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Weniger ist mehr - Ausmisten für den Online Flohmarkt
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Weniger ist mehr – Ausmisten und Kindern vorleben

Minimalistisch oder „Weniger ist mehr“ – wie oft verwenden wir diese Floskel, aber meinen wir sie auch so? Können wir minimalistisch leben und was vermitteln wir unseren Kindern, durch den regelmäßigen Konsum neuer Dinge?

Ich weiß nicht, ob es am Jahresende liegt oder an den ständigen Ermahnungen meines Mannes, nicht so ein „Messi“ zu sein, aber ich habe aussortiert und es fühlt sich großartig an!

Die Boxen mit Kinderkleidung verschiedener Größen stapelten sich. Ausrangierte Kleidung des großen Bruders und zu kleine Kleidung des Babys. Es häuften sich immer mehr Boxen.

„Das ist für den Flohmarkt“, war meine Aussage.

An einer Stange über den Boxen, hing unsere eigene Kleidung. Durch viele Schrägen in der Wohnung, haben wir keinen Kleiderschrank. Dafür ein Ankleidezimmer mit langer Kleiderstange sowie Einbauschränke. Auch in den Schränken stapelte sich Kleidung. Von der Vorstellung, minimalistisch zu leben, war ich weit entfernt.

Im Küchenschrank stapelten sich die Tupper Waren, jeder Haushalt hat eine Krimskrams-Schublade. Das ergibt sich halt so, oder?

Draußen im Vorflur stapelten sich Schuhe, Mehrweg-Tüten in den Tüten, überall Tüten, aber die schmeißt man schließlich nicht weg. Das wäre ja nicht nachhaltig und hätte den Sinn verfehlt.

Wo beginnen wir, mit

Weniger ist mehr!?

Ich habe in der Küche angefangen und wollte mich von möglichst viel Plastik trennen. Also ging es als erstes der überfüllten Tupper-Ecke an den Kragen. Behalten habe ich nur noch das, was ich wirklich nutze und für sinnvoll halte. Viele Behälter habe ich gegen Glas ausgetauscht, andere Behälter verschenkt. Einige der alten Tupper-Schalen benutzen wir nun im Schuppen oder für Klemmbausteine. Auch wenn ich ein paar alte Schalen weggeworfen habe, ist wegwerfen ja nicht immer die Lösung. Man sollte nicht ständig neues kaufen und wenn es schon da ist, sollte es möglichst lange genutzt werden. Die neue Nutzungsart kann ja eine komplett andere sein.

Nachhaltig bedeutet nicht immer, nur nachhaltige Dinge zu kaufen, sondern auch, vorhandenes möglichst lange zu nutzen oder weiterzugeben.

Auch den großen Vorratsschrank mit Lebensmitteln räumte ich komplett aus und neu wieder ein. Irgendwann stellte sich das gute Gefühl ein. Weniger ist mehr!

Übersicht haben, befreit fühlen. Ich wollte mehr davon. Minimalistisch war sehr weit weg, aber die Richtung war vorgegeben.

Weiter ging es mit der Kleidung und da gab es dann kein Halten mehr.

Anfangs noch zögerlich, sortierte ich hin und her. Eine Box mit absoluten Lieblingsteilen meines ersten Sohnes hebe ich natürlich für den kleinen Bruder auf.

Online Flohmarkt

Früher schlenderten wir sehr gern über Flohmärkte, aber mit zwei Kindern wird es doch schwieriger, die Ruhe fehlt und das Corona Jahr 2020 tut sein Übriges. Ein Online Flohmarkt ist die Alternative!

Gemütlich von zu hause aus, mit nur wenigen Klicks, kann man seine Kleidung oder auch andere Dinge, online zum Verkauf anbieten.

Diese Möglichkeit nutze ich schon länger und auch das war ein Grund, warum ich mich schwer von Dingen trennen konnte. Sie könnte mir ja vielleicht noch ein paar Euros einbringen.

Anpacken, ausmisten! Ich hatte die Nase voll. Ich suchte alles an Kinderkleidung zusammen, was ich online seit Monaten nicht verkauft hatte oder was nur für sehr wenig Euros eingestellt war und nahm alles aus dem Verkauf.

Die Tüten füllten sich und das befreiende Gefühl nahm immer mehr zu. Wenn man erstmal dabei ist und es geschafft hat, sich von den ersten Dingen (auch gedanklich) zu trennen, auch wenn man sie NIE benutzt hat und sie quasi neu sind, weg damit! Nicht in den Müll, aber zur Altkleidersammlung, zur Kirche, zum Recyclinghof oder eben beim online Flohmarkt einstellen.

Ich behielt nur „handmade“ Kleidung, hochwertige Marken oder Sachen aus Wolle. All das lässt sich auf einem Online Flohmarkt sehr gut verkaufen sowie die Sachen, die vom großen Bruder für den Kleinen aufgehoben werden.

Alles andere wanderte in Tüten und noch mehr Tüten. Als ich mit der Kinderkleidung durch war, ging es bei mir weiter. Erst leerte sich die Kleiderstange und dann ging es an den Einbauschrank, denn: weniger ist mehr!

Minimalistisch zu Weihnachten?

In wenigen Tagen ist Weihnachten und das gab mir wieder zu denken. Das jährliche: „Was schenken wir den Kindern?“. Schon zu Nikolaus finde ich es irritierend, was manche Kinder an Unmengen von Geschenken in bzw. neben ihren Stiefeln vorfinden.

Bisher handhabten wir es zu Weihnachten so, dass es etwas weniger Geschenke von uns (aka dem Weihnachtsmann) gab, da von den Omas und Opas auch noch Geschenke kommen. Zu den Geburtstagen der Kinder bekommen sie etwas mehr.

Weniger ist mehr - nur eine Floskel oder Kindern vorleben

Die Vorfreunde beginnt bereits mit dem Adventskalender und bei kleinen Kindern kann man noch beobachten, wie anspruchslos sie sind, ohne Erwartungen. Umso älter sie werden umso höher werden die Erwartungen. In der Schule kommen dann die Vergleiche mit den anderen Kindern dazu.

Uns Eltern bleibt nur der Versuch, sie darin zu unterstützen, gefestigte Wesen, denen ständiger Konsum und Marken nicht so wichtig sind. Ihnen Werte zu vermitteln und sie mit Begriffen wie Naturschutz, Mülltrennung, Nachhaltigkeit und Co, vertraut zu machen.

Ich weiß, Wunschdenken. Aber versuchen möchte ich es. Das heißt, zu Weihnachten gibt es drei bis vier Geschenke. So schwer es mir fällt, nicht nur sinnvolle Dinge zu besorgen, sondern vor allem Sachen, die sich die Kinder auch wünschen bzw. ihnen gefallen könnten.

Wie wir das mit Geschenken und dem Motto „Weniger ist mehr“ im Kinderzimmer handhaben, dazu ein anderes Mal.

Hier unter dem Punkt „Ökologisches Spielzeug“, findet ihr einige Ideen für alternative Bausteine oder Holzspielzeuge.

 

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