleine Wunder geschickt hat. Kitschig oder?

 

Kategorien: In der WerftPersönliches

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