„Mama, bitte dreh die Karre um“

Veröffentlicht von Mamaleben am

„Mama, bitte dreh die Karre um“ – ihr denkt jetzt sicher, dass hätte mein Sohn zu mir gesagt, oder? Soweit ist es noch nicht. Er kann ja noch nicht sprechen, denn er ist heute (Ende 2016) genau 9 Monate alt. Er ist also komplett davon abhängig, dass ich verstehe, was er gerade möchte und wie er sich fühlt.

Vielleicht schwimme ich auch hier mal wieder gegen den Strom, wie ich es bei einigen Entscheidungen in meinem Leben schon getan habe.

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Aber ich handle immer nach meinem Bauchgefühl. So auch in diesem Fall.

Ich stelle mir öfter vor, dass Kinder genau diese Worte „Mama, Papa, bitte dreh die Karre um“, zu ihren Eltern sagen würden, wenn sie es bereits könnten oder man ihnen die Wahl lassen würde.

Ich sehe so oft Mamas, die ihre Kinder in der Kinderkarre, im Buggy, vorwärts gerichtet durch die Stadt schieben, völlig frei und ungeschützt. Somit auch allen Reizen und Lautstärken ausgesetzt und auf sich allein gestellt. Ich finde das schade.

Das soll kein Vorwurf sein. Ich denke, viele Eltern kaufen einfach, was die Händler anbieten und zu Hauf gibt es leider vorwärts gerichtete Kinderkarren. Also muss das ja wohl so seine Richtigkeit haben. Oder? Was sagt euch euer Gefühl?

Natürlich können wir Kinder nicht vor allen Umweltreizen schützen. Mein Weg ist, meinen Sohn langsam an diese heranzuführen und sich bei uns rückversichern zu können. Rückversicherung klappt aber am besten durch Blickkontakt. Weiter unten gebe ich euch ein Beispiel, wie ich das meine.

Manche Kinder schlafen, während sie geschoben werden. Man könnte meinen, sie schlafen. Von meinem eigenen weiß ich, dass er keine Erholung während des Schlafs in seiner Karre hat. Das merke ich daran, dass er oft kurze Zeit später zuhause, erneut und dann richtig tief schläft. In der Karre ist das eher ein ausklinken. Abschalten, wenn es ihm zuviel wird.

Nun fragt ihr euch vielleicht, was es denn nun mit der Überschrift auf sich hat? Ich bin eine klare Befürworterin dafür, den Kinderwagen für Babys und kleine Kinder, NICHT vorwärts gerichtet, sondern zu euch zu drehen! Zu ihren Mamas und Papas. Blickkontakt mit Baby

Warum?

Mein Bauchgefühl, – mein Mamagefühl – sagt mir das.

Und dieses Gefühl reicht mir für alle meine Entscheidungen, mein Kind betreffend.

Auch ich wurde schon gefragt, warum ich denn die Karre nicht umdrehe. „Dann sieht er doch viel mehr“. Ja aber was sieht er denn dann mehr?

  • laute Autos, die an ihm vorbeizischen
  • Straßenmaschinen, Krankenwagen
  • Hunde, die vor ihm auftauchen
  • hallende Tunnel und Unterführungen
  • Jogger, die auf ihn zulaufen
  • Gegenstände, die plötzlich auftauchen
  • und jede Menge Beine

Und mal ehrlich. Er sieht über mir, neben mir und hinter mir, doch genauso viel! Nur eben ein paar Minuten später.

Das ist ähnlich wie bei der Hundeerziehung. Warum muss denn der Hund an der langen Flexi-Leine 5 Meter vorauslaufen? Er kann genauso gut, an einer kürzen Leine entspannt in einem kleineren Radius bei mir laufen und erschnüffelt sich dasselbe. Nur eben 2 Minuten später. Ihr merkt vielleicht, von Flexi-Leinen halte ich recht wenig 😉

Jede Mama weiß, was das Beste für ihr Baby ist.

Ich möchte niemanden vor den Kopf stoßen. Jede Mama weiß am besten, was das richtige für ihr Kind ist. MIR widerstrebt es jedoch, Kinder zu sehen, die auch vor der Brust ihrer Mama in Geh-Richtung gucken und mit allen vieren von sich gestreckt, in einem Tragetuch hängen. Im Rücken evtl. noch überstreckt. Was ja automatisch passiert, wenn Mama viel Busen oder Papa viel Bauch hat 😉

Warum müssen kleine Babys mit all den Umweltreizen so früh konfrontiert werden, wo es doch für sie nichts schöneres gibt, als dicht bei der Mama zu sein. Sie nicht nur zu fühlen, sondern auch zu sehen.

Aber auch das muss jede(r) für sich selbst entscheiden. Meine Entscheidungen gefallen ja auch nicht jedem.

Es gab ein kleines Erlebnis in der Karre. Warum wir den Kinderwagen rückwärts gerichtet schieben

Was war der Ausschlag für mein denken, die Karre so schnell noch nicht umzudrehen? Mein Sohn und ich schoben spazieren und befanden uns auf einer kleinen Straße. Unser Senior-Hund war auch dabei. Neben uns schmiss plötzlich eine Art Straßenkehr-Fahrzeug seine Maschinen an. Es war SO laut. Ich selbst hatte schon Probleme, diese Lautstärke ertragen zu müssen. Wir schoben den Kinderwagen also etwas schneller und mein Seniorhund gab alles. Aber schnell davon joggen war einfach nicht möglich.

Mein Sohn guckte mir direkt in die Augen. Er rückversicherte sich bei mir. Kennt ihr diese Situationen, in denen es in Sekunden von euch abhängt, ob euer Baby gleich anfängt zu weinen oder nicht? Das war so eine. Ich machte mich richtig zum Affen, lachte was das Zeug hält, fiepsige Geräusche dazu, Motivation, lachen, lachen, lachen…. Und er konzentriere sich so auf mich und rang sich auch ein Lächeln raus. DAS war für mich die Bestätigung, auf mein Bauchgefühl, mein Mamagefühl zu hören.

Hätte er in seinem Wagen nach vorne geschaut, wie hätten wir kommunizieren sollen? Sprache war bei der Lautstärke ja gar nicht möglich.

Auf dem ganzen Spaziergang wurde mir bewusst, wie oft wir uns ansehen und zusammen lachen. Agieren und auf den anderen REagieren.

Auch wir werden die Karre irgendwann umdrehen. Aber ganz sicher noch nicht so bald. Ich denke, wenn wir in der tollen, ruhigen Natur spazieren gehen, dann kann man die Karre ruhig mal umdrehen und gemeinsam den Ausblick genießen. Die Karre auch mal neben sich/euch schieben, damit euch euer Kind sehen kann und gleichzeitig schaut ihr zusammen voraus. Herrlich. Ich liebe unsere Spaziergänge mit unserem Senior-Hund sehr. Spaziergang mit Baby und Hund im Quinny Mood zum Thema "Mama, bitte dreh die Karre um"

Aber im Alltag und erst recht im Straßenverkehr, bleibt die Karre bei uns rückwärts gerichtet. Solange, bis unser Sohn Straßenfahrzeuge, Straßenlärm, Hunde und Beine einschätzen kann.

Es ist mir ein Rätsel, warum so viele Hersteller von Kinderwagen nur Vorwärtsgerichtete anbieten. Wir haben uns gezielt einen ausgesucht, bei dem sich der Karrenaufsatz in beide Richtungen drehen und dann auch noch in verschiedene Positionen einstellen lässt. So, dass das Kind sogar in einer Liegeposition schlafen könnte, wenn man es mal benötigt.

Meine Bitte an euch:

Hört nicht auf Andere, hört nur auf EUER Mama- und Papagefühl! Auf euer Bauchgefühl und vor allem, auf euer Kind!

In diesem Sinne, „dreht die Kinder um“ und habt Spaß zusammen. Probiert es doch einfach mal aus 🙂

NACHTRAG 3.3.2018

Mein Sohn wird diesen Monat nun schon 2 Jahre alt. Der Beitrag liegt also bereits 1 Jahr und 3 Monate zurück und noch immer schieben wir unseren Kinderwagen rückwärts gerichtet. Allerdings muss und möchte ich dazu sagen, dass er inzwischen viel selber läuft und nur noch selten in den Kinderwagen möchte. Für unterwegs, für kurze Strecken, mussten auch wir auf eine Notlösung umsteigen und da es keinen, kleinen, günstigen Buggy gab, den man rückwärts gerichtet schieben kann, fahren wir mit unserem günstigen Reisebuggy auch vorwärts. Aber häufig stehen unsere Taschen darin oder der Senior-Hund macht es sich gemütlich.


Kategorien: Erstes Lebensjahr

22 Kommentare

Herlind · 1. Juni 2020 um 7:07

Ein absolut richtiger und wichtiger Beitrag. Es spricht mir aus der Seele. Meine Jungs sind nun erwachsen ( 26; 33; 34) und gerne erinnere ich mich an die Zeit unserer gemeinsamen Ausflüge und beginnenden ersten Schritte zurück. Wenn ich sehe, wie Mütter und Väter ihre Kinder in ihren nach vorwärts gerichteten Kinderwagen schieben denke ich so oft, dreht die Karre um. So wie’s beschrieben wird in diesem Beitrag ,die Kinder sind so nicht beschützt. Alle Reize prasseln auf sie massiv ein. Die Kinder werden durch Menschenmengen durch geschoben, sehen nur Beine , Hunde die mal eben so dicht vorbei laufen und den Kopf in den Kinderwagen stecken, Taschen die vorbei fliegen, eine totale Reizüberflutung und Bedrohung für die Kinder. Ich frage mich jedesmal was dieser Unsinn soll. Um das Kind zu sehen, werde Gucklöcher eingebaut mit einer Klappe im Verdeck. Die Kinder werden stundenlang geschoben ohne auch nur ein Blickkontakt zur Mutter oder Vater. Es wird null kommuniziert , nicht zusammen gelacht, nichts von der Welt und der Umgebung erklärt und gezeigt. Das Kind bekommt nicht mal mit , wenn ein anderer auf einmal den Wagen schieben würde. Ich habe vor Jahren auf dem Weihnachtsmarkt gearbeitet und habe mir jedes Mal gewünscht den Kindern zu liebe diesen Unsinn der nach vorne gerichteten Wagen zu beenden. Ich habe den Müttern und Vätern aus meine Bude zu gerufen, dass ihr Kind nur noch ein Schuh an hat, dass das Kind gar nichts mehr sieht, weil es diese Mütze bis über die Nase gezogen hat und krampfhaft versucht diese alleine aus dem Gesicht zu bekommen. Die Kinder werden geschoben ohne Kommunikation, ohne Schutz alleine gelassen und das finde ich sehr schade für die Kinder. Als ich einer Freundin ( bekam mit 40 ihr erstes Kind) dies alles erzählte, drehte sie sofort den Kinderwagen um und siehe da, Mama und Sohn unterhielten sich während der Fahrt. Auf einmal sang sie ihrem Kind etwas vor , zeigte und erzählte was um sie herum passierte und der Kleine machte sie dann schon selber darauf aufmerksam, wenn er etwas interessantes sah. Als meine Freundin mich besuchen wollte sagte ich ihr, in der Hoffnung meine Jungs bekommen demnächst Kinde Ndongfack ich vielleicht Oma werden könnte ich kaufe einen Kinderwagen, dann brauchst du diesen im Auto nicht auch noch mitbringen. Und das war eine echte Herausforderung , einen Wagen der nicht nur vorwärts gerichtet ist zu bekommen. Ich dachte, das gibt es doch nicht. Ich habe nur ein Modell gefunden ( Gesslein) Buggy kleine gar nicht und es hat mich erschreckt. Es wird ja nur diese eine Fahrtrichtung vorgegeben. Wie sollen es die Mütter anders machen, wenn es diese mittlerweile hochmodernen Kinderwagen mit Ausstattung vom Feinsten in verschiedenen Farben gar nicht anders gibt. Sie sehen toll aus, keine Frage und bei uns früher gab es nur wenige Modelle aber hier verstehe ich es nicht. Man hat kaum die Wahl den Kinderwagen in der Fahrtrichtung zu drehen und dann macht man und muss man diesen Unsinn gezwungener Maßen mit machen . Ich habe zu guter letzt einen Kinderwagen gefunden und gekauft. Er steht nun nach dem Besuch hier und wenn meine Jungs Vater werden und ich Oma dann freue ich mich drauf. Ich freue mich darauf das Enkelkind zu sehen , mit ihm zu kommunizieren , die Welt zu zeigen und so lange es nicht einschätzen kann ,auf jeden Fall noch vor Gefahren zu beschützen. Kinder können, wenn sie so klein sind, noch gar nicht alle Empfindungen äußern , dazu gehört auch u.a. ob es kalt oder warm ist. Sie leiden dann still oder weinen und sind unruhig und keiner weiß dann richtig warum. Wir müssen es dann herausfinden. Wir Mütter und Väter denken und handeln für sie, bis sie selber soweit sind. Bis dahin ist der Kontakt , Kommunikation und das beschützt sein so wichtig für die Bindung und das späte Leben. Auch das Tragen der Kinder in Laufrichtung der Mütter vor dem Bauch ist nicht zu empfehlen aus den bereits genannten Gründe und daraus resultierenden
Haltungsschäden. Mama , Papa, Omas Opas dreht die Wagen um wenn ihr könnt und genießt eine dieser schönen Zeiten im Leben euerer Kinder. Sie geht so schnell vorbei und ist doch so wichtig. Da mich das Thema schon so lange bewegt, habe ich einfach mal nach dem Thema heute gegoogelt und bin froh, dass es Mütter gibt, wie hier, die aufklären und es in dieser Welt kommunizieren. Jetzt müssen die Kinderwagenhersteller in die Pflicht genommen werden, dass es mehr Modelle gibt die Kinderwagen drehen zu können. Oder generell Rückwärtsfahren, dann ist es vorgegeben wie jetzt und alles fahren nur noch rückwärts und nicht wie jetzt nur vorwärts.Auf jeden Fall sollte es wahlweise angeboten werden und aufgeklärt werden, welche Auswirkungen vorwärts fahren hat und welche Bedeutung rückwärts fahrend und kommunizierend hat. In diesem Sinne habt Freude und Spaß mit euren Kindern , behütet sie , kommuniziert mit ihnen, zeigt ihnen die Welt, anstatt sie ohne all das stundenlang nur zu schieben. Ihr werdet so viel zurück bekommen und Freude daran haben. Und selbst dann, wenn ihr seht wie zufrieden , friedlich und entspannt euer Kind im Wagen schläft und dabei lächelt. Da geht mir das Herz auf und es sagt mir, alles in Ordnung mein Kind schlaf schön. Eins noch als Tip , im Winter nicht vergessen, eine kleine Wärmflasche an die Füße , das tut so gut und die kleinen Füsschen bewegen sich ja nicht im Wagen um sich zu erwärmen. Bleibt gesund, genießt die Zeit mit euren Kindern , sie geht soooooo schnell vorbei. Ich freue mich , wenn ich Oma sein darf.
In diesem Sinne

Miriam · 17. März 2020 um 9:23

Wenn das Kind kein Unwohlsein äußert und man nicht in den Menschenmassen und sehr lauten Straßen unterwegs ist, würde ich das Kind nach vorne schauen lassen. Man muss ab einem bestimmten Zeitpunkt irgendwann mit einem Jahr beginnen, die Autonomie zu stärken und Das funktioniert schlecht, wenn man immer nur ins Gesicht der Eltern schaut bzw immer an die Brust gerichtet im Tragetuch sitzt. Man muss auch den Prozess des ablösens von Eltern und Kind unterstützen.
Ich habe auch mal gelesen, dass das räumliche denken und die konzentration weniger gefördert werden wenn es zu einem selbst gerichtet ist. Wenn das Bedürfnis nach Sicherheit erfüllt ist, ist es wichtig auch das nach exploration (ein weites dreidimensionales sichtfeld) und Autonomie (nicht immer die völlige Präsenz der Eltern) zu erfüllen! Man kann es ja mal ausprobieren und den Kindern etwas zutrauen.

    Mamaleben · 17. März 2020 um 12:34

    Im Beitrag ging es auch nicht darum, durch einen gemütlichen Wald oder Wiesen zu fahren 😉 Wir leben hier in Hamburg, in einer Großstadt. Ich bin anderer Meinung. Ein 1-jähriges Kind muss sich noch nicht lösen, sondern benötigt nur die Sicherheit der Eltern. Alles andere kommt automatisch. Die meisten Kinder zeigen an, dass sie den Blick nach vorn irgendwann interessant finden. Es gibt auch hinter und neben den Eltern genug im Sichtfeld und diese Eindrücke müssen auch erstmal verarbeitet werden. Das passiert dann oft wieder abends oder nachts und die Eltern wundern sich, warum das Kind unruhig ist oder weinend aufwacht (kann natürlich auch andere Ursachen haben). Mir geht es nicht darum, hier zu übertreiben, sondern darum, Eltern auch mal zu animieren, Dinge zu hinterfragen und dann erst zu entscheiden. Ich danke dir für deine konstruktive Rückmeldung! Es wäre ja langweilig, wenn alle immer der gleichen Meinung wären 😉

Eva · 23. Dezember 2018 um 20:57

Ich bin zwar selber noch nicht Mama, aber würde es sicher rein vom Bauchgefühl genauso machen. Nur hast du es einfach klar in Worte gefasst, was eine Mama zu dieser Entscheidung bewegt. Danke dafür 🙂

Eva · 15. Dezember 2018 um 13:39

Schön dieser Beitrag.

du sprichst mir aus dem Herzen.
Ich denke so oft, dreht die Karre um!!

Ich habe meine Kinder getragen. da sich der Älteste im Kinderwagen überhaupt nicht wohl fühlte. Er brauchte einfach noch mehr Sicherheit, nicht nur Blickkontakt sondern Körperkontakt. Und dabei natürlich immer mit dem Gesicht zu mir.
Babies, die im Tuch gegen vorn getragen werden, gehen mir zu Herzen. Da sind sie auch total ausgesetzt und die Sicherhheit ist vorbei. Meine Kinder haben den Kopf immer selbst gedreht und geschaut was da läuft, sich aber auch oft bei mir verkrochen und in Sicherheit gebracht.
Ausserdem hab ich beobachtet, dass die Kinder so viel weniger von fremden Menschen berührt wurden.
Bestimmt ist da auch schon die Karre zur Mutter ein vorteil. Fremde Erwachsene können nämlich recht „frech“ sein.

Toller Artikel.

Danke

    Mamaleben · 15. Dezember 2018 um 16:11

    Hallihallo, vielen Dank für deine Rückmeldung, darüber freue ich mich wirklich sehr! Ich habe es auch geliebt, meinen Sohn zu tragen so lange es ging. Nur manchmal nutzten wir den Kinderwagen und dann eben rückwärts. Er ist jetzt 2 Jahre und 9 Monate und erst heute waren wir nochmal mit dem Kinderwagen unterwegs, immer noch rückwärts gerichtet. Er liegt darin, lacht uns an und mir geht das Herz auf. Und mit dem Gesicht nach vorne zu tragen geht mir genauso wie dir und das tut mir immer sehr leid. Oft wird noch gedacht, sie müssen ihren Kindern etwas bieten, es ist viel spannender sie nach vor gerichtet zu tragen. Ich empfand es auch schöner, meinem Sohn in meine Richtung mehr Sicherheit bieten zu können. Gucken kann er ja trotzdem. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Danke dir!

Cindy · 17. Juli 2018 um 20:29

Hallo meine liebe,
das ist ein wirklich toller(seltener) Beitrag. Ich schiebe mein Sohn ( 14 Mon.) auch nur zu mir gerichtet, mein Mama Gefühl sagt mir das und ich weiß das er am liebsten mich sehen will. Ehrlich gesagt hab ich noch keinen Gedanken daran Verschwendet ihn jemals umzudrehen:D
Ich sehe sooooooooo viele kleine BABYS! die schon nach vorne schauen… und ehrlich gesagt endet das immer im quegelig werden oder schreien, die meisten wollen dann auf den Arm, klar es gibt bestimmt auch Kinder denen das gefällt… aber ich sehe das genauso wie du 🙂

    Mamaleben · 18. Juli 2018 um 7:36

    Hallo Cindy, vielen Dank für die nette Rückmeldung. Darüber freue ich mich sehr! Oft denkt man ja, man ist allein mit Ansichten, die anders sind als die Norm. Daher ist es toll, wenn man Gleichgesinnte findet. 🙂 Unser Sohn ist inzwischen 2 1/4 und da es keinen faltbaren Buggy gab, den man so richtig klein zusammenfalten kann, haben wir nun einen günstigen für Ausflüge gekauft. Dort fährt er vorwärts und das ist auch ok. Aber die zu mir gerichtete Karre haben wir erst kürzlich auch noch genutzt. Macht schon Spaß zusammen Spaß haben zu können, auch wenn sie älter sind. Ab 2 können sie sich ja auch artikulieren und selbst mitteilen, ob sie nach vorne gucken möchten oder nicht. Ich wünsche euch eine wunderbare Zeit und schön, dass du hier mal vorbei schaust! Liebe Grüße

Banu · 13. März 2018 um 21:16

Danke für den informativen Artikel! Meine Tochter ist 2J.&8M. und wir nutzen noch immer den Kombikinderwagen. Sie läuft noch immer nicht so gerne, will meistens getragen werden. Wir haben uns größtenteils auf den Kinderwagengriff geeinigt, der sehr stabil ist (Stxxxx Xyxxxx). Im Kinderwagen liegt zum Gleichgewichtsausgleich mein Rucksack. Seit sie 9 Monate alt ist, haben wir einen Reisebuggy. Er kommt seitdem im Urlaub abwechselnd mit der Babytrage zum Einsatz.

    Mamaleben · 14. März 2018 um 7:34

    Hallo Banu, vielen Dank für deine Rückmeldung! Das mit dem Kinderwagen-Griff ist ja witzig. Das würde bei uns nicht gehen. Unser Kinderwagen ist viel zu instabil und mein Sohn mit 2 Jahren leider schon so schwer. Aber wenn ihr eine Möglichkeit für euch gefunden habt, ist das ja super und darauf kommt es an. Du wirst sicher schon darauf achten, dass da nichts kippt.

DasSa · 12. März 2018 um 21:47

Meine Kinder sind beide wütend geworden oder halb aus der Karre geklettert, damit sie nach vorne schauen konnten. Wegen dem kalten Wind habe ich letztens den Wagen umgedreht? Gabs da Theater! Ich musste den Sitz wieder nach vorne richten.

Jedes Kind ist anders. Und ich rede auch außerhalb des Kinderwagenschiebens mit meinen Kindern. Sie dürfen nämlich auch laufen, zeigen etc 😜

    Mamaleben · 13. März 2018 um 7:55

    Hallihallo! Vielen Dank für deine Rückmeldung. Genau, jedes Kind ist anders. Ich finde es nur so schade, dass uns Müttern kaum eine Auswahl gelassen wird. Warum sind Babyschalen zu uns gerichtet? Wer hat entschieden, dass es danach, meist mit 6 Monaten ok ist, das Kind einfach nach vorne zu drehen? Da es kaum Kinderwagen gibt, die man drehen kann, bleibt den Müttern nur wenig Auswahl. Vorausgesetzt, dass sie überhaupt wissen, dass es Kinderwagen gibt, die man rückwärts gerichtet schieben kann. Gerade bei so kleinen Kindern denke ich schon, dass es noch einen Unterschied macht, ob sie nur unsere Stimme hören oder auch unsere Mimik sehen. Mit 2 Jahren ist das sicher etwas anderes. Meiner läuft auch viel und wir nehmen den großen Kinderwagen gar nicht mehr mit.

Yvonne · 10. März 2018 um 9:25

Super Beitrag!
Ich rate es dringend allen Müttern, nicht nur aus den von dir bereits genannten Gründen, auch weil es wichtig zur Sprachentwicklung der Kinder ist!!!
Genau da beginnt das Dilemma.Es wird zu wenig kommuniziert mit den Kindern.
Und Ergebnis sind massive Sprachverzögerungen-/störungen.
Hinzu kommt der furchtbare Trend mit Smartphone vor der Nase zu schieben!

Könnte jetzt noch weitere Dinge anführen die ich null verstehen kann,wenn man sich doch eigentlich eine sichere und liebevolle Bindung mit dem Kind wünscht,aber das Denken über das eigene Verhalten und das Reflektieren/Hinterfragen schon lange verlernt hat.

    Mamaleben · 10. März 2018 um 13:49

    Hallo Yvonne, vielen Dank für deine nette und ausführliche Rückmeldung. Darüber freue ich mich sehr. Über die Sprachentwicklung habe ich noch gar nicht nachgedacht. Aber ich denke, man zückt das Smartphone automatisch weniger, wenn das Kind uns direkt anschaut. Es macht doch auch so einen Spaß mit ihm zu lachen und zu agieren. Inzwischen schieben wir zwangsweise auch mal vorwärts, weil es eben keinen 30 Euro Buggy gibt, den man rückwärts schieben kann. Ich würde es immer wieder so machen und bei einem neuen Kinderwagen künftig darauf achten, dass man das Kind bis zu einem größeren Gewicht darin schieben kann. viele Grüße!

Juliane · 14. Januar 2017 um 22:47

Auch ich finde deinen Artikel sehr schön und kann von ähnlichen Erfahrungen berichten. Mit 9 Monaten absolut undenkbar den die Kinder vorwärts fahren zu lassen. Das war bei uns die Zeit wo unsere gerade knapp der Babywanne entwachsen war und den Buggyaufsatz erst kennenlernte. Allerdings war es mit 12 Monaten komplett vorbei – ein einziges Umdrehen, Geschreie und Gebrülle – sie wollte nur noch vorwärts fahren, wenn etwas war, dann ging ihr Blick nach oben, entweder durchs Sichtfenster oder direkt ins Gesicht der Eltern. Das hat gut funktioniert. Bei unserer zweiten Tochter hatten wir einen Geschwisterwagen im Einsatz wo die Kinder hintereinander sitzen/ liegen. Hier konnte man die Sitze ebenfalls vorwärts- oder rückwärts gerichtet anbringen. Meistens haben sich die beiden angeschaut und Quatsch miteinander gemacht – für die beiden ein Riesenspaß, für die Eltern manchmal eine Geduldsprobe wenn mal wieder Kuscheltiere o.ä. durch die Luft flogen:-)

    Mamaleben · 20. Januar 2017 um 8:05

    Liebe Juliane, ich wollte dir natürlich noch antworten. Vielen lieben Dank für deine ausführliche Rückmeldung. Ich freue mich wirklich sehr, wenn ihr mich auch an eurem Leben teilhaben lasst.
    Unsere Karre ist auch rückwärtsgerichtet in 3 Positionen einstellbar. Das find ich so super. Er kann also sitzen und gucken oder liegen und schlafen. Aber wenn es nicht geht und man merkt, dass seinem Kind das nicht gefällt, sollte man natürlich auf seinen Bauch hören. Und wenn ihr vorwärts alle gut zurecht kommt, ist das doch super!

    Das mit dem Geschwisterwagen stell ich mir schon witzig (und anstrengend) vor. Wenn die beiden sich anschauen können und Faxen machen. 🙂 Ich ziehe eh den Hut vor Mehrfach-Müttern! Aber dazu gibt es nochmal einen separaten Beitrag 😉 Bis hoffentlich bald mal wieder!

Tine · 5. Januar 2017 um 10:04

Ein schöner Artikel mit einem guten Beispiel.
Wir haben unseren Sohn, weil er nie gerne im Wagen lag, viel getragen (rückwärts versteht sich). Irgendwann, als er sitzen konnte, teilweise wieder im Wagen, weil er mehr sehen wollte. Wir haben lange rückwärts geschoben. Wir hatten glücklicherweise einen Wagen, bei dem das geht. Mittlerweile nutzen wir aber nur noch unseren Buggy, da der etwas leichter zu schieben ist und gerade für Transport super ist. Der ist leider nur rückwärts gerichtet – mein Sohn ist aber nun auch schon fast 2 Jahre alt und wir laufen eh auch ganz viel zu Fuß 😉

    Mamaleben · 5. Januar 2017 um 16:56

    Hallo Tine, vielen Dank für deine Rückmeldung! Ich trage meinen Sohn auch sehr gerne. Leider wurde er sehr schnell sehr groß und schwer. Ich denke auch, dass ich die Karre bis ca. 2 Jahre rückwärts gerichtet lassen werde und dann mal schauen, was er davon hält. Dann kann er mir das ja hoffentlich schon selber mitteilen 🙂 Alles Liebe für euch und bis bald wieder!

Katja · 4. Januar 2017 um 16:59

Danke für deinen Artikel. Ich sehe das genauso. Mein Knirps ist zwar erst einen Monat, aber dennoch möchte ich es später so handhaben wie du beschrieben hast. LG

    Mamaleben · 4. Januar 2017 um 17:51

    Hallo Katja, vielen Dank für deine nette Rückmeldung. Das freut mich toootal 🙂 Genieße die Zeit, sie werden so schnell groß. Meiner ist jetzt 9 Monate und die Zeit verging so schnell. ABER, es wird auch immer schöner! Toll, dass du dich so früh schon so entschieden hast. Ich freue mich, mehr von euch zu lesen. Viele Grüße

Janis-Ann Miller · 4. Januar 2017 um 15:39

Danke für diesen tollen Beitrag. Du sprichst mir aus der Seele!

    Mamaleben · 4. Januar 2017 um 16:16

    Du glaubst nicht, wie mich das freut! Genau wie deine Rückmeldung! Ganz lieben Dank dafür <3

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